A13 bei Thiendorf: Ladepark für E-Autos eröffnet - trotz Raupengift und Tunnelbau

Zwischen Dresden und Ortrand ist ein neuer Schnellladeparks direkt an der A13 in Betreib genommen worden.
Silke Wentingmann-Kovarik- Neuer Schnellladepark an der A13 bei Thiendorf in Betrieb, je Richtung sechs Ladepunkte.
- Betreiber ist TotalEnergies Charging Solutions Deutschland – Start am 9. September.
- Jede Säule liefert bis zu 400 kW, Bezahlen mit gängigen Ladekarten sowie Debit- und Kreditkarten.
- 120 Meter langer Tunnel unter der A13 verlegt, Bau verzögerte sich um drei Monate.
- Arbeiten erschwerten Brennhaare der Goldafterraupe, beide Standorte Teil des Deutschlandnetzes.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 68.930 reine Elektroautos sind im August in Deutschland neu zugelassen worden. Mit einem Anteil von 32,4 Prozent lagen die E-Autos damit erstmals an der Spitze der Antriebsarten. Das geht aus der aktuellen Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor, die der ADAC ausgewertet hat.
Doch mit mehr Elektroautos wächst auch die Frage: Wo können sie auf längeren Strecken schnell wieder Strom laden?
Eine Antwort darauf gibt es jetzt an der Bundesautobahn A13, nur sieben Kilometer hinter der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen. An den unbewirtschafteten Rastanlagen Wiesenholz Ost und West sind zwei Schnellladeparks entstanden. Die Anlagen werden von TotalEnergies Charging Solutions Deutschland betrieben und sind am 9. September offiziell in Betrieb genommen worden.
Nutzer der entsprechenden Lade-App des Betreibers wissen es schon eine gute Woche zuvor: Die Säulen links und rechts der A13 sind bereits in Betrieb. Jeder Anschluss stellt bis zu 400 kW zur Verfügung. Theoretisch reicht das, um einen Mittelklassewagen binnen zehn Minuten mit Strom für 300 bis 500 Kilometer (je nach Verbrauch) zu laden. Das Bezahlsystem unterstützt alle gängigen Ladekarten sowie Debit- und Kreditkarten.
120 Meter langer Tunnel unter der A13 gebohrt
Teilen sich zwei Fahrzeuge eine Säule, kann jedes von ihnen immer noch mit mindestens 200 kW geladen werden, erklärt zum offiziellen Termin Ulf Kaulbarsch, Projektleiter der Autobahn GmbH, Niederlassung Ost. Hinter ihm, seinem Team und dem Partner Total liegt ein Bauvorhaben, dessen Fertigstellung nun mit etwas Verzug vermeldet werden kann. Gegenüber diesem Nachrichtenportal spricht Kaulbarsch von drei Monaten.
Bestätigen kann das Andreas Hartge. Der Projektingenieur der Autobahn GmbH für die Region Sachsen hat das Vorhaben von Beginn an begleitet. Vorarbeiten hätten bereits Mitte 2025 begonnen, doch der Winter habe die Tiefbauarbeiten für die Standfläche der jeweils drei Ladesäulen zum Stillstand gebracht. Im März hatte der Erdbau endlich starten können.

Ulf Kaulbarsch, Projektleiter der Autobahn GmbH, bei der Eröffnung des Schnellladeparks an der Raststätte Wiesenholz West bei Thiendorf, neben einer Ladesäule.
Silke Wentingmann-KovarikZwei weitere Besonderheiten sind dem Ingenieur im Gedächtnis geblieben: einerseits die Herausforderung der Stromversorgung beider Anlagen. Für die erforderlichen Kabel an Wiesenholz-West musste von der Raststätte Ost aus unter der A13 ein 120 Meter langer Tunnel gebohrt werden. Und dann die haarige Angelegenheit, die zum echten Arbeitsschutzrisiko wurde. Naheliegende Gehölze der Rastplätze waren von der Goldafterraupe befallen. Rötungen, Quaddeln auf der Haut, geschwollene Augen oder gar Reizungen der Atemwege können die Folgen eines Kontakts mit den feinen Brennhaaren des Tieres sein.
Neuer Schnellladepark bietet pro Fahrtrichtung sechs Ladepunkte
Umso mehr freut es die Fachmänner, dass bereits die großen Wegweiser auf der Autobahn A13 in beiden Fahrtrichtungen auf die neue Möglichkeit des Ladestopps für E-Autos nahe Dresden hinweisen.
Beide Standorte sind Teil des Deutschlandnetzes. Bundesweit sollen mehr als 1000 Standorte mit insgesamt rund 9000 Schnellladepunkten entstehen. 200 dieser Standorte liegen – wie nahe der Anschlusstelle Thiendorf – direkt an unbewirtschafteten Autobahnrastanlagen. In der näheren Umgebung entstehen zwei weitere Schnellladeparks: an der A15 an der Raststätte Eichower Fließ und an der A17, Raststätte Am Nöthnitzzgrund Ost/West.
Ziel ist ein flächendeckendes Netz, bei dem Schnellladesäulen auch auf längeren Autobahnstrecken ohne große Umwege erreichbar sind.

