Das Szenario erinnert stark an Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Brandenburg sind eine Woche nach Schulstart  erste Kitas und Schulen direkt oder indirekt von Corona-Fällen und damit verbundenen Quarantäne-Maßnahmen betroffen. In Lübbenau wurde nun die Jenaplan-Grundschule geschlossen, nachdem eine Lehrkraft nach einem routinemäßigen freiwilligen Corona-Test positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet wurde. Als das Testergebnis am Mittwochmorgen, 19. August, vorlag, wurde das Gesundheitsamts des Landkreises Oberspreewald-Lausitz umgehend aktiv.
Die Lehrkraft, die bislang keinerlei Symptome aufwies, befindet sich in häuslicher Quarantäne, wie aus einer Pressemitteilung des Landkreises hervorgeht. Von Mittwoch bis Freitag wurde nach Rücksprache mit der Schulleitung vorsorglich die vorübergehende Schließung der Schule angeordnet. Die Kinder wurden inzwischen von ihren Eltern abgeholt.
Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes prüfen jetzt im Rahmen der routinemäßigen Kontaktnachverfolgung mögliche Infektionsketten. Als eine weitere sofortige Sicherheitsmaßnahme wurden präventiv alle übrigen Lehrkräfte sowie 68 Kinder aus drei Schulklassen, in denen die betroffene Person unterrichtet hatte, vor Ort einem mobilem Schnelltest unterzogen. Die getesteten Personen sollen sich bis zum Vorliegen des Testergebnisses zu Hause aufhalten.
Sollten alle Testergebnisse negativ sein, kann der Schulbetrieb voraussichtlich ab Montag, 24. August, wieder regulär aufgenommen werden. Der Umbau des einstigen OSZ Lübbenau zum Jenaplanhaus wurde erst kürzlich abgeschlossen. Es ist für alle Schüler und Lehrer das erste Schuljahr im neuen Gebäude.

Nicht die erste betroffene Schule in Brandenburg

Bereits am Dienstag wurde zum ersten Mal seit Beginn des neuen Schuljahres an Brandenburger Schulen der Präsenzunterrichtet wegen Corona komplett unterbrochen. „Auf Anordnung des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt (Oder) das dortige Karl-Liebknecht-Gymnasium sowie auf Anordnung des Gesundheitsamtes des Landkreises Prignitz die Elblandgrundschule und die AWO-Kita in Wittenberge“, teilt die Landesregierung am Nachmittag mit.

Cottbus/Potsdam

Auch in Mecklenburg, das eine Woche vor Brandenburg mit dem Unterricht nach den Sommerferien begonnen hatte, war der Traum vom regulären Unterricht nach wenigen Tagen ausgeträumt gewesen.

Corona-Quarantäne: Frankfurt schickt 860 Schüler nach Hause

Sowohl unter den Schülern als auch unter den Lehrern gebe es jeweils einen bestätigten positiven Corona-Fall, sagte Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Linke) am Dienstag. Alle 860 Schüler des Karl-Liebknecht-Gymnasiums seien am Dienstagmorgen nach Hause geschickt worden, bestätigte Schulleiter Torsten Kleefeld. Eine Quarantäneanordnung des Gesundheitsamtes gebe es zunächst nicht.
Das Gymnasium soll laut Kleefeld für eine Woche geschlossen bleiben. Bereits seit Freitag ist eine ganze Schulklasse der Einrichtung für 14 Tage in Quarantäne. Eine Schülerin der Klasse war positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden.

Corona-Quarantäne: Wittenberg schließt Grundschule und Kita

In Witternberg wurden am Dienstag die Elblandgrundschule und die AWO-Kita „Haus der kleinen Strolche“ geschlossen. Grund waren positive Coronatests bei einer Familie, die die beiden Einrichtungen besucht haben.
„Unsere Strategie im Land Brandenburg ist es, den Betrieb von Kitas und Schulen möglichst wenig einzuschränken. Es sollen so wenig Menschen in Quarantäne wie möglich, aber so viele wie notwendig“, erklärte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).

Corona-Quarantäne: Droht das auch an Lausitzer Schulen?

Weitere Lausitzer Schulen sind bisher nicht von solchen Maßnahmen betroffen. Allerdings steigen auch hier die Infektionszahlen. Lediglich der Spree-Neiße-Kreis konnte in der vergangenen Woche keine neuen Fälle melden. In OSL hingegen sind es seit dem Wochenende nun sechs Fälle. Betroffen ist unter anderem ein Unternehmen. In Dahme-Spreewald wurden Reiserückkehrer positiv getestet. Auch in Cottbus gibt es neue Fälle.

Cottbus

Insgesamt befinden sich derzeit über 250 Menschen in der Lausitz in Corona-Quarantäne, der Großteil davon im Landkreis Görlitz, wo noch Ferien sind.In Finsterwalde beklagen Eltern beispielsweise zu enge Verhältnisse beim Schülertransport.

Corona-Quarantäne: War der Schulstart in Brandenburg leichtsinnig

Die Situation, auch in NRW und Berlin mussten bereits Schulen geschlossen werden, scheint Kritiker zu bestärken, die sich gegen die Öffnung der Schulen – ohne Maskenpflicht im Unterricht – ausgesprochen hatten. Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) verteidigt hingegen den Schritt. „Kinder haben ein Recht auf Bildung. Deshalb war und ist unsere Entscheidung, nach den Sommerferien mit dem regulären Schulbetrieb zu starten, richtig.“ Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen könne es aber jederzeit passieren, dass das Coronavirus in Bildungseinrichtungen gelangt. „Wir müssen vorübergehende Einschränkungen akzeptieren“, so Ernst. (mit dpa)

Wer muss in Corona-Quarantäne?


„In Quarantäne muss, wer ein hohes Risiko hat, sich angesteckt zu haben“, erklärt das Brandenburger Gesundheitsministerium. Dies ist der Fall, wenn man innerhalb der letzten 14 Tage engen Kontakt zu einem laborbestätigten COVID-19-Patienten hatte oder, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.

Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson und hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19 Erkrankung.

Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet, etwa im Krankenhaus oder in der Altenpflege, sollte aber in jedem Fall seinen Arbeitgeber informieren. Und für alle gilt: Führen Sie eine tägliche Selbstkontrolle auf Krankheitszeichen durch.

Das bedeutet für Schulkinder und Eltern: „Wenn Kinder Kontaktpersonen der Kategorie I sind, da sie in der Klasse Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten, stehen nur sie unter häuslicher Quarantäne. Ihre Eltern und Geschwister aber nicht, da sie nur Kontaktpersonen einer Kontaktperson sind“, so die Auskunft des Ministeriums in Potsdam.