Berg in Sachsen
: Weder Lausche noch Oybin – wo die höchste Baude lockt

In der Oberlausitz gibt es zahlreiche Berggaststätten. Auf dem höchsten Gipfel befindet sich aber keine. Und auf dem Oybin ist nicht die höchste. Wo dann?
Von
Torsten Richter-Zippack
Oybin
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Das ist die höchstgelegene Gaststätte in der deutschen Lausitz im Winterkleid. Sie befindet sich 752 Meter über dem Meeresspiegel.

Das ist die höchstgelegene Gaststätte in der deutschen Lausitz im nebligen Winterkleid. Sie befindet sich 752 Meter über dem Meeresspiegel.

Torsten Richter-Zippack
  • Höchstgelegene Gaststätte der deutschen Lausitz auf Hochwald (752 m Höhe).
  • Hochwald-Baude: Rustikales Ambiente, Jagdzimmer, Aussichtsturm (128 Stufen).
  • Hochwald-Baude: Übernachtung möglich, 7 Doppel- und 2 Vierbettzimmer.
  • Wanderwege von Hain und Lückendorf; Pendelbus im Sommer.
  • Zittauer Gebirge: schneesicherster Ort in der Lausitz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eigentlich sind die Lausitzer Berge nicht wirklich ein richtiges Gebirge. Eher ein Hügelland. In der Gegend südlich von Kamenz erreicht der höchste Gipfel, der Hochstein, nicht mal ganz 450 Meter über dem Meer. Und auch sonst sucht man Höhen jenseits der 600 Meter eher vergebens. Ein wirkliches Gebirge befindet sich jedoch im äußersten Süden der Oberlausitz. Und zwar das Lausitzer Gebirge. Dieses erstreckt sich aber zum allergrößten Teil bereits im Böhmischen, also in Tschechien. Lediglich der nördlichste Teil gehört zu Sachsen und damit zur Oberlausitz.

Es handelt sich um die wohl beeindruckendste Landschaft der Region. Und um die höchste. Denn die Lausche als höchster Berg des Zittauer Gebirges reicht nahe an die 800-Meter-Grenze heran. Lediglich 60 Zentimeter niedriger ist die Finkenkoppe (Penkavci vrch), jedoch in Tschechien gelegen. Darüber hinaus gibt es weitere Erhebungen, welche sich mehr als 700 Meter über Normalnull aufschwingen, unter anderem den Weberberg mit seinen 711 Metern, nur einen Steinwurf von der Lausche entfernt. Doch von seinem durchweg bewaldeten Gipfel haben Wanderer keinen wirklichen Panoramablick über das lausitzisch-böhmische Land.

Gipfelkreuz nur Zentimeter von der Grenze entfernt

Anders dagegen der östlich der Lausche befindliche Hochwald. Auch über ihn verläuft die deutsch-böhmische Grenze. Doch das offizielle Gipfelkreuz liegt auf deutschem und damit auf Oberlausitzer Boden, wenn auch nur ein paar Zentimeter vom Böhmischen entfernt. Auf 749,5 Meter bringt es der höchste Punkt dieser weithin sichtbaren Landmarke.

Direkt neben der Baude befindet sich das Gipfelkreuz des Hochwaldes. Dieses ist nur ein paar Zentimeter von der tschechischen Grenze entfernt.

Direkt neben der Baude befindet sich das Gipfelkreuz des Hochwaldes. Dieses ist nur ein paar Zentimeter von der tschechischen Grenze entfernt.

Torsten Richter-Zippack

Die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien teilt nicht nur den Hochwald in zwei administrative Teile, sondern auch die auf seinem Gipfel befindliche Baude. Die Trennlinie zwischen beiden Ländern führt direkt hindurch. So gibt es eine sächsische und eine böhmische Baude. Die deutsche Gastwirtschaft bringt es dank ihres monumental wirkenden Fundamentes auf eine Höhe von 752 Metern über dem Meer. Somit gilt sie als höchste Einkehr der deutschen Lausitz.

Das war nicht immer so. Denn einst gab es auch auf der Lausche eine deutsche und eine böhmische Baude. Diese brannte allerdings im Januar 1946 ab. Ein Wiederaufbau erfolgte nicht, und es dürfte aus Naturschutzgründen auch zukünftig keine neue Gastwirtschaft geben, selbst wenn sich das viele Bergbezwinger wünschen.

