Gedenken in Lauchhammer: Stele für getöteten Polizisten sorgt für bewegenden Moment

Auch wenn Kriminaloberkommissar Maximilian Stoppa im Dienst verstorben ist – er bleibt „einer von uns“, heißt es auf der Stele, die jetzt zu seinem Andenken in Lauchhammer enthüllt worden ist.
Silke Wentingmann-Kovarik- Gedenkstele in Lauchhammer erinnert an den vor einem Jahr getöteten Polizisten Maximilian Stoppa.
- Schweigeminute um 11.24 Uhr, exakt ein Jahr nach dem tödlichen Einsatz gegen Autodiebe.
- Der Beamte starb beim Versuch, ein Fluchtfahrzeug mit einem Nagelgurt zu stoppen.
- Mordprozess gegen den mutmaßlichen Täter beginnt am 14. Januar 2026 vor dem Landgericht Cottbus.
- Stele aus Sandstein steht am Unglücksort, finanziert von Sachsen und Brandenburg.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Schweigen um Punkt 11.24 Uhr. Genau zu jener Minute, in der vor einem Jahr ein Polizist bei einem Einsatz in Lauchhammer tödlich verletzt wurde, stehen Kollegen, Politiker und andere Anteilnehmende still. Genau ein Jahr danach, am Mittwoch, dem 7. Januar 2026, hat die sächsische Polizei in Lauchhammer eine Stele zu Ehren ihres getöteten Kollegen enthüllt.
An der Gedenkveranstaltung nahmen unter anderem der sächsische Polizeipräsident sowie die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg teil. Die Stele erinnert an den 32-jährigen Beamten Maximilian Stoppa, der beim Kampf gegen Autodiebe ums Leben kam.
Der Polizist war Mitglied einer gemeinsamen Fahndungsgruppe der Dresdner Polizei und der Bundespolizei. Der Einsatz in Lauchhammer war Teil einer länderübergreifenden Aktion gegen bandenmäßige Autodiebe – wie sie seit Jahren besonders im Grenzgebiet zwischen Sachsen, Brandenburg und Polen durchgeführt wird.
Im Rahmen des Einsatzes wollte Maximilian Stoppa in der Bockwitzer Straße in Lauchhammer-West einen Nagelgurt auf die Fahrbahn legen, um ein Fahrzeug zu stoppen. Dabei wurde er von einem Škoda Octavia erfasst und tödlich verletzt. Der Beamte starb noch am Einsatzort.
Gedenken vor Ort – Stele in Lauchhammer enthüllt
Die Stele aus sächsischem Sandstein steht in unmittelbarer Nähe des Ortes, an dem der Polizist ums Leben kam. Sie soll dauerhaft an den Einsatz und den Tod des Beamten erinnern. Nach der Enthüllung gedachten die Anwesenden mit einer Schweigeminute des getöteten Kollegen.

An dieser Stelle in Lauchhammer kam vor einem Jahr der sächsische Polizist Maximilian Stoppa im Dienst ums Leben. Eine Stele erinnert nun an den schrecklichen Vorfall.
Silke Wentingmann-KovarikAn der Veranstaltung haben sowohl der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke (SPD), als auch der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), teilgenommen. Weiterhin waren Brandenburgs Innenminister sowie der sächsische Staatsminister des Innern und zahlreiche Polizeipräsidenten zugegen.
Das Land Brandenburg sowie der Freistaat Sachsen haben den Gedenkstein finanziert. Der Vorschlag engagierter Bürger aus Lauchhammer, einen Ort des Erinnerns zu schaffen, ist gemeinsam umgesetzt worden. Ein ortsansässiger Steinmetz hat die Stele angefertigt und aufgestellt.
Der auffällige Gedenkstein steht nun an dem Ort, an dem Maximilian Stoppa vor genau einem Jahr sein Leben verloren hat. Künftig wird sich die Stadt Lauchhammer um die Pflege des Umfelds an der Bockwitzer Straße kümmern, wie Bürgermeister Mirko Buhr (parteilos) erklärt.
Polizeipräsident würdigt getöteten Maximilian Stoppa
Der sächsische Polizeipräsident Lutz Rodig würdigte den Beamten Maximilian Stoppa als einen Polizisten, der seinen Dienst mit hoher Professionalität und großem persönlichen Einsatz versehen habe. „Dieser Stein ist ein Zeichen dafür, dass sein Dienst an der Gesellschaft nicht vergessen wird und wir diejenigen nicht vergessen, die sich für unsere Sicherheit einsetzen“, betont er.
Was geschah am 7. Januar 2025? Nach bisherigen Erkenntnissen war der Škoda Octavia Teil einer mutmaßlichen Diebestour. Das Fahrzeug soll als sogenanntes Pilotfahrzeug gedient haben, um andere Täter vor Polizeikontrollen zu warnen. Im niedersächsischen Raum waren in den Wochen zuvor mehrere hochwertige Autos gestohlen worden.
In dem Škoda saßen mehrere Tatverdächtige, die nach dem tödlichen Zusammenstoß zunächst flüchteten. Sie konnten später jedoch festgenommen werden, nachdem sie sich auf einem ehemaligen Tagebaugelände festgefahren hatten. Ein weiterer Mann, der einen gestohlenen Jeep Grand Cherokee gefahren haben soll, wurde ebenfalls gefasst.
Mordprozess am Landgericht Cottbus – Mutter als Nebenklägerin
Die Ermittlungen übernahm die Staatsanwaltschaft Cottbus. Sie geht davon aus, dass der Polizist gezielt überfahren wurde, um eine bereits begangene Straftat – den Autodiebstahl – zu verdecken.

Mit einer Schweigeminute ist dem an dieser Stelle in Lauchhammer-West verstorbenen Polizeibeamten Maximilian Stoppa gedacht worden.
Silke Wentingmann-KovarikEine Woche nach der Gedenkveranstaltung wird der Fall auch juristisch erneut in den Fokus rücken. Am 14. Januar soll vor dem Landgericht Cottbus der Prozess gegen einen 27-jährigen Angeklagten beginnen. Ihm wird Mord zur Verdeckung einer Straftat vorgeworfen. Der Mann gilt als mutmaßlicher Fahrer des Škoda Octavia.
Zu den Vorwürfen hat er sich nach Angaben der Ermittler bislang nicht eingelassen. Über den genauen Ablauf der Tat und die strafrechtliche Bewertung wird nun die Erste Große Strafkammer des Gerichts zu entscheiden haben. Als Nebenklägerinnen hatten sich sowohl die Mutter als auch die Lebensgefährtin des getöteten Polizisten angekündigt.
