Lehdefest 2023 im Spreewald
: Lagunendorf startet voll durch – darauf können sich Besucher freuen

Am letzten September-Wochenende gibt es wieder ein Lehdefest, so wie man es vor Corona kannte. Viele kleine Highlights und eine Großveranstaltung mit tausenden Gästen werden im Spreewalddorf Lehde für Spaß und Unterhaltung sorgen.
Von
Daniel Preikschat
Lehde
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  • Heuschobertransport beim Kahnkorso in Lehde 2019.

    Heuschobertransport beim Kahnkorso in Lehde 2019.

    Peter Becker
  • Abschlussbild vor der Gaststätte zum Fröhlichen Hecht beim Lehdefest-Kahnkorso im Jahr 2016.

    Abschlussbild vor der Gaststätte zum Fröhlichen Hecht beim Lehdefest-Kahnkorso im Jahr 2016.

    Peter Becker
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Eine noch harmlosere und naturverbundenere Art des Schießens dürfte es wohl kaum geben. Beim Pukalle-Schießen wird aus Kalmuswurzeln gewonnene Naturmunition durch ein Holunderrohr verschossen. Mit lautem Plopp fliegt der Stöpsel Richtung Blechdosen-Pyramide. Mit der Treffsicherheit ist es dabei aber so eine Sache, wie im Jahr 2011 niemand geringeres als der damalige Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD) erleben musste.

Am Samstag, 23. September, haben Besucher des 29. Lehdefestes wieder die seltene Gelegenheit, sich beim Pukalleschießen zu erproben. Der Sieger wird am Abend im Festzelt auf der Festwiese am Dorfeingang gekürt. Weiterer, naturnaher Wettbewerb, der an dem Samstag um 16.30 Uhr startet: Stehend im Einbaumzweier auf Zeit fahren. Wer Manövrierfähigkeit zeigt, kann attraktive Preise gewinnen, wer nicht, kann schon mal ein unfreiwilliges Bad nehmen.

Viel Action und Unterhaltung am ersten Lehdefesttag

Überhaupt verspricht der erste Lehdefesttag nach Eröffnung um 11 Uhr viel Action und Unterhaltung. Es gibt Mitfahrgelegenheiten auf einem kleinen Holder-Traktor mit Anhänger, es wird ein Schauschobern geben und eine Modenschau unter Regie der Lübbenauer Wurlawy-Designerin Sarah Gwiszcz. Kinder können mit dem Pony reiten und sich schminken lassen, der Feuerlöschkahn kann angeschaut werden. Im Festzelt spielen den ganzen Tag die Niewitzer Blasmusikanten, die am Abend von einem DJ abgelöst werden, der bis ein oder zwei Uhr nachts die Tanzlust befriedigt.

Gar nicht so einfach. Fahrt mit dem Einbaumkahn.

Peter Becker

Zentrum des bunten Treibens, so Christin Filko vom Förderverein Lehde, der das Fest wieder mit viel Unterstützung ehrenamtlicher Lehdscher organisiert und durchführt, ist die Festwiese vor dem „Grauen Hecht“ am Ortseingang. In dem neuen Gemeindehaus werden historische Postkarten und kunstvoll verzierte Ostereier ausgestellt. Besucher können aber auch entlang eines Rundwegs verschiedene Stände aufsuchen, sich den Feuerlöschkahn ansehen und von der Lübbenauer Feuerwehr Löschtechnik zeigen lassen.

Spreewaldtypische Kost – von Plinse bis Schmalzbrot mit Gurken

Das pralle Programm dürfte hungrig und durstig machen. Doch was Speis und Trank betrifft, gilt: Pommes und Bratwurst, Fehlanzeige. Es gibt überwiegend spreewaldtypische Kost, die Dorfbewohner bieten selbst gemachte Plinse an, Erbsensuppe, Schmalzbrot mit Gurken und Räucherfisch, so Christin Filko. Wer es deftiger mag, kann Schwein oder Pute vom Spieß bekommen. Das Bier kommt aus der heimischen Brauerei Babben, auch Bowle gibt es.

