Oktoberfest im Spreewald: Auf der Slawenburg Raddusch heißt es zum ersten Mal „O’zapft is!“

Blau-weiß strahlt der Himmel nicht nur in Bayern, sondern hoffentlich auch am Wochenende in Raddusch bei Vetschau. Dann gibt es die erste Ausgabe der „Slawenwiesn“, bei der auch das eigens gebraute Slawenburg-Bier verkostet wird. (Archivfoto)
Patrick Pleul/dpaKnapp einen Monat ist es her, als Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) symbolisch den Schlüssel für die Slawenburg Raddusch an David Chmelík, Gründer und Präsident der Brüsseler Stiftung Slavonic Europe, überreichte. Der Betreiberwechsel war vollzogen. Jetzt feiert der neue Burgherr seinen Einstand – und lädt zur „Slawenwiesn“ in die Wallanlage ein.
Das erste Event unter neuer Federführung findet am 13. und 14. September 2024 statt. Neben Live-Musik und Deftigem vom Grill wird auch ein eigens für den Ort gebrautes Bier ausgeschenkt.
Ab Freitag wird das neue Slawenburg-Bier verkostet
Wie auch auf der Münchner Wiesn wird mit dem Anstich des ersten Fasses das Fest eröffnet. Am Freitag (13. September) heißt es dann um 17 Uhr zum ersten Mal auf der Slawenburg „O’zapft is!“. Anschließend darf das neue Slawenburg-Bier mit dem Namen „Łužyske piwo – W znamjenju grodu“ („Lausitzer Bier – im Namen der Burg“) verkostet werden.
Ab 20 Uhr bis spät in die Nacht sorgt dann Musiker Michael Mattusch mit seiner Cottbuser Kult-Coverband „nAund“ für ausgelassene Partystimmung und jede Menge Mitsing-Momente.
Ticket für zwei Tage „Slawenwiesn“ kostet zehn Euro
Weiter geht es am Samstag (14. September) ab 11 Uhr mit dem Frühschoppen, zünftig untermalt vom tschechischen Blasorchester „Křídlovanka“. Das Slawenwiesn-Ticket zum Preis von zehn Euro berechtigt zum Eintritt an beiden Tagen.
„Alle aus Brandenburg und den benachbarten Regionen und angrenzenden Ländern einschließlich Polens und der Tschechischen Republik sind eingeladen, unser erstes Event, die ‚Slawenwiesn‘ 2024, mitzuerleben“, sagt der neue Slawenburg-Betreiber David Chmelík.

Betreiberübergabe der Slawenburg Raddusch an David Chmelík durch den Bürgermeister von Vetschau, Bengt Kanzler, am 15. August 2024
Gordon WeltersDass er Großes mit dem regionalen Wahrzeichen vorhat, machte Chmelík bereits mehrfach deutlich. So soll die Burg zu einem internationalen Treffpunkt für slawische Völker und Kulturen ausgebaut werden. Neben slawischen Musikfestivals, Gastronomieveranstaltungen, Advents- und Weihnachtsmärkten sind auch grenzüberschreitende Jugendtreffen „aus allen demokratischen und freiheitlichen slawischen Ländern und Kulturen“ geplant, wie Slavonic Europe erklärt.
Auch der Forschung und Wissenschaft wolle man sich von hier aus widmen, außerdem soll es neue museumspädagogische Angebote geben.
Mittelalterlager findet am ersten Oktoberwochenende statt
Auch das rund zehn Hektar große Außengelände erhält ein Facelift: Hier soll ein authentisches Slawendorf mit Mitmach-Angeboten entstehen, bereits im nächsten Jahr sollen die Bauarbeiten dafür beginnen. Bereiche für Camping- und Glamping-Urlauber werden geschaffen. Und in Gehegen sollen Tiere wie Ziegen, Schafe, Wisente und Esel zu sehen sein, wie sie schon vor tausend Jahren bei den Slawen im Spreewald heimisch waren.
„Wir wollen der Burg neues Leben einhauchen. Das ist das Ziel, das in jedes unserer Vorhaben einfließen soll“, fasst Betreiber Chmelík die ambitionierten Pläne zusammen.
Gelegenheit, in die Kultur und Geschichte der Slawen einzutauchen, bietet sich auch wieder vom 4. bis 6. Oktober 2024 beim „Mittelalterlager der Daglejer“. Neben einem bunten Markttreiben werden Feldschlachten geboten. Das genaue Programm wird noch bekannt gegeben.
Stiftung und Slawenburg
Die Bewegung Slavonic Europe wurde 2016 in Brüssel von ihrem derzeitigen Vorsitzenden Chmelik, einem tschechisch-deutschen Staatsbürger, gegründet. Sie setzt sich als zivilgesellschaftliche Initiative für die Zusammenarbeit aller demokratisch und freiheitlich denkenden Slawen und die Sichtbarkeit ihrer Kultur im weitesten Sinne auf internationaler Ebene ein.
Internet: slavonic-europe.org
Die Slawenburg ist eine Adaptation einer an gleicher Stelle gegründeten slawischen Fliehburg aus dem neunten Jahrhundert bei Raddusch, einem Ortsteil der Stadt Vetschau. Sie ist heute ein Museum, Veranstaltungs-, Forschungs- und Erlebnisort, der dauerhaft einer breiten bundesdeutschen und internationalen Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist.
Internet: slawenburg-raddusch.de


