Defibrillator in Boxberg: Feuerwehrchef Felix Werner bringt AED ins Dorfzentrum

Boxberg hat nun seinen ersten Defibrillator. Einer Spendenaktion, die der Feuerwehrchef initiiert hat, ist die Anschaffung zu verdanken.
Regina Weiß- Boxberg erhält durch Spendenaktion seinen ersten öffentlichen Defibrillator (AED).
- Feuerwehrchef Felix Werner sammelte 8776 Euro von 133 Unterstützern, u. a. über eine Spendenseite.
- AED am Lidl-Markt im Ortszentrum installiert, beleuchtet und beheizt, App-Registrierung erfolgt.
- AED analysiert Herzrhythmus und gibt bei Bedarf Elektroschocks ab – Laienbedienung möglich.
- Herz-Kreislauf-Stillstand: Reanimation oft zu spät – Stiftung fordert bessere Rettungsnetzwerke.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist im wahrsten Wortsinn eine Herzensangelegenheit, die in Boxberg zu einem guten Ende gefunden hat. Einer, der sich mit besonders viel Herz hinein gekniet hat, ist Boxbergs Feuerwehrchef Felix Werner. Ohne sein Engagement hätte Boxberg möglicherweise noch länger auf seinen ersten öffentlich zugänglichen Defibrillator warten müssen.
„Ein Selbstläufer war das Ganze sicherlich nicht“, erinnert er sich. Über die Spendenseite der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien wurde das Ganze angeschoben. 8000 Euro sollten es werden, um das Gerät anzuschaffen und für 15 Jahre durchzufinanzieren. „Da war viel Klinkenputzen dabei“, so der Wehrleiter. Nach Aufrufen in allen Kanälen des Netzes hat er 300 selbst gefertigte Handzettel verteilt und viele Gespräche geführt. 133 Unterstützer – der entfernteste kam aus Halle/Saale - sorgten letztlich für ein gutes Ende und die Spendensumme von 8776 Euro.
Mittlerweile ist der Lebensretter gut sichtbar in der Mitte des Ortes angebracht worden. Dafür haben alle wichtigen Partner mitgezogen. Damit ihn jeder gut findet, ist er an der Wand des Lidl-Einkaufsmarktes in der Ortsmitte von Boxberg installiert worden. So kann man sogar mit dem Auto direkt heranfahren. Nachts wird er beleuchtet, sodass er auch dann gut zu sehen ist. Die Halterung befindet sich an einer Nordseite, sodass die Sonne kein Problem ist. Mit dem Gebäudeeigentümer konnte man sich auch wegen des elektrischen Anschlusses verständigen. Denn neben dem Licht wird der AED im Winter auch beheizt.
Defibrillator für Boxberg bei der App der Lebensretter registriert
Ob das Gerät funktionsfähig ist, wird täglich festgestellt. In einer Art Selbsttest „sagt“ der AED, ob er funktionstüchtig ist. Passiert das nicht, muss reagiert werden. Bis dahin, dass er nach einem Diebstahl komplett ersetzt werden muss. Das hofft natürlich in Boxberg keiner.
Der Automatisierte Externe Defibrillator (AED) kann den Herzrhythmus einer bewusstlosen Person schnell analysieren und wenn nötig lebensrettende elektrische Schocks abgeben. Die Bedienung ist so einfach, dass sie auch von medizinischen Laien durchgeführt werden kann. Zeichnungen erklären dem Laien, wie und wo er die Elektroden aufzukleben hat. Wie die menschlichen Ersthelfer, wie Felix Werner, ist der Defibrillator jetzt auch ist bei der App der Lebensretter registriert. So kommen Mensch und Technik am besten zusammen, um Boxbergern und ihren Gästen zu helfen. „Wenn er nur ein Leben verlängern kann, dann hat sich der Einsatz schon gelohnt“, so Felix Werner.

Felix Werner ist der Chef der Boxberger Freiwilligen Feuerwehr. Dass sein Herzensprojekt erfolgreich war, freut ihn sehr.
Regina WeißBoxbergs Bürgermeister Hendryk Balko (WV Boxberg) zeigt sich im jüngsten Boxberg-Podcast froh, dass diese von der Boxberger Feuerwehr angestoßene Initiative so schnell erfolgreich war.
Reanimation findet oft außerhalb des Krankenhauses statt
Auch in anderen Kommunen gibt es AEDs. So finden sich in Kreba-Neudorf zwei, in Weißwasser und Schleife jeweils fünf.
Laut der Daten des Deutschen Reanimationsregisters der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin erlitten im Jahr 2024 schätzungsweise rund 136.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. In etwa der Hälfte dieser Fälle begann der Rettungsdienst mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Für viele Menschen kommt diese Hilfe zu spät. „Wenn niemand vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Wiederbelebung beginnt, dann sieht es ganz schlecht für den Patienten aus“, warnt Christof Constantin Chwojka, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung. „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist nach spätestens fünf Minuten ohne reanimierende Maßnahmen ein Überleben praktisch unmöglich.“ Deshalb fordert die Stiftung verpflichtende und standardisierte telefonische Anleitung zur Reanimation in allen Leitstellen und den flächendeckenden Ausbau von Ersthelfer-Netzwerken für kürzere Reaktionszeiten. Zu letzterer gehören auch die App der Lebensretter in Ostsachsen.


