Im Lausitzer Seenland dreht sich im neuen Jahr alles um die vier Tage vom 1. bis zum 4. Juni. Denn an jenem Wochenende soll das Jubiläum 50 Jahre Senftenberger See groß gefeiert werden, kündigt der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) an.
Der Anlass: Am 1. Juni 1973 war der erste Strand am Senftenberger See, in Großkoschen, eröffnet worden. Einer, der damals mit von der Partie war, ist Landrat Siegurd Heinze.
Dessen Vater, so berichtet der Meuroer, war für die Beschallung der Eröffnungsfeier am ersten Seestrand zuständig. „Mein damals achtjähriger Bruder und ich als Zwölfjähriger durften daher der Zeremonie beiwohnen“, erinnert sich Heinze.
Besonders in Erinnerung geblieben ist dem Verwaltungschef die Festbühne mit ihrem bunten Programm. Dies befand sich unterhalb des heutigen Besucherparkplatzes am Großkoschener Ortseingang aus Richtung Senftenberg.

Wie sich der Senftenberger See für den Landrat als Kind anfühlte

Rund 5.000 Menschen wollten die Freigabe des Senftenberger Sees miterleben. Während der Auftaktsaison 1973 sollen bereits eine halbe Million Gäste an der neuen Badewanne der Kohlehauptstadt der DDR gezählt worden sein. Siegurd Heinze erinnert sich ein halbes Jahrhundert später, dass sich für ihn die geflutete Grube des Tagebaus Niemtsch wie ein Meer anfühlte. Kurios: Sein Amtssitz im Landratsamt befindet sich nur einen Steinwurf vom Senftenberger See entfernt. Ach ja: Den feierlichen Banddurchschnitt zur Eröffnung des Strandes Großkoschen nahm am 1. Juni 1973 Horst Scholz, der erste Sekretär der SED-Kreisleitung Senftenberg, vor.
Heute gilt das Gewässer mit seinen 750.000 Übernachtungen pro Jahr als der Familienbadesee im Lausitzer Seenland. Die meisten Übernachtungsgäste sind Stammgäste, die schon seit vielen Jahren beziehungsweise Jahrzehnten der Region die Treue halten.

Eine Inselrutschung und zwei Stadthäfen

Neben dem Senftenberger See stehen anno 2023 erstaunlich viele weitere Seenland-Jubiläen an. Fünf Jahre sind seit der Rutschung an der Insel im Senftenberger See vergangen. Nach dem Ereignis vom 13. September 2018 war das Gewässer komplett gesperrt worden. Inzwischen hat die geotechnische Sicherung des Eilandes begonnen, die sich aber noch über Jahrzehnte hinziehen wird, sagt Bergbausanierer LMBV.
Genau ein Jahrzehnt ist es her, dass der Senftenberger Stadthafen eröffnet wurde. Das war am 23. April 2013. Im selben Jahr begann übrigens der Bau des Hafens Großräschen am Großräschener See. Dieser wurde im Mai 2019 in Betrieb genommen. Am 1. Juni 2013, vor zehn Jahren, durften erstmals Boote den 1050 Meter langen Koschener Kanal passieren. Dieser verbindet den Senftenberger mit dem Geierswalder See. Seitdem ist im Seenland kanalmäßig nicht mehr allzu viel passiert. Lediglich der Barbarakanal zwischen Geierswalder und Partwitzer See ist seit Oktober 2019 freigegeben worden.
Seit anderthalb Jahrzehnten gibt es den Aussichtsturm Rostiger Nagel in Senftenberg. Er war am 23. Oktober 2008 eröffnet worden.
Seit anderthalb Jahrzehnten gibt es den Aussichtsturm Rostiger Nagel in Senftenberg. Er war am 23. Oktober 2008 eröffnet worden.
© Foto: Torsten Richter-Zippack
Vor 15 Jahren, am 23. Oktober 2008, erfolgte der Banddurchschnitt für die Landmarke am Sedlitzer See. Im Volksmund hat sich längst der Name „Rostiger Nagel“ für den 30 Meter hohen Aussichtsturm aus Cortenstahl eingebürgert.

Die Stadt Lauchhammer wird 70 Jahre

Auch in Lauchhammer gibt es 2023 einiges zu feiern. Vor 70 Jahren erhielt die damalige Großgemeinde das Stadtrecht. Erster Bürgermeister war Max Baer. Zudem gibt es das Kunstgussmuseum seit 30 Jahren.
Das Kunstgussmuseum in Lauchhammer wird 30 Jahre. Es platzt aus allen Nähten und soll erweitert werden.
Das Kunstgussmuseum in Lauchhammer wird 30 Jahre. Es platzt aus allen Nähten und soll erweitert werden.
© Foto: Rita Seyfert
Im Juli 2023 werden anderthalb Jahrzehnte vergangen sein, seit die Biotürme auf dem früheren Kokereigelände in Lauchhammer-West für die Öffentlichkeit geöffnet wurden.
Vor 350 Jahren begann unweit des Dorfes Zschornegosda die industrielle Entwicklung der späteren Gemeinde Schwarzheide. Denn anno 1673 wurde die Pechhütte inmitten der Pommelheide ins Leben gerufen. Produziert wurden dort unter anderem Pech und Holzkohle hergestellt. Die Siedlung musste Ende der 1930er-Jahren dem Tagebau Friedländer weichen.

Autobahnjubiläum, Ersterwähnung und neue Kirche

85 Jahre ist es her, dass Ruhland an die Autobahn angeschlossen wurde. Ab 1938 war die Trasse bis Dresden befahrbar, ein Jahr später auch in Richtung Berlin.
Vor 785 Jahren wurde Ortrand erstmals urkundlich erwähnt. Der „Ort am Rand“ ist in einem Vergleich des Naumburger Bischofs mit dem Markgraf von Meißen, datiert auf den 26. November 1238, genannt worden.
In Großräschen jährt sich die Vollendung der evangelischen Stadtkirche zum 150. Mal. Sie war in den Jahren von 1871 bis 1873 östlich des Marktes errichtet worden. Der markante Turm kam allerdings erst im Jahr 1910 hinzu.

30 Jahre Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Am 5. Dezember 2023 wird sich die Entstehung des Landkreises Oberspreewald-Lausitz (OSL) zum 30. Mal jähren. Das 1223 Quadratkilometer große Verwaltungsgebilde setzt sich aus den Altkreisen Senftenberg und Calau zusammen. Es ist der flächenkleinste Kreis in Brandenburg. Das Besondere am OSL-Kreis ist, dass er das einzige Stück Brandenburger Oberlausitz enthält. Konkret handelt es sich um den Landstrich zwischen Schwarzer Elster und Pulsnitz. Ursprünglich gehörte dieses Gebiet zum alten Landkreis Hoyerswerda. Bislang regierten drei Landräte Oberspreewald-Lausitz. Der Amtsinhaber Siegurd Heinze (parteilos) befindet sich in seiner zweiten Wahlperiode, die noch bis zum Jahr 2026 andauert.