Polizist in Lauchhammer überfahren
: Spendenflut – auch Feuerwehr Ströbitz sammelt für Ex-Kameraden

Der Polizist, der in Lauchhammer im Einsatz stirbt, ist in Cottbus aufgewachsen. Die Feuerwehr Ströbitz startet Spendenaktion für ihren Ex-Kameraden.
Von
Silke Halpick
Cottbus
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Die Feuerwehr in Ströbitz sammelt Spenden für den in Lauchhammer getöteten Polizisten. Er ist in Cottbus aufgewachsen und war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Feuerwehr in Cottbus-Ströbitz sammelt Spenden für den in Lauchhammer getöteten Polizisten. Der 32-Jährige ist in Cottbus aufgewachsen und war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz.

Silke Halpick
  • Der in Lauchhammer getötete Polizist war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz.
  • Feuerwehr Ströbitz und Polizei Sachsen sammeln Spenden für seine Familie.
  • Bisher wurden über 170.000 Euro gesammelt (Stand: 11. Januar 2024).
  • Eine Gedenk- und Spenden-Ecke wurde in der Feuerwehr Ströbitz eingerichtet.
  • Ermittlungen gegen vier polnische Männer, Mordverdacht gegen Škoda-Fahrer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Tod des sächsischen Polizisten in Lauchhammer ist die Spendenbereitschaft für die Familie, die er hinterlässt, riesengroß. Auch die Feuerwehr in Ströbitz startet nun eine Aktion. Der 32-Jährige, der vermutlich von Autodieben überfahren wurde, ist in Cottbus aufgewachsen und war dort lange Zeit Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz.

„Ich kenne ihn, habe auch zahlreiche Einsätze mit ihm gefahren“, sagt Michael Möbes, stellvertretender Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz. „Er war immer dabei, egal, ob Schnee geschoben werden musste oder früh um 5 Uhr Hilfe gebraucht wurde“, erzählt Möbes. In Cottbus aufgewachsen, ist der Polizist aus beruflichen Gründen erst nach Berlin und später nach Sachsen gewechselt.

Polizei war lange Zeit Mitglied der Feuerwehr in Ströbitz

Die Nachricht vom Tod des 32-Jährigen, der eine Lebensgefährtin und eine Tochter hinterlässt, macht auch in Cottbus viele Menschen betroffen. Im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz ist eine Gedenk- und Spenden-Ecke für den Polizisten und Feuerwehrmann eingerichtet. Zu sehen ist auch ein Bild von ihm. „Das gespendete Geld wollen wir direkt der Familie übergeben“, kündigt Michael Möbes an.

Aktuell läuft auf der Internetplattform „Gofundme“ ebenfalls eine Spendenaktion für die Familie des getöteten Polizisten. Initiatoren sind die Kameraden der Feuerwehr Wilsdruff aus Sachsen. „Sein Tod ist ein großer Verlust, nicht nur für die Polizeidirektion Dresden, auch für jeden einzelnen Kameraden der Feuerwehr“, schreibt Spenden-Organisator Oli Schkade. Mehr als 170.000 Euro sind bereits zusammengekommen (Stand: 11. Januar 2024).

Unterdessen laufen die Ermittlungen gegen vier polnische Männer auf Hochtouren. Die Staatsanwaltschaft Cottbus geht von Mord aus. Beschuldigt wird der 37-jährige Fahrer eines Škoda Octavia, der den 32-jährigen Polizisten mit dem Auto erfasst haben soll. Er soll den Polizisten mit hoher Geschwindigkeit überfahren haben. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Spendenaktion des Unterstützungsvereins der Polizei Sachsen

Seit Donnerstag (9. Januar) gibt es auch einen Spendenaufruf des Unterstützungsvereins der Polizei Sachsen (UVP). Der Verein möchte Kolleginnen und Kollegen sowie auch Freunden die Möglichkeit einräumen, den Hinterbliebenen des in Lauchhammer verstorbenen Polizisten durch eine Spende zu helfen. Der Aufruf ist unter www.uvp-sachsen.de zu finden; da ist auch die Kontoverbindung hinterlegt, die für eine Überweisung genutzt werden kann.

Der UVP Sachsen ist ein Verein, der sich der Unterstützung von in Not geratenen Angehörigen der Polizei und ihren Hinterbliebenen verschrieben hat. Nicht selten sei die Arbeit der Polizeibeamten mit dem Einsatz ihrer Gesundheit verbunden. Doch während spektakuläre Ereignisse medial kurzzeitig Aufmerksamkeit erregen, würden die verletzten oder gar getöteten Polizistinnen und Polizisten sowie deren Angehörigen schnell vergessen. Dem will der Verein entgegenwirken und sagt von sich.

Der Verein versichert: Alle eingereichten Spenden werden zu 100 Prozent der Familie übergeben.