Lehdefest 2024: Rekordteilnahme bei Kahnkorso im Lagunendorf

Kahnkorso-Abschlussbild vor der Gaststätte zum Fröhlichen Hecht beim Lehdefest im Jahr 2016. (Archivfoto)
Peter Becker- Rekordteilnahme am Kahnkorso beim Lehdefest 2024, ca. 50 Kähne erwartet.
- Veranstaltung am 29. September mit Endbild vor "Zum Fröhlichen Hecht".
- Historische Trachten und handwerkliche Vorführungen; Feuerwehr zeigt alte Technik.
- Samstag- und Sonntagstickets je 8 Euro; Horror-Geisterfahrt für 30 Euro.
- Einnahmen fließen teils in gemeinnützige Projekte in Lehde.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vor lauter bunt geschmückten Kähnen sieht man fast kein Wasser mehr. Mit diesem Anblick dürfen auch in diesem Jahr wieder Besucher des Lehdefestes vor der Gaststätte Zum Fröhlichen Hecht rechnen. Am Sonntagnachmittag werden dort voraussichtlich so viele Kähne zu einem großen Abschlussbild in Position gestakt, wie noch nie in der Geschichte dieser Traditionsveranstaltung.
Das bestätigen die beiden Kahnkorso-Verantwortlichen Günter Brandt und Michael Richter vom Förderverein Lehde. Laut ihren Angaben setzen sich am Sonntag (29. September) ab 14 Uhr annähernd 50 Kähne auf der Hauptspree in Bewegung und passieren nacheinander die Gasthäuser Logierhaus, Zum Fröhlichen Hecht, Brenners Bauernschänke, Quappenschänke, Suez. Am Fröhlichen Hecht endet die Kahnschau mit dem Schlussbild gegen 16.30 Uhr. In diesem Zeitraum und danach noch bis 18 Uhr sind die Fließe für Paddler und den normalen Kahnverkehr gesperrt.
Vorneweg wird ein Blumenkahn das wohl bunteste Bild abgeben, dann folgt der erste von voraussichtlich sieben Musikkähnen mit den Niewitzer Blasmusikanten, die an dem Sonntag auch den Frühschoppen musikalisch untermalen. Von den Ufern, Brücken und Biergärten aus werden die Festgäste Einblick gewinnen in das Leben der Einwohner von Lehde mit dem Kahn. Eines der wichtigsten Transportmittel, über das die Bewohner des Spreewälder Inseldorfs verfügten. Nur zu Wasser ließen sich Heu, Gemüse, Obst, Technik oder auch Tiere transportieren, erklärt Günter Brandt. Bis heute ist der Kahn unverzichtbar geblieben.
Etwas fürs Auge der Gäste wird aber auch die Kleidung der Menschen auf den Kähnen sein. Sie kleiden sich in historische Festtags- und Arbeitstrachten. Die Feuerwehr fährt museale Löschtechnik auf und wahrscheinlich kann auch wieder beim Körbeflechten, Federnschleißen oder anderen handwerklichen Tätigkeiten zugesehen werden.
Dorfspaziergang mit Erlebnischarakter
An zwei Stellen werden Richter und Brandt beziehungsweise Maik Hoffrichter, Vorsitzender des Lehdevereins, den Kahnkorso kommentieren und erklären, was man sieht. Hierbei ist es wichtig, dass ein gewisser Abstand zwischen den Kähnen eingehalten wird, damit für die Erklärungen genügend Zeit bleibt. Die Kahnfährleute haben dafür aber die nötige Routine, sie kommen nicht nur aus Lehde, sondern auch aus Leipe, Boblitz und Lübbenau, so Brandt.
Richter und Brandt freuen sich über die unvermindert große Teilnahmebereitschaft. Zig Stunden Freizeit müssen für die Vorbereitung geopfert werden, dennoch wollen so viele mitmachen, dass es mittlerweile langsam eng wird auf den Fließen. Auch erfreulich: Es sind viele junge Lehdsche dabei, die mitmachen wollen. Das heißt, die Veranstaltung verliert nicht an Attraktivität.
Wer nur am Sonntag das Lehdefest besuchen will, zahlt acht Euro für das Tagesticket. Zwischen dem Frühschoppen auf dem Festplatz und dem Kahnkorso kann ein Dorfspaziergang unternommen werden, der ausgeschildert ist. Im Gemeindehaus Grauer Hecht wird Ostereierkunst gezeigt, die Feuerwehr stellt alte Technik aus. Sägegatter, altes Handwerk und das Projekt Landschaftpflege sind weitere Stationen für Interessierte.
Das Programm am Samstag ist ebenfalls absolut spreewaldtypisch und kann so nur in Lehde erlebt werden. Um 13 Uhr können Besucher zusehen, wie ein Heuschober entsteht. Von sorbischen Spreewaldtrachten beeinflusste moderne Moden werden um 15 Uhr im Festzelt präsentiert. Dieser Wurlawy-Modenschau mit Entwürfen der Spreewälder Designerin Sarah Gwiszcz schließt sich um 16.30 Uhr ein Einbaum-Wettfahren an, bei dem Teilnehmer und Zuschauer ihren Spaß haben.
Kontrastprogramm mit Einbruch der Dunkelheit
Ab 18 Uhr wird der Pukalle-Schützenkönig ermittelt. Verschossen wird aus Kalmuswurzeln gewonnene Naturmunition. Am Abend wird im Festzelt getanzt mit Musik vom DJ. Auch das Samstag-Ticket kostet acht Euro. Wer Lehde an beiden Tagen besuchen möchte, zahlt 13 Euro für das Wochenendticket. Wer das Kontrastprogramm erleben will, der braucht ein extra Ticket für 30 Euro und starke Nerven. Samstagabend ab 21 Uhr beginnt die schaurige Geisterfahrt. Die Dorfjugend inszeniert den Schrecken mit einem Friedhof und vielen furchteinflößenden Gestalten. Ungefähr 40 Minuten dauert der Horrortrip.
Wie Christin Filko vom Förderverein versichert, werden sich Besucher an beiden Tagen selbstverständlich auch spreewaldtypisch stärken können. Es gibt es Spreewälder Hefeplinse, Schmalzstullen mit Gurken oder Fischbrötchen. In der Feldküche wird Erbsensuppe und Soljanka gereicht und für Kinder ein Gericht, das es allerdings auch außerhalb des Spreewalds geben soll: Nudeln mit Tomatensoße.
Was passiert mit den Einnahmen?
Die Veranstalter betonen, dass fünfzig Prozent der Einnahmen für gemeinnützige Förderprojekte der Landschaftspflege in Lehde verwendet werden. Die anderen fünfzig Prozent braucht der Förderverein, um Gema-Gebühren. Versicherungen, Kapellen und Steuern zu bezahlen. Kinder bis zwölf Jahre zahlen keinen Eintritt.