Was die höchste Gaststätte zu bieten hat

Die erst im Jahr 2023 sanierte Hochwaldbaude bietet den Gästen ein rustikales Ambiente. Besonders sehenswert ist das Jagdzimmer mit seinen Trophäen und historischen Bildern. Bei schönem Wetter lädt die Ausflugsterrasse vor der Baude ein. Die Gastronomie präsentiert sich gut und mit in der Region angemessenen Preisen. Natürlich fehlt auch eine Toilette nicht. Wer nur diese besucht, aber nichts verzehren will, zahlt einen Euro. Selbst das Übernachten ist in der Baude möglich. Zur Verfügung stehen sieben Doppel- und zwei Vierbettzimmer.

Wer den Aussichtsturm auf dem Hochwald besteigen will, muss zuvor 128 Stufen bezwingen. Allerdings ist das Wetter längst nicht immer für weite Fernsichten geeignet.

Wer den Aussichtsturm auf dem Hochwald besteigen will, muss zuvor 128 Stufen bezwingen. Allerdings ist das Wetter längst nicht immer für weite Fernsichten geeignet.

Torsten Richter-Zippack

Doch das ist auf dem Hochwaldgipfel noch längst nicht alles. Denn am nördlichen Ende des Bergsattels, nur wenige hundert Meter von der Gastwirtschaft entfernt, lädt die Turmbaude ein. Gleich nebenan befindet sich nämlich der Aussichtsturm aus dem Jahr 1892. Wer dort hinaus will, zahlt 1,50 Euro und muss die 128 Treppen bezwingen. Das Panorama von der Plattform ist bei schönem Wetter überwältigend. Der Blick reicht weit in die Oberlausitz und nach Böhmen hinein, ebenso zu Iser- und Riesengebirge.

Wer mit dem Auto direkt auf den Berg fahren darf

Wer auf den Hochwald will, aber kein Übernachtungsgast ist, muss die teils steilen Wege zu Fuß nehmen. Nur Schlafgäste dürfen die vom Oybiner Ortsteil Hain auf den Berg führende Straße mit dem Auto befahren. Von April bis Oktober verkehrt auch ein Pendelbus von den umliegenden Orten auf den Hochwald. Die Haltestelle befindet sich unterhalb der Baude. Ansonsten führt eine Vielzahl von Wanderwegen auf den Berg hinauf. Besonders reiz- aber auch anspruchsvoll ist der Anstieg vom Kammloch, neben dem sich auch ein Wanderparkplatz befindet. Der Weg führt fast die ganze Zeit auf der lausitzisch-böhmischen Grenze entlang, wie die entsprechenden Steine, jeweils mit einem „D“ für Deutschland und einem „C“ für Ceska/Tschechien gekennzeichnet, anzeigen.

Blick vom Luftkurort Lückendorf auf den winterlichen Hochwald. Lückendorf ist übrigens der einstige deutsche Ort südlich der Kammlinie des Zittauer Gebirges.

Blick vom Luftkurort Lückendorf auf den winterlichen Hochwald. Lückendorf ist übrigens der einstige deutsche Ort südlich der Kammlinie des Zittauer Gebirges.

Torsten Richter-Zippack

Wer mit dem Bus anreist, nimmt entweder die Haltestelle im Hain oder aber die erste Haltestelle im Luftkurort Lückendorf. Die Wege auf den Hochwald sind weitestgehend lückenlos ausgezeichnet. Jetzt im Winter ist das Zittauer Gebirge der schneesicherste Ort in der Lausitz. Während in der namensgebenden Stadt manchmal keine Flocke liegenbleibt, können sich die Berge hingegen im schönsten Weiß präsentieren.

Mit den Öffis oder dem Auto ins Zittauer Gebirge

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zittauer Gebirge will, sollte ab Weißwasser mit der stündlich verkehrenden Linie 65 der Odeg fahren. Diese verkehrt über Görlitz nach Zittau. Vom dortigen Bahnhofsvorplatz geht es mit dem Bus Nummer 15 weiter nach Oybin und Lückendorf. Wer kein Deutschland-Ticket hat, kann sich ein Zvon-Tagesticket kaufen. Mit dem Auto gelangt man aus der Region Weißwasser am besten über die B115 bis Görlitz und dann über die B99 nach Zittau. Von dort führen gut ausgeschilderte Straßen nach Oybin (über Olbersdorf) sowie nach Lückendorf (über Hartau).