Berg in Sachsen: Warum die Besteigung der Lausche im Herbst zu empfehlen ist

Blick vom Aussichtsturm auf der Lausche über den Gipfel in westliche Richtung zum benachbarten Weberberg. Rechts hinten ist die tschechische Industriestadt Warnsdorf zu sehen.
Torsten Richter-Zippack- Die Lausche ist mit 792,6 Metern der höchste Berg im Landkreis Görlitz.
- Im Spätherbst bietet sie besonders klare Sicht; der Nordwind ermöglicht Fernblicke bis Prag.
- Der Aufstieg dauert 1-1,5 Stunden; es gibt auch eine Ausstellung im Heimatmuseum Waltersdorf.
- Seit August 2020 gibt es einen Aussichtsturm mit 360-Grad-Panoramablick.
- Die Lausche-Ausstellung im Heimatmuseum wird bis Sommer 2025 verlängert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es existiert in der Region ein Vorurteil über die Lausche, das sich hartnäckig hält. Und zwar, dass dieser Berg der höchste Punkt der Oberlausitz sei. Um es vorwegzunehmen: Dieses Vorurteil ist falsch. Mit ihren knapp 793 Metern über dem Meer ist die Lausche zwar der höchste Punkt des Zittauer und Lausitzer Gebirges und damit auch des Landkreises Görlitz, ebenso in Deutschland östlich der Elbe. Doch höhenmäßiger Spitzenreiter in der Oberlausitz ist der Berg nicht. Diese Position kommt dem in 1072 Metern Höhe gelegenen Tafelstein an der Tafelfichte im Isergebirge zu.
Doch ist die Lausche jederzeit einen Besuch wert. Sie thront über dem Erholungsort Waltersdorf. Direkt über ihren Gipfel verläuft die Grenze zu Tschechien. Seit August 2020 befindet sich ein kleiner metallener Aussichtsturm auf dem Berg. Von diesem genießen Besucher einen 360-Grad-Panoramablick über die Oberlausitz bis weit ins Iser- und Riesengebirge hinein, ins Böhmische Becken und zum Elbsandsteingebirge.
Warum gerade jetzt die Besteigung zu empfehlen ist
Gerade jetzt im Spätherbst lohnt ein Aufstieg. Denn dann stehen die Chancen für eine besonders klare Sicht besonders gut, wissen die Einheimischen. In Waltersdorf heißt es, dass der Nordwind den Blick öffnet. Dann können mit Glück und Fernglas im Süden selbst die Türme von Prag ausgemacht werden. Auf dem Aussichtsturm geben entsprechende Tafeln die genauen Richtungen an.

Impression von der Lausche-Ausstellung im Waltersdorfer Heimatmuseum. Selbst ein Modell der alten Baude fehlt dort nicht.
Torsten Richter-ZippackIn einer wissenschaftlichen Zeitschrift aus dem 19. Jahrhundert ist zu erfahren, dass vom Lausche-Gipfel selbst der viele hundert Kilometer entfernte Dachstein in Österreich gesehen worden sein soll. Womöglich könnte es sich dabei um eine besondere Erscheinung, eine Luftspiegelung, gehandelt haben. Zumindest ist der Beitrag in keinem Boulevard-Blatt veröffentlicht worden.
Der Aufstieg auf die Lausche ist allerdings lang und anspruchsvoll. Von Waltersdorf sollten Wanderer mindestens eine Stunde, besser anderthalb, einplanen. Es gibt zwei Anstiege, den von Norden und den von Süden. Der südliche Weg verläuft über die tschechische Grenze ins böhmische Jägerndörfel (Myslivny) und von dort über mehrere Kehren zum Gipfel. Beeindruckend sind die Ausblicke ins Lausitzer Gebirge. Auf der Nordseite geht es eher unspektakulär, dafür umso steiler zu.
Mühelos erreichbare Alternative zum Aufstieg
Wer sich den Aufstieg nicht zumuten will oder kann, für den gibt es in Waltersdorf eine passende Alternative. Denn seit August kann im örtlichen Heimatmuseum im Ortszentrum eine Sonderausstellung zur Lausche besichtigt werden. Diese sollte eigentlich bereits Ende Oktober enden, wird aber nach Aussagen des Personals bis zum Sommer 2025 verlängert.

Prächtiges Tuch mit dem Lausche-Gipfel-Motiv, einschließlich der einstigen Restauration. Auch dieses Exponat ist in der Waltersdorfer Sonderausstellung zu sehen.
Torsten Richter-ZippackZu sehen sind eine Menge Bilder des Berges, historische Lausche-Souvenirs, beispielsweise Trinkgläser, sowie eine besondere Collage des Zittauer Lehrers Rainer Frenzel. Der Pädagoge und Künstler hat mittels von originalen Fundstücken vom Gipfel ein beeindruckendes Kunstwerk erstellt. Manche Artefakte zeigen noch deutlich die Brandspuren von vor fast 80 Jahren. Denn am 8. Januar 1946 war die damalige Lausche-Baude aufgrund von Brandstiftung in Flammen aufgegangen.
Wann die Lausche-Ausstellung wiederzusehen ist
Passend zum Thema gibt es einen Bericht, der die Ereignisse jenen eiskalten Wintertages wiedergibt. Eigentlich sollte die damals komplett abgebrannte Gastwirtschaft eine Wiedereröffnung erfahren, doch kurz zuvor soll von böhmischer Seite aus Feuer gelegt worden sein. Bis heute gibt es auf dem Gipfel keine Gastwirtschaft mehr, allerdings aus Naturschutzgründen. Darüber hinaus fehlen in der Waltersdorfer Ausstellung auch Dokumente zur Errichtung des Aussichtsturms in den Jahren von 2018 bis 2020 nicht. Dieser hat sich inzwischen zum neuen Wahrzeichen des Berges gemausert. Passend dazu gibt es einen Videobericht.
Die Ausstellung befindet sich derzeit zwar in der Winterpause, soll aber während der sächsischen Winterferien (17. Februar bis 1. März 2025) geöffnet werden. Das Heimatmuseum lädt dann mittwochs sowie sonnabends und sonntags ab jeweils 10 Uhr zur Besichtigung ein. Offizieller Saisonstart ist zu Ostern. Das Museum befindet sich in Waltersdorf in unmittelbarer Nähe zum Niederkretscham mit der Tourist-Info und der Naturpark-Ausstellung.
Die Lausche - ein kleiner Steckbrief
Die Lausche misst eine Höhe von genau 792,6 Meter über Normalnull. Sie bildet damit den höchsten Punkt in der deutschen Oberlausitz sowie im Landkreis Görlitz. Direkt über den Gipfel verläuft die deutsch-tschechische Grenze. Weitere Berge über 700 Meter in der näheren Umgebung sind der Weberberg (711 Meter) sowie der Hochwald (749). Die Lausche ist vulkanischen Ursprungs. Die letzten derartigen Aktivitäten haben sich bereits vor rund 29 Millionen Jahren zugetragen.



