Landtagswahl 2024 Brandenburg: Viele neue Kandidaten, aber kaum Frauen in der Lausitz

Am 22. September 2024 wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt.
Markus Scholz/Monika Skolimowska/dpa/Collage: SchubertZweimal können die Brandenburger 2024 zur Wahl gehen. Derzeit richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Kommunal- und Europawahl Anfang Juni. Doch auch die Landtagswahl am 22. September wirft bereits ihre Schatten voraus. In fast allen Lausitzer Wahlkreisen haben zumindest die großen Parteien ihre Kandidaten bereits benannt. Viele neue Gesichter sind darunter, die sich erstmals um einen Platz im künftigen Landtag bewerben.
SPD, AfD oder CDU. Aus einer dieser drei Parteien werden sehr wahrscheinlich die Politiker kommen, die nach der Landtagswahl die Lausitz im Brandenburger Landtag vertreten werden. Denn in jedem Wahlkreis wird nur ein Direktkandidat gewählt.
Es gewinnt der, der die meisten Erststimmen der Wähler auf sich vereinigt. Bei den vergangenen Wahlen waren das in der Lausitz fast ausnahmslos Kandidaten der großen Parteien, auch wenn Überraschungen natürlich möglich sind.
Die meisten, die 2019, bei der letzten Landtagswahl, ihre Wahlkreise im Süden Brandenburgs gewonnen haben, treten diesmal wieder an. Es gibt aber auch sehr viele neue Gesichter, die sich erstmals um einen Platz im künftigen Landtag bewerben.
Viele junge Kandidaten zur Landtagswahl in Brandenburg 2024
Auffällig ist, dass es diesmal viele junge Kandidaten in den Lausitzer Wahlkreisen gibt. Ein Generationswechsel ist erkennbar. So schickt etwa die SPD in den zehn Lausitzer Wahlkreisen vier Kandidaten unter 30 Jahren ins Rennen. Bei der CDU sind es drei, bei der AfD einer.
Jüngster unter den Kandidaten der großen Parteien ist - mit Stand 21. April - Dominic Hake (23), der im nördlichen Teil des Elbe-Elster-Kreises die Nachfolge von Barbara Hackenschmidt antritt. Die hatte den Wahlkreis 36 bei der Wahl 2019 hauchdünn an die AfD verloren.
Besonders jung ist das Kandidatenfeld auch im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Hier stehen mit dem Ruhlander Martin Höntsch (SPD) und Lucas Magister (CDU) gleich zwei junge Gesichter zur Wahl.
Ganz anders hingegen das Bild im Forster und Gubener Wahlkreis 41. Hier beträgt das Durchschnittsalter der drei aussichtsreichsten Kandidaten 56 Jahre - und das auch nur, weil der Gubener Bürgermeister Fred Mahro seine Kandidatur zurückgezogen hat. Für ihn hat die CDU Susanne Seng (46) nachnominiert. Sie tritt an gegen den Ministerpräsidenten und Seriensieger im Wahlkreis 41, Dietmar Woidke (62) sowie Steffen Kubitzki (60) von der AfD.
Kaum Frauen bei der Landtagswahl 2024 in Brandenburg
Die Nominierung von Susanne Seng durch die CDU sorgt zugleich dafür, die sehr dürftige Frauenquote unter den Lausitzer Direktwahlkandidaten ein wenig zu verbessern. Gerade einmal vier Frauen werden von den großen Parteien in den zehn Lausitzer Wahlkreisen ins Rennen geschickt. Neben Susanne Seng sind das noch Nadine Graßmel (44) aus Luckau, die für die SPD im Wahlkreis 28 antritt und Laura Strohschneider (27), die für die CDU im Wahlkreis 39 kandidiert.
Hinzu kommt Dr. Adeline Abimnwi Awemo (44), die für die CDU im Cottbuser Wahlkreis 44 antritt. Die in Ghana geborene Bewerberin ist zugleich die einzige Kandidatin mit ausländischen Wurzeln in der Lausitz.
Die AfD hingegen tritt in der Lausitz als reiner Männerverein auf, als Verein alter weißer Männer. Heraus sticht lediglich Jean-Pascal Hohm in Cottbus mit seinen 26 Jahren. Er hat den Wahlkreis der einzigen Frau übernommen, die 2019 für die AfD im Süden Brandenburgs angetreten ist.
Landtagswahl in Brandenburg 2024: So sehen die Prognosen aus
Auch Grüne, Freie Wähler, die FDP und weitere Parteien haben Kandidaten für die Lausitzer Wahlkreise nominiert oder wollen das noch tun. Bis zum 5. August haben Parteien oder Einzelkandidaten Zeit, Wahlkreisvorschläge beim jeweiligen Kreiswahlleiter einzureichen. Anschließend werden die formal geprüft und zugelassen.
Anschriften der jeweiligen Wahlleiter und die nötigen Formulare finden sich unter anderem auf der Internetseite des Landeswahlleiters. Wer keiner Partei angehört, kann sich auch in einer Einzelbewerbung zur Landtagswahl aufstellen lassen. Dafür braucht man die Unterschrift von mindestens 100 Wahlberechtigten aus dem eigenen Wahlkreis.
Wer die Lausitzer Wahlkreise gewinnen wird, ist derzeit noch offen. 2019 war es in den meisten Fällen ein knappes Rennen. Mit Stand 8. April erwartet das Forschungsinstitut Wahlkreisprognose.de die AfD in allen Lausitzer Wahlkreisen vorn - auch wenn die Partei noch gar nicht überall einen Kandidaten aufgestellt hat.
Fünf Monate vor der Wahl ist die Prognose ohnehin noch unsicher. Die Kandidaten beginnen ja gerade erst mit dem Wahlkampf. Und zunächst haben ohnehin Kommunal- und Europawahl Vorrang.



