Die Corona-Fallzahlen sind in den vergangenen fünf Tagen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) zwar etwas gesunken. So hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz von 557 auf 259 reduziert. Das liegt aber vor allem in den geringen Testungen durch das verlängerte Feiertagswochenende und einer entsprechenden Dunkelziffer begründet. Gesundheitsexperten gehen von einem deutlichen Anstieg der Zahlen gerade jetzt zum bevorstehenden Winter aus.
Ein Grund mehr, die Testzentren im Spreewald und dem OSL-Kreis wieder hochzufahren. „Wir sind in erster Linie vom Gesundheitsamt des Landkreises gebeten worden, unser Testzentrum zu reaktivieren“, sagt Heike Lappan, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands Calau. Am 1. November um neun Uhr war es dann so weit: Die ersten Bürger trafen beim DRK-Testzentrum in Calau Am Friedhof 4 ein, um einen PoC-Antigen-Schnelltest oder – und das ist neu – einen PCR-Test machen zu lassen.

Wo die Anmeldung für Testungen in Calau erfolgt

Die Nachfrage scheint da zu sein, allein für die ersten Stunden hatten sich rund zehn Bürger angemeldet. Die Anmeldung sollte vorab online unter www.drk-calau.de erfolgen. Bis zu drei Personen können in einer Viertelstunde buchen. Ein Schulungsraum vom DRK wird ab sofort und in den nächsten Wochen für die Testungen zur Verfügung gestellt. Schutzausrüstungen, Tests und sonstige Materialien sind vom DRK erworben worden.
Mehrere Ehrenamtler wie Manfred Güntzel, Heike Gebauer und Gabi Schulz-Händler wurden im Vorfeld durch Fachpersonal im MVZ-Gemeinschaftslabor in der Uhlandstraße in Cottbus bei Dr. Thorausch und Dr. Mydlak und vor Ort in Calau geschult, um jetzt die Testungen bei den Bürgern vornehmen zu können.
An der Altnauer Straße in Calau weisen Hinweisschilder den Weg zum Corona-Testzentrum Am Friedhof 4. Dort sind ab sofort Schnelltests und PCR-Testungen möglich.
An der Altnauer Straße in Calau weisen Hinweisschilder den Weg zum Corona-Testzentrum Am Friedhof 4. Dort sind ab sofort Schnelltests und PCR-Testungen möglich.
© Foto: Rüdiger Hofmann
Im Moment ist das Calauer Testzentrum am Montag von 8 bis 11, am Mittwoch von 15 bis 18 und Freitag von 8 bis 11 Uhr geöffnet. „Wir werden sehen, wie die Resonanz anläuft“, sagt Heike Lappan. Steigt die Nachfrage, könne man auch täglich Tests anbieten, hier sei man völlig flexibel. „In erster Linie wollen wir die Ärzte entlasten“, so die Kreisgeschäftsführerin.

Was die neue Testverordnung besagt

Kompliziert erweist sich am ersten Tag das Einarbeiten in die neue Testverordnung, die vom Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg vorgegeben ist. Aus ihr soll für die Tester und die Getesteten ersichtlich werden, wer kostenlose Bürgertests erhält und wie die Testberechtigung nachzuweisen ist. In gewissen Fällen muss man aber auch einen Eigenanteil von drei Euro, in wiederum anderen Fällen einen Selbstzahlerpreis von 20 Euro entrichten.
Wer einen positiven Selbsttest gemacht hat, bringt diesen Testträger in einer verschlossenen, durchsichtigen Kunststofftüte mit. Daraufhin erfolgt eine kostenlose PCR-Testung. Für Kinder unter fünf Jahren, für Personen, die sich nicht impfen lassen können, für Schwangere im ersten Trimester, für Pflegende Angehörige, für Personen, die zum Zeitpunkt der Testung an klinischen Studien teilnehmen, für Personen, die sich aus der Isolation freitesten lassen wollen und für Bewohner oder Besucher von Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen und Tageskliniken ist der Test ebenfalls kostenlos.
„Es muss grundsätzlich aber ein unterschriebener Selbstauskunftsbogen zur Inanspruchnahme von Testungen erbracht werden, der auf der Internetseite vom DRK-Kreisverband Calau unter Terminbuchung zu finden ist“, teilt Doreen Roller vom DRK-Kreisverband Calau mit.

Wer drei Euro oder 20 Euro Eigenanteil für Corona-Tests bezahlen muss

Drei Euro Eigenanteil werden fällig für Personen, die am Tag der Testung eine größere Veranstaltung in einem Innenraum besuchen werden beziehungsweise für Personen, die am Tag des Tests Kontakt zu Personen haben werden, die ein hohes Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken. Auch wenn die Corona-Warn-App eine rote Kachel zeigt, muss man für einen Test – wenn man ihn denn durchführen lassen will – drei Euro bezahlen.
20 Euro zahlen diejenigen Bürger, die beispielsweise zu einer größeren privaten Feier oder zu einem Konzert oder einer Großveranstaltung aufbrechen wollen, und dort im Vorfeld einen negativen Nachweis erbringen müssen / wollen.

Was Bürger zum Test sonst noch mitbringen müssen

In jedem Fall ist bei Besuch des Testzentrums ein gültiges Ausweisdokument mitzubringen, ein Mund-Nasen-Schutz und der entsprechende Nachweis für den Testgrund und die jeweilige Zahlungsmodalität. Die den Bürgern bekannten Abstandsregeln sind einzuhalten.

Lübbenau

In der vergangenen Corona-Hochphase wurden in der Stadthalle als auch beim DRK-Kreisverband Calau Am Friedhof 4 Schnelltests angeboten. Das hatten die Bürger gern angenommen, in den Spitzenzeiten kamen mehr als 50 Bürger täglich. Der Bedarf nahm im Sommer dann deutlich ab. „Ende Juni hatten wir aufgrund der geringen Nachfrage das Testzentrum geschlossen“, sagt Lappan. Bis zum heutigen Tag.

Testungen in Vetschau und in Lübbenau

In der Nachbarkommune Vetschau werden aktuell PoC-Antigen-Schnelltests und PCR-Tests im Penny-Markt in der Pestalozzistraße gegenüber vom ASB-Pflegeheim von einem privaten Anbieter zur Verfügung gestellt. Der ASB selbst wird in der nächsten Woche darüber entscheiden, ob auch das ehemalige Testzentrum in der ASB-Sozialstation reaktiviert wird. Das bestätigt Geschäftsführer Alexander Kohl auf Nachfrage. Im Moment sei der Bedarf aber noch nicht gegeben, zumal Nachweise über Testergebnisse nicht mehr in der Häufigkeit zu erbringen sind wie in der Corona-Hochphase. Vielen Bürgern reichen Selbsttests derzeit aus.
In Lübbenau wird das Testzentrum an den Spreewelten in der Alten Huttung vorerst nicht wieder reaktiviert. Das bestätigt Andreas Moczko. Der Inhaber der Apotheke „Am Burjauer“ hatte dort während der vergangenen Corona-Wellen Schnelltests angeboten. Kein Bedarf aktuell, so seine Aussage.