Defibrillator für Boxberg: Feuerwehrchef startet Spendenaktion

Felix Werner ist seit reichlich einem Jahr Chef der Freiwilligen Feuerwehr Boxberg. Jetzt schiebt er im wahrsten Wortsinn ein Herzensprojekt an.
Regina Weiß- Feuerwehrchef Felix Werner startet Spendenaktion für einen öffentlichen Defibrillator in Boxberg.
- Nach tragischem Herzstillstand im April 2025 will Werner ein AED-Gerät anschaffen.
- 5000 Euro werden benötigt, um das Gerät und Wartung für fünf Jahre zu finanzieren.
- Spenden über Plattform „99funken“; Ziel: 8000 Euro für 15 Jahre.
- Aktuell sind 3379 Euro gesammelt; Aktion läuft bis 15. Juni 2025.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Boxberg ist eine große Gemeinde. Da kann es manchmal dauern, bis der Rettungsdienst zum Patienten kommt. In zwölf Minuten soll er ihn erreicht haben. Doch es gibt Situationen im Leben, da kommt es auf jede einzelne Minute an. Zum Beispiel, wenn das Herz ganz plötzlich seinen Dienst einstellt. Lediglich zehn Prozent der Betroffenen überleben. Neun von zehn Herz-Kreislauf-Stillständen enden in Deutschland tödlich.
So auch im April 2025 in Boxberg. Dort hat eine Reanimation kein gutes Ende gefunden, auch wenn alles versucht worden ist. Für Boxbergs Wehrleiter Felix Werner war dieser tragische Ausgang nun der ausschlaggebende Punkt, um ein Vorhaben anzugehen, was den jungen Mann schon lange umtreibt. Es ist im wahrsten Sinn des Wortes eine Herzensangelegenheit.
Es geht um die Anschaffung eines öffentlich zugänglichen Defibrillators in der Kommune. Die sogenannten AED-Geräte (Automatisierter Externer Defibrillator) können Leben retten. Bei jedem vierten Patienten mit Herz-Kreislaufstillstand liegt eine Herzrhythmus-Störung vor. Hier hilft ein gezielter Elektroschock durch einen AED. Im besten Fall schlägt das Herz nach dem Einsatz eines AEDs wieder normal. Patienten haben dann eine hohe Chance, weiterhin ein normales Leben ohne Einschränkungen zu führen, wissen Mediziner.
Boxberger Feuerwehrchef treibt das Thema Defibrillator schon lange um
Das alles ist auch Felix Werner im Kopf herumgegangen. „Da fehlt so ein wichtiges Hilfsmittel, mit dem man hätte noch mehr versuchen können.“ Mit jeder Minute, in der eine betroffene Person mit einem Herzstillstand keine Hilfe bekommt, sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent.
Eigentlich ist das Ganze kein Feuerwehrthema. Doch Felix Werner ist auch bei der App der Lebensretter registriert. Über das Handy werden die Ersthelfer nicht nur über einen medizinischen Notfall informiert, sondern auch darüber in Kenntnis gesetzt, wo sich der nächste öffentlich zugängliche Defibrillator befindet.
Dieser soll künftig möglichst im Ortszentrum von Boxberg zu finden sein. Er soll barrierefrei installiert werden und möglichst so, dass man auch mit dem Auto heranfahren kann.
Doch bis es so weit ist, gilt es, die Finanzierung abzusichern. 5000 Euro braucht es, um das Gerät anzuschaffen und einen Wartungsvertrag für fünf Jahre abzuschießen. Felix Werner würde aber gern noch mehr einwerben. 8000 Euro wären noch besser, dann wäre der Lebensretter für 15 Jahre durchfinanziert.

Und so könnte der Defibrillator aussehen, der dann in Boxberg an öffentlicher Stelle zugänglich ist. Die Vorgehensweise ist auch für Laien gut beschrieben.
Torsten Richter-ZippackDefibrillator für Boxberg: Feuerwehrchef will Spenden sammeln
Das Geld soll mittels einer Spendensammlung erbracht werden. Dafür ist der Boxberger auf die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und ihre Spendenplattform 99funken zugegangen, die das Vorhaben unterstützt. Das Geldinstitut habe sich mit 500 Euro beteiligt. Derzeit sind 3379 Euro zusammengekommen. Bis zum 15. Juni 2025 läuft die Aktion noch. „Und ich hoffe, sie nimmt noch ein bisschen Fahrt auf. Wir haben noch Luft nach oben“, so der Feuerwehrmann. Zusammen mit seiner Freundin hat er deshalb Plakate gebastelt, die zeitnah an verschiedenen Stellen im Ort auf die Spendenaktion aufmerksam machen sollen. So auch am Bärwalder See. Dorthin kommen jeden Sommer schließlich tausende Touristen.
Wird die erste Spendenschwelle von 5000 Euro erreicht, dann könnte das Gerät noch im Sommer angebracht werden.
Dass für eine solche Anschaffung überhaupt Spenden gesammelt werden müssen, steht durchaus in der Kritik, hat auch Felix Werner bei Diskussionen erfahren. Doch dafür hat er sich eine klare Antwort überlegt. „Wir können jetzt drei Wochen darüber reden, wer es bezahlt oder wir machen es einfach.“
Alle wichtigen Informationen und Hinweise zum Projekt sind auf der Projektseite der Plattform „99FUNKEN“ unter https://www.99funken.de/defibrillator-fuer-boxberg zu finden.


