Niedrigwasser im Spreewald: Schleusen dicht - diese Bereiche sind betroffen

Das Niedrigwasser in der Spree hat Folgen. Schleusen im Spreewald werden jetzt geschlossen. Das hat das Landesumweltamt gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Niedrigwasser entschieden.
Patrick Pleul/dpa- Niedrigwasser in der Spree: Mehrere Schleusen im Unterspreewald werden geschlossen.
- Am Pegel Leibsch Unterpegel fließen aktuell 1,4 m³/s – Mindestabfluss seit Ende Mai unterschritten.
- Arbeitsgruppe rief Phase 2 aus; Ausleitungen werden reduziert und Entnahmeverbote vorbereitet.
- Betroffen sind Schleusen Krausnicker Strom, Groß Wasserburg und Beginn Dahme-Umflut-Kanal.
- Wasserstände der Staugürtel werden schrittweise abgesenkt, Ziel: 2 bis 2,5 m³/s am Pegel Leibsch.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen und die ausbleibenden Niederschläge haben die wasserwirtschaftliche Situation im Süden Brandenburgs weiter verschärft. Deshalb müssen jetzt laut Landesumweltamt Schleusen geschlossen werden.
Die erforderlichen Mindestabflüsse können in der Spree nicht mehr gehalten werden und die fehlenden Wasserreserven in den Speichern erfordern zusätzliche Maßnahmen zur Abflussstabilisierung im mittleren Spreegebiet. Das teilt das Landesamt für Umwelt mit.
Seit 2025 seien die Niederschläge im Einzugsgebiet der Spree deutlich zu gering ausgefallen. Vor allem im oberen Einzugsgebiet seien mitunter nur 70 Prozent der für den Jahreszeitraum typischen Niederschlagsmenge gemessen worden.
30 Prozent weniger Regen im oberen Einzugsgebiet der Spree
Deswegen waren laut Landesamt die Abflüsse in der Spree – vor allem in den Frühjahrsmonaten – so gering, dass die Talsperren und Speicher im oberen Einzugsgebiet bis Ende April im Mittel nur zu 50 Prozent gefüllt waren. Der Zielwasserstand der Talsperre Spremberg konnte hingegen erreicht werden.
Die Stützungsmaßnahmen des mittleren Spreegebietes seien entsprechend der oben genannten Randbedingungen regelmäßig angepasst worden. Aufgrund der sehr geringen Zuflüsse sank demnach der Wasserstand der Talsperre Spremberg mehrere Zentimeter pro Tag.
Der Mindestabfluss am Pegel Leibsch Unterpegel von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde sei bereits seit Ende Mai dauerhaft unterschritten. Seitdem gingen die Abflüsse weiter zurück, sodass am Pegel Leibsch Unterpegel kurzfristig auch Abflüsse unter 2,0 Kubikmeter pro Sekunde gemessen wurden.
Deshalb trat die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung, in der neben dem Landesamt für Umwelt (LfU) auch Vertreter der zuständigen unteren Wasserbehörden und der Gewässerunterhaltungsverbände vertreten sind, bereits Ende Mai zusammen und habe sich über das weitere Vorgehen zur Abflussstabilisierung im mittleren Spreegebiet abgestimmt. In dessen Ergebnis wurde die Phase 1 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes ausgerufen und die entsprechenden Maßnahmen zum 1. Juni 2026 umgesetzt.
Die bereits seit Wochen angespannte wasserwirtschaftliche Situation habe sich aufgrund der sehr warmen Temperaturen und der ausbleibenden Niederschläge sowie der eingeschränkten Stützungsmöglichkeiten durch die Talsperre Spremberg weiter verschärft: Aktuell fließen am Pegel Leibsch Unterpegel nur noch 1,4 Kubikmeter pro Sekunde (Stand: 17. August 2026).
Aus diesem Grund hat das Landesamt für Umwelt Anfang August die Phase 2 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes ausgerufen. Die damit umgesetzten Maßnahmen umfassten unter anderem die Reduzierung von Ausleitungen aus der Spree sowie die Vorbereitung eines Verbots von Oberflächenwasserentnahmen (Eigentümer- und Anliegergebrauch) im Gebiet.
Diese Schleusen im Unterspreewald sollen geschlossen werden
Einzelne Niederschläge im Gebiet führten nur kurzfristig zu einer Stabilisierung der Abflüsse. Für diese Woche seien deutlich kühlere Temperaturen und weiterhin einzelne Niederschläge vorhergesagt. Dennoch stufe das Landesamt für Umwelt die wasserwirtschaftliche Situation im Einzugsgebiet der Spree weiterhin als angespannt ein. Deshalb trat jetzt die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung erneut zusammen und stimmte sich zum weiteren Handeln ab.

Die Spree in Lübben. Sie fliesst zu langsam und das hat jetzt konkrete Folgen für Schleusen im Spreewald. Noch ist unklar, wie lange die Schleusen geschlossen bleiben.
Katrin KunipatzAls Ergebnis dieser Beratung wurde vereinbart, einzelne Schleusen im Unterspreewald (Schleuse Krausnicker Strom, Groß Wasserburg und Beginn Dahme-Umflut-Kanal) zu schließen. Ferner werde begonnen, schrittweise und behutsam die Wasserstände der Staugürtel abzusenken.
Im Unterspreewald werde mit der Anpassung der Wasserstände begonnen und in Richtung Schmogrow fortgesetzt. Ziel sei es, den Abfluss am Pegel Leibsch Unterpegel in einem Korridor zwischen 2 bis 2,5 Kubikmeter pro Sekunde zu halten.
