Die Corona-Infektionen sind in diesem Herbst stärker als 2021 angestiegen. Am Wochenende lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Cottbus bei über 900, am Donnerstag (27. Oktober) in Cottbus und Spree-Neiße bei jeweils reichlich 600. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher, so das Cottbuser Gesundheitsamt. Denn in die Statistik fließen nur die positiven PCR-Tests ein. Doch die Testungen seien im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduziert, der Fokus liege momentan auf dem Schutz von vulnerablen, also empfindlichen Menschen vor allem in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Wer muss sich derzeit wo testen lassen?
  • Wenn man zu Hause einen positiven Selbsttest gemacht hat – wie sollte man sich verhalten?
Dann könne man einen PCR-Test im Testzentrum machen lassen, so das Gesundheitsamt. Ein Antigen-Schnelltest vorher im Testzentrum ist nicht mehr notwendig. Zur Bestätigung müsse der positive Selbsttest vorgezeigt werden. Dr. Karsten Mydlack vom MVZ Gemeinschaftslabor Cottbus: „Es wird empfohlen, den Selbsttest mittels PCR überprüfen zu lassen, weil er spezifischer ist.“ Das sei wichtig für die eigene Sicherheit, zudem könnten falsche Ergebnisse ausgeschlossen werden. Auch habe man nur damit einen Anspruch auf ein Genesenenzertifikat. Der PCR-Test ist bei positivem Antigen-Schnelltest und Selbsttest kostenlos.
Menschen, die Symptome haben, sollten in jedem Fall mit ihrem Arzt Kontakt aufnehmen, rät das Gesundheitsamt. Das sollte immer telefonisch erfolgen, um das weitere Vorgehen absprechen zu können. Der Arzt werde gegebenenfalls eine Testung veranlassen, könne aber auch zur weiteren Behandlung und der notwendigen Isolation beraten.

Wie sind momentan die Quarantäne-Regelungen?

  • Wie sind momentan die Quarantänezeiten?
Menschen mit positivem Test müssen sich für mindestens fünf Tage isolieren und können diese ohne abschließenden Test wieder verlassen, wenn sie 48 Stunden symptomlos sind. Die Isolation dauert maximal zehn Tage an.
  • Muss man das positive Testergebnis melden?
Laut Gesundheitsamt ist auch ein positiver Schnelltest meldepflichtig. Das bedeutet laut dem Robert-Koch-Institut (RKI), dass Ärzte und Labore sowie Leiter von Einrichtungen wie Schulen oder Pflegeeinrichtungen dies dem Gesundheitsamt melden müssen, nicht aber Privatpersonen. In die Statistik gehen jedoch weiterhin nur die PCR-Testungen ein.

Was gilt derzeit in Pflegeeinrichtungen?

  • Für voll- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen gilt seit 1. Oktober wieder eine Testpflicht für alle Besucher – muss man dafür ins Testzentrum gehen?
Der Test sollte im Testzentrum erfolgen, so das Gesundheitsamt. In Einzelfällen gebe es auch vor Ort Testangebote, das liege immer im Ermessen der Einrichtung. Ein Selbsttest sei keinesfalls ausreichend. Es müsse ein Antigen-Schnelltest sein (nicht älter als 24 Stunden). Auch die Cottbuser Sanzeberg Seniorenresidenz setze vor allem auf einen zertifizierten Test aus einem Testzentrum, teilt Leiterin Helga Will mit. Es gebe zwar auch im Haus die Möglichkeit der Testung, allerdings sollte man sich vorher telefonisch anmelden: „Somit werden Wartezeiten vermieden und der personelle Einsatz kann geplant werden.“ Im Eingangsbereich ist es zudem möglich, über eine Wärmebildkamera die Körpertemperatur des Besuchers zu messen.
In der Sanzeberg Seniorenresidenz Cottbus müssen Besucher einen Test aus dem Testzentrum vorlegen. Ausschließlich mit vorheriger telefonischer Anmeldung gibt es hier auch die Möglichkeit zum Testen vor Ort. Michelle Hannusch nimmt hier einen Nasenabstrich vor.
In der Sanzeberg Seniorenresidenz Cottbus müssen Besucher einen Test aus dem Testzentrum vorlegen. Ausschließlich mit vorheriger telefonischer Anmeldung gibt es hier auch die Möglichkeit zum Testen vor Ort. Michelle Hannusch nimmt hier einen Nasenabstrich vor.
© Foto: Michael Helbig
Im Eingangsbereich der Sanzeberg Seniorenresidenz Cottbus gibt es auch die Möglichkeit zum Desinfizieren der Hände sowie zum Messen der Körpertemperatur.
Im Eingangsbereich der Sanzeberg Seniorenresidenz Cottbus gibt es auch die Möglichkeit zum Desinfizieren der Hände sowie zum Messen der Körpertemperatur.
© Foto: Michael Helbig
  • Sind diese Tests im Testzentrum kostenlos?
Ja, aber dafür muss dem Testzentrum eine Bestätigung vorgelegt werden, dass der Angehörige in dem Pflegeheim versorgt wird. Diese gibt es in den Einrichtungen, sie sollten vor dem Besuch des Testzentrums ausgefüllt werden. Sie haben eine vierteljährliche Gültigkeit. Laut Anja Schombach vom MVZ Gemeinschaftslabor Cottbus gibt es ein Musterformular zum Ausdrucken auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums. „Wenn man in unserem Testzentrum einen Termin bucht, kann man sich auch das Formular herunterladen“, so Anja Schombach. Das funktioniere mittlerweile gut, dass der Nachweis mitgebracht werde.

