Maskenpflicht für alle Schüler und Wechselunterricht, eingeschränktes Besucherrecht in Pflegeheimen und Alkoholverbot in der Öffentlichkeit: Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz zieht im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Zügel an.
Ab Montag, 7. Dezember, gelten landkreisweit verschärfte Regeln, die über die Eindämmungsverordnung des Landes hinausgehen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro. Das hat Landkreissprecherin Sarah Werner am Donnerstag mitgeteilt.

Oberspreewald-Lausitz ist der Corona-Hotspot in Brandenburg

Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Oberspreewald-Lausitz (OSL) ist der Corona-Hotsport in Brandenburg. Nur die Landkreise Bautzen und Görlitz kämpfen mit noch höheren Zahlen. Allein seit Mittwoch, 2. Dezember, wurden 76 neue Infektionen in OSL registriert.
Die 7-Tages-Inzidenz hat sich auf 331,9 erhöht. Aktuell sind in Oberspreewald-Lausitz 661 Personen nachweislich infiziert. Im Klinikum Niederlausitz werden momentan etwa 50 Covid-19-Patienten behandelt. „Die Lage bleibt trotz getroffener umfangreicher Maßnahmen angespannt“, betont Sarah Werner. Seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr sind nunmehr 26 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu verzeichnen.
Die neue Allgemeinverfügung des Kreises gilt bis zum 20. Dezember. Eine Verlängerung oder gar Verschärfung der Maßnahmen sei abhängig von der Entwicklung der Inzidenz in den kommenden zwei Wochen.
Das Land habe derweil eine einheitliche Hotspot-Strategie des Landes für Landkreise und kreisfreie Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz größer 200 in Aussicht gestellt, die konkrete Empfehlungen für Zusatzmaßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens zum Inhalt haben soll.

OSL-Landrat Heinze warnt vor Kollaps

„Oberspreewald-Lausitz bleibt der Landkreis im Land Brandenburg mit den meisten Neuinfektionen, die Lage in der Gesundheitsversorgung ist äußerst angespannt, unser Krankenhaus kommt trotz Aufstockung der Intensivbetten an seine Kapazitätsgrenze. Wir müssen handeln, sonst kollabiert das Gesundheitswesen und damit gegebenenfalls das öffentliche Leben“, sagt Landrat Siegurd Heinze (parteilos).
Er appelliert an die Bürger, sich an die Bestimmungen der Allgemeinverfügung sowie an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten: „Schützen Sie sich und andere, bewahren Sie sich Ihre Gesundheit.“
Die ab 7. Dezember im Oberspreewald-Lausitz geltenden Maßnahmen im Überblick:
Maßnahmen im Schulbetrieb:
Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 1, Lehrkräfte, sonstiges Personal sowie Besucher von Schulen jeden Bildungsganges, das heißt allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, Förderschulen und Schulen des zweiten Bildungswegs in öffentlicher und freier Trägerschaft, sind verpflichtet, in Schulgebäuden und in Horteinrichtungen eine Mund-Nasen-Bedeckung gem. Paragraf 2, 2.SARS-CoV-2-EindV zu tragen. Dies gilt nicht im Außenbereich (insbesondere auf dem Schulhof), soweit der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten wird.

Senftenberg

Wechselunterricht an Gymnasien und Berufsschulen in OSL

Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen, berufsbildenden Schulen und Schulen mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ sind in kleinere Lerngruppen aufzuteilen und in einem rollierenden Unterrichtssystem, das heißt im Wechsel von Präsenzunterricht und Distanzunterricht, zu unterrichten. Der Sportunterricht ist untersagt. Das rollierende Unterrichtssystem ist so zu gestalten, dass eine effiziente Unterbrechung von Infektionsketten sichergestellt ist, insbesondere durch Halbierung der Klassenstärken bei gleichbleibenden Personenkreisen.
Der Präsenzunterricht der Volkshochschule und der Musikschulen in öffentlicher und privater Trägerschaft ist untersagt. Die Unterrichtserteilung mittels Distanzunterricht, soweit möglich, ist erlaubt. Entsprechendes gilt für Bildungsdienstleister im Bereich der beruflichen Bildung und überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen sowie vergleichbare Angebote.
Der Unterrichtsbetrieb an Schulen, in denen Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und Schülerinnen und Schüler mit Schwerstmehrfachbehinderungen beschult werden, bleibt unberührt.

Senftenberg

Ein Besucher und eine Stunde je Bewohner im Pflegeheim in OSL

Einschränkung des Besuchsrechtes in Pflegeheimen:
In stationären Einrichtungen zur Pflege ist vorbehaltlich weitergehender Beschränkungen im Einzelfall höchstens ein Besucher je Patient oder Bewohner täglich für maximal eine Stunde zulässig.
Bestattungen:
Bestattungen dürfen nur im engsten Familienkreis stattfinden, wobei auch bei Bestattungen unter freiem Himmel die Anzahl der Beteiligten 25 Personen nicht überschreiten darf.

Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Oberspreewald-Lausitz

Alkoholverbot in der Öffentlichkeit:
Die Abgabe und der Konsum von alkoholhaltigen Getränken ist ganztägig außerhalb von Läden und Geschäften im Bereich von Fußgängerzonen und verkehrsberuhigten Bereichen sowie auf öffentlichen Parkplätzen und Parkplätzen vor Einkaufszentren, Geschäften und Läden, in Parkhäusern, Parkgaragen, auf Parkdecks, auf Spiel- und Sportplätzen und in öffentlich zugänglichen Parkanlagen untersagt.
Geltung weiterer Vorschriften:
Im Übrigen gelten die Regelungen der 2. SARS-CoV-2-EindV, soweit die in dieser Allgemeinverfügung getroffenen Anordnungen keine darüberhinausgehenden Einschränkungen enthalten.
Ordnungswidrigkeit:
Verstöße gegen die in Ziffer 1 bis 4 dieser Allgemeinverfügung getroffenen Anordnungen können mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden.
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