Eine Fahrt auf der B169 von der Autobahnabfahrt Ruhland nach Elsterwerda kann durchaus anstrengend sein. Die Trasse ist stark befahren, es gibt viele Kreuzungen und Abzweige. Hinzu kommen mehrere Allee-Abschnitte, beispielsweise zwischen Lauchhammer-West und Plessa. Dort steigt bei manchen Fahrern der Blutdruck, weil trotz schnurgerader Strecke nur Tempo 70 erlaubt ist. Ursache sind die dicht an der Fahrbahn stehenden Bäume, meist Eichen und die fehlenden Leitplanken. Öfter ist dort die Polizei mit ihrem Blitzer zugange.
Allerdings sorgt ein Teil dieser Allee derzeit für Freude bei vielen Passanten. Warum? Weil die allermeisten der dort wachsenden Bäume wieder komplett grün sind. Eigentlich sollte das Mitte August der Normalzustand sein, doch wer die Strecke kennt, weiß, dass dies in den vergangenen Jahren alles andere als selbstverständlich war. Rund 90 Bäume, so hat der Landesbetrieb Straßenwesen gezählt, wurden über mehrere Vegetationsperioden von Massen von Goldafter befallen. Dabei handelt es sich um gefräßige Raupen, die sich später in Schmetterlinge verwandeln.

Sommer 2023: Grüne statt kahle Eichen

In den Sommermonaten 2021 und 2022 standen die Bäume wie im Winter kahlgefressen an den Straßenrändern. Und 2023? Präsentieren sich die Gehölze in sattem Grün. Tatsächlich haben die Baumwarte des Landesbetriebes bisher nur einzelne Schädlinge ausmachen können, sagt Behördensprecher Steffen Streu. Das Blattwerk, so Streu weiter, sei bedeutend geringer geschädigt als in den Vorjahren. „Deshalb besteht für uns kein Handlungsbedarf“, sagt der Sprecher.

Behörde: Bäume sind verkehrssicher

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Behörde Baumfällungen kategorisch ausgeschlossen. Schließlich sei bekannt, dass sich die Gehölze oft wieder erholen. Darüber hinaus würden sie als verkehrssicher eingestuft. Soll heißen, kein Autofahrer müsse damit rechnen, dass plötzlich starke Äste abbrechen und auf die Fahrbahn fallen. Hinzu komme, dass es in dem Bereich zwischen der Ampelkreuzung Lauchhammer-West und dem Schraden-Abzweig keinen straßenbegleitenden Radweg gibt und kaum Grundstückszufahrten.
Allerdings könne nicht prognostiziert werden, wie sich die klimatischen Einflüsse und der Schädlingsbefall weiter entwickeln. Deshalb behalte der Landesbetrieb die entsprechenden Bäume an der B169 fest im Auge.