Wünsche für 2024: Neujahrsumfrage – was sich die Leute in Oberspreewald-Lausitz erhoffen
Bei unserer Umfrage vor einem Jahr stand der Wunsch nach einem schnellen Ende des Krieges in der Ukraine an erster Stelle. Dass sich dieser nicht erfüllt hat, im Nahen Osten ein weiterer Konflikt mit Waffen ausgetragen wird, legt sich wie ein schwerer Schleier über die Umfrage zu den Wünschen für 2024.
Wie bereits im Vorjahr sehnen sich die Menschen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz eine anhaltende oder wiederkehrende Gesundheit herbei. Darin eingeschlossen Glück und Wohlergehen für sich selbst, für Familienmitglieder, Freunde, Bekannte und alle anderen nahestehenden Personen. Und was begehren sie sonst noch?
Mario Gnüchtel, Klettwitz: Trotz allen Sparzwanges hoffe ich, dass die Entscheidungsträger der Politik weiterhin Mittel für die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit bereitstellen. Um Projekte mit unseren Heranwachsenden zu finanzieren und diesen an Angeboten teilhaben zu lassen, für die in den Familien oftmals die Zeit, Mittel und manchmal leider auch die Hingabe fehlen. Mit Kindern zu arbeiten, ist das schönste, was einem widerfahren kann. Sie sind unsere Zukunft und sie sind es, die aus unserem Land etwas Besseres machen können. Unsere Aufgabe ist es, den Nachwuchs auf das Leben und seine Herausforderungen vorzubereiten.
Katja Geisler, Schwarzheide:Die ältere Generation hat dieses Land mit aufgebaut. Es ist uns Verpflichtung und Dank zugleich, dies zu wertschätzen. Für unsere Tagespflege „Kleines Weilchen“ wünsche ich, dass wir auch 2024 personell gut besetzt sind, die Zusammenarbeit mit den Angehörigen und Ärzten weiterhin so vortrefflich klappt, wie mit den Johannitern und der Volkssolidarität als Träger. Unser gemeinsames Ziel bleibt es, unsere Gäste an einem erfüllten Alltag teilhaben zu lassen, die Lebensqualität zu steigern und einer schleichenden Vereinsamung vorzubeugen. Das alles muss für die Betroffenen aber auch bezahlbar bleiben.
Großräschener: Junge Leute sollen wieder zum Handwerk finden
Christian Simmermeier, Großräschen: Wichtig ist, dass der Mittelstand auf Kurs kommt oder bleibt. Bezüglich des flächendeckenden Fachkräftemangels hoffe ich, dass wieder mehr junge Leute den Weg zum Handwerk finden und sich nicht scheuen, praktische Arbeiten auszuführen. Auch bei vermeintlich unscheinbaren Jobs besteht die Möglichkeit, Karriere zu machen. Trotz der angespannten Krise und den globalen Geschehnissen appelliere ich um besonnenes Handeln in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir sollten nicht Gefahr laufen, dass die aktuellen Begebenheiten unsere Gesellschaft lähmen oder gar spalten.
Martin Kotte, Ruhland: So traurig, wie es vielleicht klingt: Für 2024 wünsche ich mir, dass die Bundesregierung abtritt und Platz schafft für Abgeordnete, die die Interessen der Bürger vertreten. Es kann nicht sein, dass dem Volk immer mehr zugemutet wird, damit anderswo in der Welt Krieg geführt werden kann. Bei uns in Ruhland fehlt etwa das Geld, um zügig die Schulsporthalle zu sanieren. Rund 400 Kinder fahren jetzt regelmäßig zum Sport nach Schwarzheide. Dass die Leute aufgrund der gestiegenen Preise ihr Geld beisammen halten, verspüren auch wir Musiker. Festivals werden abgesagt, Konzerte nur noch spärlich besucht.
Senftenberger macht sich um die Rassegeflügelzucht Sorgen
Gisela Uhl, Grünewalde: Nach einer erfolgreichen Knie-OP möchte ich im Jahr 2024 zum gewohnten Rhythmus zurückfinden. Neben der pflegenden Unterstützung für meinen Mann Klaus benötige ich die Kräfte für anfallende Arbeiten im Haus und im Garten. Zuletzt ist doch einiges liegengeblieben. Und ich hoffe, wieder mehr Zeit für meine große Leidenschaft zu finden – die Zwergfledermäuse. Dabei geht es um das Beobachten von Wochenstuben der fliegenden Säugetiere, in die sie im Sommer Quartier beziehen und um das Ermitteln der Bestände. Die Zahlen melde ich dann an das zuständige Landesumweltamt.
Bernd Behnisch, Senftenberg: Es muss eine Lösung gefunden werden, wie es mit der Rassegeflügelzucht weitergehen soll, die es seit 1882 gibt. Die Auflagen für Züchter nehmen Auswüchse an, die sie nicht mehr lange durchhalten. Jüngstes Beispiel sind die Verordnungen aufgrund der wieder aufgetretenen Vogelgrippe. Bevor Rassegeflügel ausgestellt werden darf, müssen die Tiere einem Tierarzt vorgestellt werden, der Proben nimmt und diese ins Labor schickt. Die Unkosten tragen die Züchter. In einigen Nachbarstaaten gibt es bereits einen Impfstoff. Wir alle hoffen, dass dieser vielleicht schon 2024 in Deutschland zugelassen wird.
Schornsteinfegerin aus Senftenberg als Glücksbringerin
Sabine Littmann, Großräschen: Wichtig ist, dass die Freude an der täglichen Arbeit erhalten bleibt. Immerhin macht diese einen Großteil unseres Lebens aus. Keine Bedenken habe ich, dass sich der Teamgeist in unserer Tagespflege „Almaeck“ im kommenden Jahr fortsetzt. Wir hoffen, dass uns auch 2024 die Ideen nicht ausgehen und wir unseren Besuchern weiterhin mit abwechslungsreichen Momenten dienen und unterhalten können. Um die täglichen Treffen noch umfassender und informativer gestalten zu können, hoffen wir auf weiteren Zuwachs von Gästen, die uns aus ihrem Leben erzählen und unsere gemeinsamen Stunden bereichern.
Schornsteinfegerin Marisa Schiffer, Senftenberg: Trotz aller Sparzwänge soll es unseren Städten auch in Zukunft möglich sein, ihre öffentlichen Räume zu gestalten. Beim Blick von den Dächern fallen mir die grünen, bepflanzten Inseln sofort ins Auge. Für Leute, die in Innenstädten leben, sind das wichtige Rückzugsräume und Treffpunkte. Ein Dank allen fleißigen Menschen, die die Grünanlagen in Schuss halten und in der Adventszeit oftmals noch beim festlichen Dekorieren den Hut aufhaben. Auch im Namen meiner Oma Heidrun in Spremberg. Sollen sich auch alle Wünsche erfüllen, die mir als „Glücksbringerin“ herangetragen werden.





