Die Coronakrise hat in OSL ganze Branchen zum Stillstand gebracht. Hunderte Anträge auf Kurzarbeit gehen seit März bei der Agentur für Arbeit Senftenberg ein. „Es gibt keine Branchen, die davon verschont geblieben sind“, bestätigt Bereichsleiter Thomas Krutz aus dem Geschäftsstellenverbund Oberspreewald-Lausitz der Agentur für Arbeit. Bisher war Kurzarbeit in seiner Zuständigkeit ein vereinzeltes Phänomen. Im März und April ist die Zahl aber quer durch alle Branchen explodiert.

Knapp 9000 Menschen in OSL in Kurzarbeit

936 Unternehmen haben in diesem Zeitraum Kurzarbeit angemeldet. Davon betroffen sind knapp 9000 Arbeitnehmer. In Vor-Corona-Zeiten hatten im Vergleichszeitraum des Vorjahres in Senftenberg nicht einmal drei Firmen Kurzarbeit angezeigt.
Zu den Spitzenreitern in der Kurzarbeit gehören auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz die Gastronomie und die Hotellerie. Dienstleister wie Friseure und Kosmetikerinnen konnten inzwischen ihre Kurzarbeit wieder beenden. Die meisten Anträge stammen von Betrieben, in denen weniger als 100 Menschen beschäftigt sind. „Es hat so gut wie alle Branchen mit voller Wucht getroffen. Vom Fliesenleger und Fitnesstrainer, über die Reinigungsfirma, Kfz-Werkstätten bis zum Schulessen-Caterer. Dieses Ausmaß gab es noch nie“, erklärt Bereichsleiter Krutz.

Kurzarbeitergeld soll im Folgemonat fließen

Das Personal der Arbeitsagenturen sei deshalb in ganz Brandenburg massiv verstärkt worden. „Wir setzen alles daran, eine zügige Auszahlung der Gelder zu realisieren. Das hat im Moment oberste Priorität", sagt Thomas Krutz. Ziel ist es, das beantragte Kurzarbeitergeld im Folgemonat auszuzahlen.
Das Team Kurzarbeit musste in der Geschäftsstelle Senftenberg binnen weniger Tage aufgebaut werden. 14 Arbeitsvermittler aus dem Arbeitgeberservice stehen jetzt nach hausinternen Schulungen an vorderster Kurzarbeitergeld-Front.

Kurzarbeit: An der Hotline glühen in Senftenberg die Drähte

Die Spitze bei den Kurzarbeit-Anzeigen ist in Senftenberg im Monat März verzeichnet worden. Im April war das Abarbeiten der Anträge auf Erstattung der Schwerpunkt. „Der Beratungsbedarf für die in Bedrängnis gekommenen Arbeitgeber ist extrem hoch“, bestätigt Teamleiterin Heike Kuhl. Nur rund zehn Prozent der von den Betrieben eingereichten Anträge sei abgabereif. „Je sorgfältiger die Anträge aber ausgefüllt sind, umso schneller wird das Kurzarbeitergeld ausgezahlt“, erklärt Heike Kuhl.

Coronakrise: Erste Jobs gehen in Senftenberg verloren

Corona hat rund um Senftenberg auch Auswirkungen auf neue Jobs. Im März wurden noch 222 neue Arbeitsstellen gemeldet. Im April haben die Betriebe nur noch 92 neue Jobs in den Vermittlungsauftrag gegeben.
Bereichsleiter Krutz fürchtet, dass in der Krise auch Jobs verloren gehen. Als ein erstens Anzeichen dafür wertet er die leicht gestiegene Zahl der Arbeitslosen rund um Senftenberg. 3352 Menschen zwischen Ortrand und Lübbenau sind arbeitslos - das sind 220 Menschen mehr als im März des Vorjahres (plus sieben Prozent).
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