Wahl in Spremberg 2024: SPD übertrumpft AfD – das sind die Kandidaten für das Stadtparlament

In Spremberg werden die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Fünf Parteien und vier Wählergruppen stellen insgesamt mehr als 100 Bewerber. (Symbolfoto)
Uli Deck/dpaInsgesamt 103 Frauen und Männer wollen in den kommenden Jahren in Spremberg politisch mitentscheiden. Sie bewerben sich um einen der 28 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung (SVV). Fünf Parteien und vier Wählergruppen gehen ins Rennen. Auf den Stimmzetteln stehen auch neue Namen. Einige altbekannte fehlen.
Abgegeben werden die Stimmen bei der SVV-Wahl am 9. Juni 2024. Der Wahlkampf ist eingeläutet. Mit Plakaten, Faltblättern und an Infoständen machen Parteien und Gruppen auf ihre Kandidaten und die politischen Ziele aufmerksam. Einzelbewerber gibt es keine. Beim letzten Urnengang im Jahr 2019 gab es noch einen Einzelbewerber, sein Stimmenanteil betrug 0,3 Prozent. Das reichte nicht für einen Sitz in der SVV.
Die Reihenfolge der Wahlvorschlagsträger auf dem Stimmzettel für die Wahl im Juni ist bereits festgelegt, wird aus dem Rathaus mitgeteilt. Sie sind nicht fortlaufend nummeriert. Nummer eins ist die Alternative für Deutschland (AfD). Die Partei hatte 2019 einen Anteil von 26,6 Prozent erreicht. Das reichte für sieben Sitze – die konnte die AfD aber gar nicht alle besetzen.
Aufgestellt waren fünf Bewerber, die alle gewählt wurden. Für die Wahl 2024 stehen 18 Namen auf der AfD-Liste. Darunter sind auch die fünf Mitglieder der bisherigen SVV-Fraktion um den Vorsitzenden Michael Hanko, der vor fünf Jahren von allen Bewerbern mit 4610 die meisten Stimmen erhalten hatte.
Alternative für Deutschland (AfD)
Die Kandidaten: Michael Hanko, Frank Henschel, Volkmar Jurk, Ulrike Meier, Jörg Plonka, Klaus-Peter Enghardt, Jörg Müller, Ramona Schorg, Dieter Freißler, Olaf Pätz, Reiner Kießig, Roland Steffen, Cornel Schlenker, Christian Schwarz, Fanny Sternitzki, Ronny Lohr, Lisa Grimm, Annette Schade
Nummer zwei auf dem Stimmzettel ist die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU). Sie war vor fünf Jahren mit 25 Prozent Stimmenanteil die zweitstärkste Kraft. Auch die CDU konnte sieben SVV-Sitze besetzen – 19 Bewerber waren angetreten. Bei der anstehenden Wahl im Juni sind es 14. Darunter sind auch die bisherigen CDU-Vertreter des Gremiums. Ein Bewerber ist der derzeitige Vorsitzende des Stadtparlamentes, Andreas Bränzel.
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
Die Kandidaten: Andreas Bränzel, René Nakoinz, Kai Noack, Peter Reininger, Rita Richter, Andreas Schulze, Janine Kantor, Silke Langer, Torsten Jurk, Steffen Troska, Ingo Richter, André Per Worrech, Jana Derno, Dirk Noack
Neue Wählergruppe setzt sich für Naturschutz in Spremberg ein
Mit Abstand die meisten Bewerber treten für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) an, die Nummer drei auf dem Stimmzettel. Insgesamt 24 Namen stehen auf der Liste. Das sind neun mehr als vor fünf Jahren. Damals waren drei der SPD-Bewerber in die SVV gewählt worden. Sie kandidieren wieder, darunter ist Dirk Süßmilch. Er ist derzeit Vorsitzender der SVV-Fraktion Die Linke – SPD – Bündnis 90/Die Grünen.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Die Kandidaten: Dirk Süßmilch, Annett Zeuner, Peter Wolf, Göran Richter, Monika Wagschal, Rainer Luck, Kerstin Wolf, Lisa Marie Warmo, Martina Beck, Ralf Hugler, Frieder Beck, Hardy Kordian, Roswitha Luck, Diana Süßmilch, Lars Kunitz, Andrea Kreutziger, Mathias Bahl, Bärbel Schemel, Hubert Lamm, Elke Friedrich, Dr. med. Rupert Bauer, Jens Wilhelm, Steffen Schallert, Alexander Fritzke
Die Partei Die Linke, Nummer vier, geht mit sieben Bewerbern an den Start. Das sind zwei weniger als vor fünf Jahren. Damals konnte Die Linke drei Sitze in der SVV besetzen und landete mit 11,8 Prozent der Stimmen auf Platz drei. Elke Franke erhielt 1993 Stimmen, das zweitbeste Ergebnis aller Kandidaten. Die Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Kultur, Sport und Soziales und ihre bisherigen Mitstreiter treten zur SVV-Wahl an.