Der Sonntag, 24. September, beginnt um zehn Uhr mit dem Frühschoppen auf der Festwiese, wieder mit den Niewitzer Blasmusikanten. Danach kommt nur noch ein Programmpunkt, aber der hat es in sich. Um 14 Uhr setzt sich im Hafenbecken am Gasthaus „Zum Fröhlichen Hecht“, nahe dem Eingang ins Freilandmuseum, der Kahnkorso in Bewegung.

Kahnkorso – wie zuletzt vor der Pandemie

Es wird wieder ein Kahnkorso sein wie zuletzt 2019 vor Ausbruch der Corona-Pandemie, so Christin Filko. Zur Erinnerung: 2020 musste das Lehdefest ausfallen. 2021 und 2022 gab es jeweils den Kahnkorso „einmal anders“. Besucher wurden in Kähnen an Schaubildern im Uferbereich vorbei gestakt. Bei den vielen Lehdefesten zuvor war es immer umgekehrt: Vom Ufer aus sahen Festgäste, oft dicht gedrängt stehend, die geschmückten Kähne an sich vorbeiziehen.

Nun kehrt man nach vier Jahren Unterbrechung wieder zu diesem gewohnten Prozedere zurück. Es ist die 29. Ausgabe des Lehdefestes und die Besucher können die Kähne wieder vom Ufer aus bestaunen. Mehr als 40 Kähne wurden bereits angemeldet, so Christin Filko. Wie sie gestaltet werden und was auf ihnen transportiert wird, wisse der Veranstalter nur so ungefähr. Sicher gebe es wieder landwirtschaftliches Gerät zu sehen, Heufuhren, Fischer, Frauen in Tracht oder an Spinnrädern, vielleicht Schweine und Rinder.

Christin Filko rechnet mit mehreren tausend Schaulustigen beim Kahnkorso aufgrund der Erfahrungswerte aus früheren Jahren vor Corona. Man plane diesmal am Sonntag keine weiteren Programmpunkte ein, um nicht von dem Kahnkorso abzulenken. Gute Plätze gebe es am „Fröhlichen Hecht“, entlang der Strecke in den Außenbereichen und Biergärten Lehder Gasthäuser und Restaurants. Die Menschen dürften wieder in mehreren Reihen am Ufer stehen.

Festbesuch zu Wasser oder zu Land

Eine andere Möglichkeit an dem Sonntag nah an die geschmückten Kähne heranzukommen, bietet der Große Spreewaldhafen in Lübbenau mit Sonderkahnfahrten zum Lehdefest. Erwachsene zahlen 18 Euro, Kinder zehn Euro für die Fahrt von Lübbenau nach Lehde und wieder zurück. Der Kahnkorso dauert etwa eineinhalb Stunden, für die Kahnfährgäste ist ein Aufenthalt im Lagunendorf inbegriffen. Samstag können ebenfalls Sonderkahnfahrten zum Lehdefest genutzt werden.

Von Lübbenau aus ist das Lehdefest aber auch zu Fuß oder mit dem Rad gut zu erreichen, die Wegstrecke ebenfalls idyllisch, so Christin Filko. Parkplätze gegen Gebühr gibt es zwar am Ortseingang von Lehde, aber nur in begrenzter Zahl.

Wer auf dem Landweg kommt, zahlt an beiden Veranstaltungstagen acht Euro Eintritt, für Kinder bis zwölf Jahre muss kein Eintritt gezahlt werden. Ein Wochenendticket kostet 13 Euro. Die Einnahmen werden entsprechend der Satzung des Lehder Fördervereins für die Förderung und den Erhalt des Dorfes sowie der Kultur, Landschaft und Landwirtschaft verwendet.