CSD in Görlitz-Zgorzelec
: So soll die Sicherheit der Teilnehmer garantiert werden

Ähnlich wie in Bautzen gibt es auch beim CSD in Görlitz und Zgorzelec rechte Gegendemos auf beiden Seiten der Grenze. Diese Tipps gibt es für die Anreise aus Weißwasser und anderen Städten.
Von
Willy Klein
Görlitz
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CSD Bautzen: ARCHIV - 10.08.2024, Sachsen, Bautzen: Ein Polizist steht vor einer Regenbogenfahne während eines Umzuges zum Christopher-Street-Day (CSD). In Bautzen findet ein Umzug zum Christopher-Street-Day (CSD) statt, die Abschlussparty nach dem Umzug wurde von den Organisatoren wegen möglicher Bedrohung durch Rechtsextreme abgesagt. (zu dpa: «Nach Bautzen und Leipzig: CSD-Veranstalter im Osten in Sorge») Foto: Sebastian Willnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Polizist steht vor einer Regenbogenfahne während eines Umzuges zum Christopher-Street-Day (CSD). (Symbolfoto)

Sebastian Willnow/dpa
  • CSD in Görlitz und Zgorzelec am 28. September 2024, Gegenproteste erwartet.
  • Polizei bereitet großen Einsatz vor, um friedliche Demonstrationen zu schützen.
  • Teilnehmer sollen nicht allein anreisen, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.
  • CSD findet auch in polnischer Stadt Zgorzelec statt, Proteste angekündigt.
  • Organisatoren optimistisch, trotz erwarteter Gegendemonstrationen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der zweite Christopher Street Day (CSD) in Bautzen fand am 10. August 2024 statt. Er hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Grund dafür war eine Gegendemonstration, zu der mehrere teilweise rechtsradikale Gruppen wie die „Jungen Nationalisten“ (Jugendorganisation der Partei „Die Heimat“/ ehemals NPD) und die Partei „Freie Sachsen“ aufgerufen hatten. Doch auch die Unterstützer des Bautzener CSD konnten einige Menschen mobilisieren. So standen den knapp 700 Gegendemonstranten über 1000 CSD-Teilnehmer gegenüber.

Im Rahmen der Veranstaltung kommt es zu mehreren Anzeigen wegen Volksverhetzung, dem Tragen verfassungsfeindlicher Kennzeichen und anderen Straftaten. Vermutlich auch durch eine starke Polizeipräsenz wurden größere Ausschreitungen verhindert. Auch beim CSD in Görlitz und Zgorzelec, am 28. September 2024, wird es wieder eine Gegendemonstration mit ähnlich bedrohlichem Charakter geben.

CSD in Görlitz – so bereitet sich die Polizei vor

Unter dem Motto „Görlitz gegen Links! Görlitz gegen Genderpropaganda!“ rufen die Organisatoren dazu auf, gegen den CSD 2024 zu protestieren. Die Gegendemonstranten sollen dem Aufruf zufolge alle in schwarzer Kleidung erscheinen. Die schwarze Einheitskleidung soll laut verschiedenen Polizeibehörden dazu dienen, dass Straftäter schwerer identifizierbar sind.

„Aktuell bereitet die Polizeidirektion Görlitz diesbezüglich einen größeren Einsatz vor“, bestätigt Pressesprecherin Anja Leuschner. Ziel dieses Einsatzes sei der störungsfreie Ablauf aller angemeldeten und friedlichen Demonstrationen. „Der Schutz des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit hat für uns oberste Priorität“, erklärt Leuschner.

Wojciech Urlich ist für die Organisation des CSD in Görlitz verantwortlich. „Wir freuen uns sehr über alle, die für unseren CSD nach Görlitz und Zgorzelec kommen und mit uns für Vielfalt und Gleichberechtigung einstehen“, sagt er und stellt klar, dass die Teilnehmer des CSD fest entschlossen sind, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Diese Tipps gibt es für eine Sichere Anreise zum CSD in Görlitz

„Die Zuganreise wird von Kräften der Bundespolizei im Auge behalten“, bestätigt Anja Leuschner. Wie viele Polizisten zur Absicherung des CSD in Görlitz im Einsatz seien werden, verrät sie nicht. „Es wäre polizeitaktisch ungünstig, wenn bekannt ist, wie wir uns aufstellen“, erklärt sie.

„Wir empfehlen allen, möglichst nicht allein anzureisen und sich in Gruppen zu bewegen. Besonders vor und nach der Demo und Kundgebung ist es gut, zusammenzubleiben“, empfiehlt CSD-Organisator Wojciech Urlich. Eine Frau aus Weißwasser, die zu vielen CSD-Veranstaltungen fährt und zum Selbstschutz anonym bleiben möchte, sagt: „Das ist leider kein Einzelfall. Es sind dieselben Leute, die jetzt überall versuchen uns zu stören.“ Sie rät zu einer unauffälligen An- und Abreise, wenn man auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist. „Am besten sollte man die Fahne wieder einpacken. Das hat nichts mit Verstecken zu tun. Es geht um Selbstschutz“, erklärt sie.

Auch in Polen wurden Proteste angekündigt

Für den CSD-Organisator Wojciech Urlich ist es wichtig zu betonen, dass der CSD nicht nur in Görlitz, sondern auch in der polnischen Stadt Zgorzelec stattfindet. „Auch in Polen gibt es eine Tendenz zu mehr CSDs – auch in kleineren Städten“, berichtet Urlich. Es seien aber noch weniger als in Deutschland.

Eine weitere Parallele seien die stattfindenden Gegendemonstrationen. Als Beispiel kann Wojciech Urlich hier den CSD in Bolesławiec (Bunzlau) nennen, der im Rahmen des dortigen Keramikfestes stattfand. Selbst vor Ort empfindet er große Zustimmung aus der Bevölkerung, bis der Umzug auf eine Gruppe Fußballhooligans trifft, die Teilnehmer mit Flaschen bewerfen. Auch Fäuste fliegen. Er und andere CSD-Teilnehmer werden verletzt.

Informationen zu den Gegenprotesten in Polen liegen den Organisatoren noch nicht vor. Sie wissen nur, dass diese von Gruppen aus Warschau koordiniert werden. „Ich gehe trotzdem davon aus, dass wir mehr sind“, zeigt sich Wojciech Urlich optimistisch. Er nimmt auch an, dass die Veranstaltung ausreichend geschützt werde, auch wenn die Zusammenarbeit mit den Behörden schwieriger als im letzten Jahr sei.