Hubschrauber in Senftenberg
: Warum die ADAC-Retter so oft abheben müssen

Zwei Hubschrauber, tausende Starts – und ein Standort, der alles überragt. Die Doppelstation des ADAC in Senftenberg knackte 2025 Rekordwerte. Welche Einsätze besonders häufig sind.
Von
Jan Augustin
Senftenberg
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Airbus Helicopters bringt neues Hubschraubermodell: ARCHIV - 29.04.2024, Brandenburg, Senftenberg: Der ADAC-Rettungshubschrauber «Christoph Brandenburg» vom Typ Airbus Helicopters EC 145 ist im Landeanflug auf die Station Senftenberg. Im Vordergrund steht der ADAC Rettungshubschrauber «Christoph 33». Der Hubschrauberhersteller bringt nun ein neues Modell auf den Markt. Der H140 soll ab 2028 zunächst als weitere Rettungsmaschine ausgeliefert werden. (zu dpa: «Airbus bietet neuen Helikopter für Luftretter an») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Rettungshubschrauber „Christoph Brandenburg“ ist im Landeanflug auf die Station Senftenberg. Im Vordergrund steht „Christoph 33“. Die Bilanz der beiden Hubschrauber des ADAC ist einzigartig in Brandenburg.

Patrick Pleul/dpa
  • Doppelstation Senftenberg: 2025 mit 2304 Einsätzen Spitzenreiter in Brandenburg.
  • „Christoph 33“ startete 1265-mal, „Christoph Brandenburg“ 1039-mal, 24/7 im Einsatz.
  • Einsatzgründe: Verletzungen nach Unfällen (31%), Herz (26%), Neuro (13%), Atemnot (8%).
  • Berlin/Brandenburg: 5673 Alarme; bundesweit 48.908. „Christoph 31“ 2430-mal, Konzession Ende 2025.
  • Senftenberg erreicht Lausitz schnell: 12 Min nach Cottbus, 20 Min überall; Wetter bremst ca. 10 Tage.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie starten, wenn jede Sekunde zählt. Wenn auf der B169 nichts mehr geht oder im abgelegenen Dorf der Herzschlag aussetzt, heben sie ab. Die aktuelle Bilanz der ADAC Luftrettung für das Jahr 2025 zeigt: Die Retter in der Lausitz sind unverzichtbar. Die Doppelstation in der Lausitz verzeichnete die meisten Starts in Brandenburg – und gehört zu den leistungsfähigsten Luftrettungsstandorten Deutschlands.

Der Rettungshubschrauber „Christoph 33“ startete demnach 1265-mal. Der Intensivtransporthubschrauber „Christoph Brandenburg“, der rund um die Uhr fliegt, wurde 1039-mal alarmiert. Zusammen kamen beide Maschinen auf 2304 Einsätze. Der Einsatzradius lag meist bei 50 bis 70 Kilometern.

Damit liegt Senftenberg vor der ADAC-Station Perleberg. Dort rückte „Christoph 39“ 939-mal aus. Insgesamt flogen die beiden Brandenburger Stationen 3243 Einsätze – leicht mehr als im Vorjahr (3219).

Verletzung nach Unfall ist häufigste Ursache für Rettungsflüge

In Berlin und Brandenburg wurden die ADAC-Hubschrauber zusammen 5673-mal alarmiert. Bundesweit kamen die fliegenden Gelben Engel auf 48.908 Einsätze. Häufigster Grund waren Verletzungen nach Unfällen (31 Prozent). Es folgten Herz-Kreislauf-Notfälle (26 Prozent), neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle (13 Prozent) sowie akute Atemnot oder Asthma (8 Prozent). Fast jeder zehnte Patient war ein Kind oder Jugendlicher.

Bundesweit führt 2025 noch einmal der Berliner Hubschrauber „Christoph 31“ die Statistik an. Er wurde 2430-mal alarmiert – rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2025 endete jedoch die ADAC-Konzession für die Berliner Station, der Betreiber wechselte.

Hubschrauber des ADAC aus Senftenberg wichtig für gesamte Lausitz

Für Senftenberg bleibt die Bedeutung der Luftrettung hoch. Die Hubschrauber erreichen viele Orte der Lausitz in kurzer Zeit – oft schneller als der Rettungswagen. Die Station Am Weinberg bleibt ein strategischer Ankerpunkt. Während ein Auto von Senftenberg nach Cottbus gut 40 Minuten benötigt, landet der Heli bereits nach zwölf Minuten am Universitätsklinikum. Für Patienten kann das entscheidend sein.

Pilot und Stationsleiter Holger Zahn betont immer wieder den Zeitvorteil. Innerhalb von 20 Minuten erreichen seine Crews jeden Ort in der Niederlausitz und dem Elbe-Elster-Land. Nur das Wetter setzt Grenzen: An etwa zehn Tagen im Jahr müssen die Maschinen am Boden bleiben, wenn Sturm oder Nebel einen sicheren Flug verhindern.

Wissenswertes zur ADAC-Luftrettung

Die gemeinnützige ADAC Luftrettung betreibt 60 Rettungshubschrauber an 37 Stationen und zählt zu den größten Luftrettungsorganisationen Europas. Seit der Gründung wurden mehr als 1,3 Millionen Einsätze geflogen.

Die Hubschrauber sind Teil des deutschen Rettungsdienstes und werden über die 112 alarmiert. Ziel ist schnelle Hilfe bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen.

Ergänzt wird die Arbeit durch Telenotarzt-Dienste, spezielle Trainingsprogramme und eine eigene Wartungsorganisation.

Das Unternehmen ist eine Tochter der ADAC Stiftung. Für die Ausbildung der Teams ist die ADAC HEMS Academy zuständig, während der ADAC Heliservice die Technik wartet.