Garten in Reichwalde
: Krokusse so weit das Auge reicht – was es dazu braucht

Reiner Funke hat ein Herz für Reichwalde und seinen Garten. Dieser ist derzeit ein Hingucker: Krokusse, wohin man sieht. Was es dazu braucht.
Von
Regina Weiß
Reichwalde
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  • Reiner Funke in seinem Vorgarten in Reichwalde, wo die Krokusse ein beachtliches Spalier bilden.

    Reiner Funke in seinem Vorgarten in Reichwalde, wo die Krokusse ein beachtliches Spalier bilden.

    Regina Weiß
  • Die Krokusinsel unterm Apfelbaum im Garten von Reiner Funke.

    Die Krokusinsel unterm Apfelbaum im Garten von Reiner Funke.

    Regina Weiß
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Reiner Funke muss sich schon wundern. Wenn wieder mal alle „Oh“ und „Ah“ machen, nur weil ein, zwei oder drei Krokusse aus der Erde gucken und ihre Blüten öffnen. Die Fans dieser Pflanze sollten mal bei ihm in Reichwalde vorbeischauen …

Eigentlich könnte man die Rosengasse in Reichwalde in diesen Märztagen 2024 umbenennen. Denn hinter dem Gartenzaun bei Funkes warten tausende Krokusse auf die Sonne, um ihre Kelche weit zu öffnen.

„Und dann ist hier richtig Betrieb im Garten“, spielt Reiner Funke auf die Bienen an, die dann im Anflug sind und ihr vielstimmiges Summen ertönen lassen. Nicht umsonst sind Krokusse im Frühling die erste Nahrungsquelle für Insekten. In diesem Jahr sind die Frühblüher seit gut zweieinhalb Wochen am Start und damit sehr zeitig.

Dorfleben und der Garten sind das Metier von Reiner Funke

Reiner Funke und Reichwalde – das ist eine Einheit. Gern bringt er sich auch mit 76 Jahren noch ins Dorfleben ein. Wird er dort nicht gebraucht, dann ist der Garten sein Metier. „Hier ist es so schön, ich brauche nicht in den Urlaub zu fahren“, lacht er. Okay, eine Ausnahme gibt es, wenn er sich zur Enkeltochter nach Österreich aufmacht. Sieben Enkel und Urenkel zählt er neben seinen Kindern zur Familie.

Für sie hat er ganz oft einen Blumengruß dabei. Aber nicht in Form eines Straußes, sondern als Minipflanze. Er verschenkt seine Krokusse, die er aus dem Samen gezogen hat. Schon wächst der kleine Nachwuchs in seinem Garten und zeigt seine grünen Blätter. „Eltern“ und „Großeltern“ blühen derweilen, was das Zeug hält.

Vor über 40 Jahren die ersten Krokusse gepflanzt

Kaum zu glauben, dass das vor mehr als 40 Jahren mit einigen wenigen Zwiebeln angefangen hat. Diese wurden von Reiner Funke im Garten gesteckt, um einen ersten Blumengruß im Frühjahr zu haben.

Mittlerweile sind die Schwertliliengewächse im Vorgarten nicht mehr zu zählen. Mal stehen zwanzig, dann 30, dann 40 zusammen und das in vier Reihen! Weil es vor allem weißblühende sind, sehen sie aus, wie Schneeinseln.

Weiß, lila und gelb geht es dann weiter auf der Wiese. Durch das Vertikutieren im Frühjahr verteile sich der Samen dort quasi von selbst und bilde neue Pflanzen. Und so werden es Jahr für Jahr immer mehr. Das ist der Lausitzer Sand mal für etwas gut, er biete für die Krokusse die ideale Unterlage.

Krokusinsel unter dem Apfelbaum in Reichwalde

So auch unter dem Klarapfelbaum: Zu seinen Füßen befindet sich eine Krokussinsel. Daran sind Funkes Hühner „Schuld“. Sie haben den Samen beim Scharren verteilt.

Die Krokusinsel unterm Apfelbaum ist wirklich etwas fürs Auge.

Regina Weiß

Dieser bildet sich nach Ende der Blüte und sei so ähnlich wie bei einer Mohnkapsel. Bei der Aussaat sollte man beachten, dass Krokusse Kaltkeimer sind. Das heißt, der Samen muss eine Kältephase durchlaufen, um keimfähig zu werden.

Tipp für die Krokus-Pflege

Übrigens, ist der Krokus verblüht, dann sollte man folgendes bedenken: Seine Blätter sollten erst entfernt werden, wenn sie welk sind. Bis dahin hat er neue Energiereserven für die nächste Blütezeit gesammelt.