Was für Besuche im Krankenhaus gilt

  • Gilt das auch für Besuche im Krankenhaus?
Ja, auch in Krankenhäusern wie dem Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) muss von Besuchern ein negativer Antigen-Schnelltest vorgelegt werden. Das CTK hat jedoch keine Kapazitäten, um selbst Schnelltests für die Besucher anzubieten. Laut Sprecherin Anne Holzschuh konzentriere das Haus derzeit alle Ressourcen auf die Patientenversorgung. Deshalb müsse man ins Testzentrum gehen und sich vorher die Bestätigung vom CTK holen. Bei regelmäßigen Besuchen kann der Nachweis auch für längere Dauer ausgestellt werden.
  • Welche Testzentren gibt es aktuell?
Die momentan 13 Stellen sind auf der Seite www.cottbus.de unter dem Menüpunkt Corona-Lage aufgeführt. Einige Testzentren wie das in der Apotheke im Lausitzpark gibt es nicht mehr. Laut Gesundheitsamt richtet sich die Anzahl der betriebenen Testzentren nach den zu testenden Personen. Da der Bedarf derzeit gering sei, stünden weniger Testzentren zur Verfügung.
  • Kann die Testgebühr rückerstattet werden, wenn die Verordnung erst beim nächsten Test mitgebracht wird?
Das ist nach Auskunft des MVZ Gemeinschaftslabors Cottbus schwierig. Es sei wichtig, die Nachweise gleich mitzubringen.

Wann ist derzeit ein Antigen-Test im Testzentrum kostenlos?

Bei Personen ohne Symptome ist das laut dem MVZ Gemeinschaftslabor Cottbus in folgenden Fällen möglich: als Besucher von Pflege- und medizinischen Einrichtungen, wenn man Kontakt zu einem Infizierten im selben Haushalt hatte oder als pflegender Angehöriger (hier gibt es Musterformulare). Weiterhin kostenlos: Kinder unter fünf Jahre, Schwangere im ersten Drittel, Menschen mit medizinischer Kontraindikation einer Impfung, Studienteilnehmer für Coronaimpfstoff, Infizierte (Freitestung) und Personen mit Behinderung (hier sind jeweils Nachweise nötig). Einen Bürgertest mit einer Eigenbeteiligung von drei Euro kann erhalten, wer eine Freizeitveranstaltung im Innenraum besuchen möchte, wer eine Person über 60 Jahre oder mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung besuchen möchte oder wer eine rote Meldung auf der Corona-Warnapp hatte (hierfür muss jeweils eine Selbstauskunft vorgelegt werden).
Alle anderen Personen müssen im MVZ Gemeinschaftslabor 14,57 Euro pro Antigen-Test zahlen. Das seien derzeit sehr wenige, beispielsweise, wenn sie verreisen wollen oder Angehörige besuchen.
PCR-Tests sind unter anderem kostenfrei bei Krankheitssymptomen, bei Kontaktpersonen nachweislich Infizierter, vor ambulanten OPs oder vor Aufnahme in eine stationäre oder ambulante Pflege- oder Krankeneinrichtung sowie bei Behandelten oder Bewohnern stationärer oder ambulanter Einrichtungen, zudem bei einem Ausbruchsgeschehen. Ein PCR auf eigenen Wunsch würde 128,23 Euro für gesetzlich Versicherte und 152,27 Euro für privat Versicherte kosten.
Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen müssen mindestens dreimal pro Kalenderwoche einen Test vorlegen. Das gilt auch für Beschäftigte ambulanter Pflegedienste und vergleichbarer Dienstleister. Beschäftigte von Asylbewerber-Unterkünften und Maßregelvollzugseinrichtungen müssen sich an jedem Diensttag testen.