Im Jahr 1852 haben Ortrander eine Chronik des Ortrander Pfarrers Christian Heinrich Schreyer über das Pulsnitzstädtchen veröffentlicht. Nur wenige gedruckte Exemplare haben sich erhalten. Eines befindet sich in der Sonderausstellung im Stadtgeschichts- und Schradenmuseum des Heimatvereins 1912 für Ortrand und Umgebung. Das ist eigentlich schon eine kleine Sensation. Aber es geht noch spektakulärer. Denn Nachfahren des Pfarrers Schreyer haben dem örtlichen Heimatverein das handgeschriebene Tagebuch des Kirchenmannes übergeben.

Schreyer-Tagebuch soll an die Öffentlichkeit

„Das ist eine wahre Fundgrube für uns. Extrem spannend zu lesen“, resümiert Vereinsvorsitzender Danny Duismann. „Denn das über 800-seitige Werk enthält ganz detaillierte Angaben zu Hochzeiten, Sterbefällen, extremen Wettererscheinungen, Krankheiten und vielem mehr.“ Derzeit wird das Tagebuch gerade abgeschrieben, um es einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die gedruckte Schreyersche Chronik ist bereits auf der Internetseite des Ortrander Heimatvereins zu finden. Das Werk gliedert sich in die eigentliche Chronik, in die Beschreibung des Stadtbrandes im Jahr 1707 und in die Historie der Barbarakirche.

Ortrander Heimatverein plant zwei Ausstellungen zum Schreyer-Jubiläum

Doch Danny Duismann und sein Heimatverein haben noch mehr vor. „Im Jahr 2023 jährt sich Schreyers Todestag zum 200. Mal. Aus diesem Grund werden zwei Ausstellungen geplant, eine in Ortrand, eine in Dresden.“ In der sächsischen Landeshauptstadt hatte Schreyer im Jahr 1751 das Licht der Welt erblickt. Er erwarb sich einen Namen als Komponist verschiedener Kirchenmusiken. Etwa 40 Werke umfasst sein Portfolio. In Ortrand lebte Schreyer seit dem Jahr 1801. An der dortigen Jakobskirche befindet sich seine Begräbnisstätte.
Neben der Ortrander Stadtchronik präsentiert das Stadtgeschichts- und Schradenmuseum derzeit in einer Sonderausstellung auch alte Fotoalben aus der Zeit von 1939/1940, unter anderem mit Aufnahmen vom Autobahnbau und vom Badepavillon am Sempelsteich bei Kroppen. Darüber hinaus werden uralte Innungsladen samt Inhalten, beispielsweise Bücher, Lehrlingsrollen, Statuten und Bargeld, gezeigt. Ebenso können die Besucher einen Blick auf die ältesten Darstellungen von Ortrand und seiner Bürger werfen. Das Museum im Haus der Vereine am Kirchplatz ist montags von 17 bis 19 Uhr geöffnet.