Die Linke
Die Kandidaten: Elke Franke, Birgit Kaufhold, Manuela Fremd, Ronny Panoscha, Sylvana Lüddecke, Peter Ehrentreich, Eveline Lorenz
Die Gruppe Unabhängige Wählergemeinschaft Spree-Neiße – WIR – UWG-SPN, Nummer fünf, tritt mit 14 Bewerbern an. Die UWG erhielt nach der Wahl 2019, damals gab es 16 Bewerber, 8,1 Prozent der Stimmen und zwei Sitze. Von den bisherigen beiden UWG-Vertretern im Stadtparlament tritt Eberhard Brünsch erneut zur Wahl an.
Unabhängige Wählergemeinschaft Spree-Neiße – WIR – UWG-SPN
Die Kandidaten: Sabine Kucher, Torsten Schroeter, Eberhard Brünsch, Jens-Uwe Winkler, Marie Spiewok, Jonas Winkler, Carmen Schimmack, Thomas Krautz, Holger Schwarz, Henne Stelzig, Marcel Knauer, Mario Schuster, Paul Wendler, Ronny Burrmann
Wählergruppe gibt sich einen neuen Namen
Als Nummer sechs folgt die Freie Demokratische Partei (FDP) auf den Stimmzetteln. Derzeit hat die Partei im Stadtparlament einen Sitz und wird von Meike Holtsch vertreten. Sie ist Vorsitzende des Ausschusses für Finanzen und Rechnungsprüfung und steht als Nummer eins auf der Liste mit den insgesamt sechs FDP-Bewerbern für die Wahl 2024. Das sind drei mehr als vor fünf Jahren. Derzeit bildet die FDP gemeinsam mit CDU und UWG (Eberhard Brünsch) eine Fraktion.
Freie Demokratische Partei (FDP)
Die Kandidaten: Meike Holtsch, Robert Kellner, Nils Staar, Uwe Holtsch, Kathrin Kuntermann, Anne Schütze
Ein neuer Wählergruppen-Name taucht unter der Nummer 14 auf: Die Spremberger. Um eine neue Gruppe handelt es sich aber nicht. Die Wählergruppe Die nächste Generation (DNG), die 2019 drei SVV-Sitze geholt hatte und gemeinsam mit der Brandschutz-Wählergruppe und der UWG (Christoph Lohmeier) eine Fraktion bildete, hat sich vor einigen Wochen umbenannt, wird mitgeteilt. Der neue Name wird bereits jetzt in der SVV geführt. Fünf Bewerber stehen auf der Liste, das sind halb so viele wie 2019. Von den bisherigen SVV-Vertretern wollen Claudia Noack und Ronny Sembol weitermachen.
Die Spremberger - Wählergruppe
Die Kandidaten: Benny Stobiński, Claudia Noack, Tizian Adler, Mario Blauth, Ronny Sembol
Nummer 15 ist die Wählergruppe Brandschutz mit acht Bewerbern. So viele waren es auch schon 2019. Nicht mehr auf der Liste steht der Name von Michael Freese, der damals in die SVV gewählt worden war und aktuell Fraktionsvorsitzender ist.
Wählergruppe Brandschutz
Die Kandidaten: Jürgen Walther, Peter Bode, Frank Balkow, Maik Klammer, Marko Kossack, Martin Bode, Lars Wuschech, Dr. Alexander Nicko
Zum ersten Mal tritt die neue Wählergruppe NATURA Spremberg unter der Nummer 16 bei einer SVV-Wahl an. Im Februar 2024 war zunächst der gleichnamige NATURA-Verein gegründet worden, der sich unter anderem für den Naturschutz in und um Spremberg einsetzen will. Sieben Bewerber stehen auf der Liste der Gruppe, darunter auch der Vereinsvorsitzende Kai-Uwe Reipert.
Einen Sitz in der SVV hatte 2019 Bündnis 90/Die Grünen geholt. Zur Wahl im Juni treten keine Bewerber an.
Wählergruppe NATURA Spremberg
Die Kandidaten: Kai-Uwe Reipert, Roger Paulisch, Andreas Ballaschk, Heike Herberg-Heinze, André Pfeiffer, Susanne Weinert, Steffen Kirste



