Spreewerk Lübben
: Neuer Eigentümer investiert eine Million Euro - die Pläne

Im Spreewerk Lübben geht der Umbau von Gebäuden und Anlagen voran. Zugleich will der neue Eigentümer nach der Übernahme des Betriebes viel Geld in neue Infrastruktur stecken.
Von
Harriet Stürmer
Lübben
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Die Luftaufnahme zeigt das Spreewerk in Lübben. Jetzt hat die Leitung bekannt gegeben, den Betrieb einzustellen.

Die Luftaufnahme vom Mittwoch (13.11.2002) zeigt eine industrielle Munitionsentsorgungsanlage im Industriepark Spreewerk Lübben im Süden Brandenburgs. Auf dem Gelände des Spreewerkes ist am 12.11.2002 ein Munitionsbunker explodiert, wobei nach Angaben der betroffenen Firma vier Mitarbeitern ums Leben gekommen sind. Die Polizei sprach dagegen offiziell von zwei Toten, zwei weitere Männer würden noch vermisst. In einem Bunker, in dem bis zu sechs Fliegerbomben gelagert werden können, hatte es mindestens eine Detonation gegeben. Die Ursache der Explosion ist laut Polizei weiter unklar. dpa/lbn (zu dpa 0227 vom 13.11.2002) +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Luftaufnahme vom Spreewerk in Lübben. Nach der Schließung geht es dort nun doch mit der Munitionsentsorgung weiter. Zugleich soll auch Munition hergestellt werden.

Michael Helbig/dpa
  • Neuer Eigentümer SLD investiert fast eine Million Euro in Spreewerk Lübben.
  • Lokale Unternehmen werden für Umbau- und Instandsetzungsarbeiten beauftragt.
  • Zukünftige Investitionen und mehr Arbeitsplätze geplant.
  • SLD sucht Personal für Feinmechanik aus Lübben und Umgebung.
  • Rückkehr zur Munitionsherstellung und Demilitarisierung im Jahr 2024.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der neue Eigentümer des Traditionsunternehmens Spreewerk Lübben – die Spreewerk Lübben Delaborierung GmbH (SLD) – will auf dem Gelände des Betriebes fast eine Million Euro investieren.

Um die Infrastruktur weiter auszubauen, habe man hierzu aktuell einen Auftrag in Höhe von über 950.000 Euro vergeben, berichtet SLD-Sprecher Simon Gremmler am Freitag (6. Dezember). Demnach werden bereits seit dem Sommer Anlagen und Gebäude auf dem Gelände umgebaut und instand gesetzt.

Unternehmen aus Region mit Arbeiten in Lübben beauftragt

„Wir möchten die heimische Wirtschaft unterstützen und haben daher bewusst ein Unternehmen aus der Region mit den Arbeiten beauftragt“, berichtet Karsten Mehlhorn, der Betriebsleiter der SLD. Der 52-jährige gebürtige Lübbener, der seit 22 Jahren an dem Standort beschäftigt ist, erklärt, dass mit den Arbeiten die Grundlagen für zukünftige Investitionen geschaffen werden sollen. So seien im kommenden Jahr weitere Investitionen geplant, und man werde auch die Zahl der Arbeitsplätze weiter erhöhen.

„Bei den anstehenden Investitionen werden wir auch weiterhin auf lokale Unternehmen setzen, um die Region um Lübben weiter zu stärken“, kündigt Geschäftsführer Jan-Bernd Kappelhoff an. „Das gilt auch für den Arbeitsmarkt, wo wir zurzeit Personal für die Feinmechanik suchen. Wir freuen uns, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Lübben und Umgebung begrüßen zu dürfen.“

Die Spreewerk Lübben Delaborierung GmbH – ein Tochterunternehmen der TD Services GmbH – wurde im Sommer 2024 gegründet, um den Standort des Spreewerks weiterzuführen. Dazu soll auch die Anlage zur thermischen Vernichtung wieder in Betrieb genommen werden.

Munition soll in Lübben auch wieder hergestellt werden

Das Spreewerk war jahrzehntelang im Bereich Munitionsentsorgung tätig und zuletzt um einen Einstieg ins Akku-Recycling-Geschäft bemüht. Anfang 2024 hatte der Vorbesitzer – General Atomics Europe – dann das Aus verkündet. Mit der Übernahme will man nun wieder zum Ursprungsgeschäftsfeld der Demilitarisierung zurückkehren – und weiterhin im Bereich Lagerung und Logistik von Munition und anderen Gefahrstoffen tätig sein, wie es heißt.

Zuletzt wurde bekannt, dass im Spreewerk in Lübben-Börnichen auch wieder Munition hergestellt werden soll – so wie schon mal zu DDR-Zeiten.