Toter Hund bei Schipkau
: Tier an Baum angebunden - Polizei und Veterinäramt ermitteln

Ein Spaziergang im Wald bei Schipkau endet mit einer schrecklichen Entdeckung: Ein Hund wurde an einen Baum gekettet zurückgelassen. Für das Tier kam jede Hilfe zu spät. Wer steckt hinter der Tat?
Von
Jan Augustin,
Torsten Richter-Zippack
Senftenberg
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Gequälte Tiere in Brandenburg: Ob Hund, Katze oder Schwein, die Grausamkeit des Menschen kennt scheinbar keine Grenzen. Jährlich werden mehrere hundert Fälle von Tierquälerei gemeldet. Die Dunkelziffer ist allerdings höher. (Symbolbild)

Ein Mischlingshund guckt in einem Garten nach oben. (ILLUSTRATION zu dpa: "Bilder von Tierquälerei im Internet: Tierschützer fordern Strafen") +++ dpa-Bildfunk +++

In einem Waldstück zwischen Schipkau und Kostebrau ist ein angeleinter, toter Hund gefunden worden. Der Fund löst eine Welle des Zorns und der Trauer aus. (Symbolfoto)

Wolfgang Hoppe/dpa
  • In einem Wald bei Schipkau entdeckten Passanten einen toten, angeleinten Hund.
  • Die Polizei war am Sonntag, 22. März 2026, vor Ort und bestätigte den Vorfall.
  • Der Hund war nicht gechipt – die Ermittler suchen den Eigentümer und prüfen Tierquälerei.
  • Auch der Veterinärdienst klärt die Todesumstände, eine Anzeige lag zunächst nicht vor.
  • Auf Facebook reagieren viele Nutzer mit Trauer und Wut und teilen den Fall für Hinweise.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Bilder, die derzeit in den sozialen Netzwerken kursieren, sorgen für Entsetzen und Fassungslosigkeit in der Lausitz. In einem Waldstück zwischen Schipkau und Kostebrau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) haben Passanten einen toten Hund entdeckt.

Das Tier war an einen Baum angebunden. Die Umstände deuten darauf hin, dass der Vierbeiner dort qualvoll verendet ist.

Die Pressestelle der Polizeidirektion Süd in Cottbus bestätigt den Vorfall auf Nachfrage. „Wir haben den Fall geprüft“, sagt Polizeisprecher Christian Nüßler. Beamte waren demnach bereits am Sonntag, 22. März 2026, vor Ort.

Hund bei Schipkau war nicht gechipt, Polizei sucht Eigentümer

Die bisherigen Erkenntnisse werfen jedoch Fragen auf. Der Hund war nicht gechipt, was die Identifizierung erschwert. Dennoch laufen die Ermittlungen: „Wir sind aktuell dabei, den Eigentümer ausfindig zu machen“, so Nüßler weiter.

Obwohl der Polizei bisher keine offizielle Anzeige vorliegt, wird der Fall strafrechtlich relevant. Es steht der Tatbestand der Tierquälerei im Raum. Das Tierschutzgesetz sieht für das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund oder das Zufügen erheblicher Leiden Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor. Neben der Polizei ist auch der Veterinärdienst des Landkreises Oberspreewald-Lausitz in den Fall involviert, um die genauen Todesumstände zu klären.

Am Montag waren Mitarbeiter der Behörde vor Ort, um den Tierkörper zu sichern. Dieser befindet sich nach Angaben von Kreissprecherin Sarah Werner nunmehr im Landeslabor Berlin-Brandenburg. Dort werde eine Sektion durchgeführt, um die Todesursache sowie gegebenenfalls weitere amtlich relevante Feststellungen zu klären. „Alle Schritte werden sorgfältig dokumentiert“, sagt Werner.

Der Hund sei abgemagert gewesen. Das könnte auf Unter- oder Mangelernährung hindeuten. Eine endgültige Aussage zur Todesursache könne jedoch nicht durch die äußere Begutachtung getroffen werden. Diese müsse erst amtlich durch das Labor festgestellt werden. Mit dem Ergebnis sei voraussichtlich noch nicht in der laufenden Woche zu rechnen.

Grausiger Fund löst bei Facebook Welle von Zorn und Trauer aus

In den sozialen Medien, insbesondere auf Facebook, löst der Fund eine Welle des Zorns und der Trauer aus. In lokalen Gruppen fordern Nutzer Konsequenzen für den unbekannten Halter. „Mir fehlen die Worte für so viel Grausamkeit“, schreibt eine Nutzerin anonym. Ein anderer Kommentator fragt: „Wie kann man ein Lebewesen so hilflos sich selbst überlassen?“ Viele Nutzer teilen den Beitrag in der Hoffnung, Hinweise auf die Herkunft des Hundes zu liefern.

Erste Hinweise von Bürgern zu möglichen Umständen des Falls wurden dem OSL-Veterinäramt bereits gemeldet. Diese erfahren eine Prüfung. Weitere Hinweise sind per E-Mail an veterinaeramt@osl-online.de oder unter Telefon 03573 8704401 möglich. Der Behörde seien keine vergleichbaren Fälle in der jüngeren Vergangenheit bekannt. „Fälle von ausgesetzten Tieren sind glücklicherweise eher selten“, resümiert Sarah Werner.