Von Catrin Würz

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) plant in diesem Jahr weitere umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Herzen des entstehenden Seengebietes. Schwerpunkt werden dabei der Großräschener und der Sedlitzer See sein. Darüber informierte LMBV-Planungsreferentin Corinna Hampe kürzlich vor dem Arbeitskreis Meuro/Seengebiet des Braunkohlenausschusses Brandenburg.

Gleich an mehreren Uferbereichen sind am Großräschener See Arbeiten geplant, die das Gewässer weiter sichern und für die touristische Nutzung erschließen sollen. So werde die Konditionierung des Sees fortgesetzt – also die Verbesserung der Wassergüte durch Bekalkung durch das LMBV-eigene Gewässerbehandlungsschiff. Ab August dieses Jahres planen die Bergbausanierer zudem die abschließende Sicherung der Westböschung – an dem der Seestadt Großräschen gegenüberliegenden Ufer.  Dort sind im Verlaufe der vergangenen Jahre tiefe Erosionsrinnen entstanden. „Wir beginnen mit der Massenumlagerung zur Böschungsabflachung und zum Auffüllen der Erosionsrinnen“, kündigt Planungsreferentin Corinna Hampe an. Die Arbeiten werden bis Mitte 2020 andauern, es werden dafür rund 190 000 Kubikmeter Erdmassen bewegt.

Für rund 170 Filterbrunnen, die sich am Nordufer des Großräschener Sees befinden, steht ab voraussichtlich September die „Verwahrung“ und Sicherung an. Diese „Restberäumung“ der für den Grubenbetrieb notwendigen Brunnen wird ebenfalls mehr als ein Jahr andauern.

Am meisten herbeigesehnt von den Großräschenern wird aber sicherlich, dass es am geplanten Stadtstrand vorangeht. Dafür sollen ab August entscheidende Arbeiten gestartet werden, kündigt Hampe an. Bis Mai 2020 soll auf dem als Seestrand geplanten Areal am Nordufer eine Stützmauer errichtet werden, der Strand mit 18 500 Kubikmetern feinem Sand aufgefüllt werden und alle Wege, Strandzugänge und entsprechende Parkplätze gebaut werden. Laut den von der LMBV angepeilten Terminen dauern diese Arbeiten bis Mai 2020.

Gleich ein ganzes Paket an Baumaßnahmen ist ab April am Nordufer des Sedlitzer Sees geplant. Im Uferbereich vor Lieske steht noch die Böschungsendgestaltung aus. Dort sollen künftig Molen und eine günstigere Wellenausgleichsneigung für einen gesicherten Uferbereich sorgen. Am Liesker Ufer soll zudem ein Strand angelegt werden, samt Sliprampe für Boote und Schiffsanleger für die Fahrgastschifffahrt. Weiter nördlich wird im Uferbereich des künftigen maritimen Gewerbegebietes „Nordufer Sedlitzer See“ der neue Sanierungsstützpunkt der LMBV entstehen. Diese Anlage mit Betriebsgebäude und Wartungshalle soll sozusagen der neue „Heimat­hafen“ für das Gewässerbehandlungsschiff „Klara“ werden. Am Seeufer werden dafür eine 300 Meter lange Kaimauer, Schwimmstege und Wellenbrecher gebaut. Teil der Anlage wird auch eine öffentliche Einlassstelle für Boote sein.

Ab Mitte dieses Jahres will die LMBV zudem mit Sanierungsarbeiten an der Südböschung des Sedlitzer Sees beginnen. auch hier muss die Böschung abschließend modelliert werden. Eingeschlossen ist darin die Verwahrung und Sicherung unterirdischer Hohlräume.

Im sächsischen Teil des Seengebietes liegt der Fokus der LMBV in diesem Jahr auf dem Geierswalder See. Hier wird an zwei Stellen zugleich jeweils nach der Saison im Spätherbst mit Sicherungsarbeiten für Böschungen begonnen. Zum einen ist die sogenannte Südböschung am Strandbereich von Geierswalde betroffen. Hier werden Molen aus Wasserbausteinen in die Uferzone sowie Holzbuhnen im Strandbereich eingebracht. Zum anderen muss auch an einer Böschung nahe dem Segelhafen am Leuchtturm nachgebessert werden. Im südlichen Uferbereich bei „Grill & Chill“ wird voraussichtlich ab November 2019 ebenfalls im Unter-Wasser-Bereich die Böschungsneigung mit Wasserbausteinen neu gestaltet. Beide Maßnahmen sollen laut Plan der LMBV bis zum Saisonstart 2020 wieder beendet sein.

In direkter Nachbarschaft entsteht fast gleichzeitig der neue Wasserwanderrastplatz des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen – mit Caravan- und Campingplätzen, Landliegeplätzen für Boote und einem Gebäude, das sanitäre Anlagen und Räume für die Wasserschutzpolizei beherbergt. „Die Baugenehmigung steht noch aus. Aber wir sind optimistisch, dass im Herbst der Baustart erfolgen kann“, sagt Corinna Hampe.