Wasser in Brandenburg: Was das Land gegen Niedrigwasser der Spree tun will

Sinkende Pegel der Spree sind bei Leibsch (Landkreis Dahme-Spreewald) registriert worden. Jetzt soll eine Arbeitsgruppe Maßnahmen gegen Niedrigwasser besprechen.
Jens Golombek- Landesumweltamt beruft Arbeitsgruppe aus Berlin, Brandenburg und Sachsen ein.
- Niederschlagsdefizit seit „dieses Jahr“ und im oberen Einzugsgebiet nur ca. 70 % üblich.
- Mindestabfluss am Pegel Leibsch UP wird vorübergehend bei 2–3 m³/s bewirtschaftet.
- Seit 1. Juni gilt Stufe 1 des Niedrigwasserkonzepts, Abflüsse liegen teils unter 2 m³/s.
- Talsperre Spremberg erhöht Abgabe bis Mitte August – Reserven bleiben begrenzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Geringe Niederschläge führten bereits seit Jahresbeginn 2026 zu niedrigen Abflüssen in den Gewässern in Südbrandenburg. Zum Beginn des Sommers waren die Speicher im Spreegebiet nur zur Hälfte gefüllt. Das teilte das Landesumweltamt Brandenburg (LfU) mit. Die für Brandenburg und Berlin wichtige Niedrigwasserstützung kann daher nur eingeschränkt geleistet werden, was zu niedrigen Abflüssen in der Spree führt.
Um die verbliebenen Reserven in den Wasserspeichern besser managen zu können und die Niedrigwasserstützung bis zum Ende des Sommers zu sichern, hat das Landesamt für Umwelt jetzt eine länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe einberufen. Ziel ist es, die Abflüsse in der Spree so weit wie möglich zu stabilisieren.
Es wurde zunächst festgelegt, dass der Mindestabfluss am Pegel Leibsch Unterpegel vorübergehend in einem Korridor von zwei bis drei Kubikmetern pro Sekunde bewirtschaftet wird. So sollen die vorhandenen Reserven geschont werden.
Abflüsse in der Spree sollen stabilisiert werden
Das Spreegebiet befindet sich aufgrund anhaltend geringer Niederschläge in einer angespannten wasserwirtschaftlichen Situation. Ausgangspunkt ist dem Landesamt für Umwelt zufolge ein erhebliches Niederschlagsdefizit - besonders im oberen Spreeeinzugsgebiet, das bereits im Jahr 2025 entstanden ist. Auch in diesem Jahr setzte sich die trockene Witterung fort. Im oberen Einzugsgebiet wurden bisher vielerorts nur rund 70 Prozent der für den Jahreszeitraum typischen Niederschlagsmenge erreicht.
Die geringe Niederschlagsmenge hat bereits seit dem Winterhalbjahr 2025/2026 und insbesondere im Frühjahr 2026 zu deutlich verminderten Abflüssen in der Spree und ihren Zuflüssen geführt. Gleichzeitig konnten die Speicher im Spreegebiet bis Ende April im Mittel nur zu etwa 50 Prozent gefüllt werden. Damit bestand laut Landesumweltamt zu Beginn des Sommers die ungünstigste Ausgangssituation seit dem Trockenjahr 2020.
Unmittelbare Folge sind laut Landesumweltamt niedrige Zuflüsse zur Talsperre Spremberg. Die Möglichkeiten zur Stützung der Abflüsse im Spreegebiet sind dadurch erheblich eingeschränkt. Eine Niedrigwasserstützung ist seit Ende Mai erforderlich, kann aufgrund der begrenzten Wasserreserven jedoch nicht in dem Umfang erfolgen, der für eine dauerhafte Stabilisierung der Abflüsse notwendig wäre.

Aus der Talsperre Spremberg soll mehr Wasser abgegeben werden. So sollen die erwarteten Wasserverluste in der Spree ausgeglichen werden.
Patrick Pleul/dpaDie Auswirkungen zeigen sich insbesondere im Spreewald an den Pegeln Leibsch Unterpegel (UP) und Große Tränke Unterpegel. Die dort festgelegten Mindestabflüsse werden seit Ende Mai dauerhaft unterschritten. Am Pegel Leibsch UP beträgt der Mindestabfluss 4,5 Kubikmeter pro Sekunde. Seit dem 25. Mai wurden dort im Mittel lediglich 3,46 Kubikmeter pro Sekunde erreicht. Mehrfach lagen die Abflüsse kurzfristig unter zwei Kubikmetern pro Sekunde.
Bereits Ende Mai trat deshalb auch die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung für das mittlere Spreegebiet zusammen, um die erforderlichen Maßnahmen des Niedrigwassermanagements in der Region abzustimmen. Die Umsetzung der Maßnahmen begann am 1. Juni. Seitdem gilt die Stufe 1 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes für das mittlere Spreegebiet.
Trockenheit und Hitze sorgen für Rückgang der Abflüsse
Die jüngsten Niederschläge im Spreewald führten zu einer vorübergehenden Entspannung der Abflusssituation. Am Morgen des 27. Juli 2026 lag der Abfluss bei knapp vier Kubikmetern pro Sekunde. Zum Vergleich: Der mittlere Juli-Abfluss der Jahresreihe 1991 bis 2020 beträgt am Pegel Leibsch Unterpegel 7,09 Kubikmeter pro Sekunde. Mit der nun prognostizierten trockenen und warmen Witterung ist aber im Wochenverlauf von einem erneuten Rückgang der Abflüsse auszugehen.
Um die erwarteten höheren Wasserverluste teilweise auszugleichen, ist in den kommenden Tagen eine Erhöhung der Abgabe der Talsperre Spremberg vorgesehen. Noch bis Mitte August kann die Talsperre Spremberg einen wichtigen Beitrag zur Niedrigwasserstützung der Spree leisten. Dann ist der Beckenwasserstand auf unter 90 Meter über Normalnull (m ü. NN) abgesenkt.
Aufgrund der geringen Reserven in den Speichern im Oberlauf der Spree bleibt die Situation angespannt und eine Erhöhung der Abgabe aus der Talsperre Spremberg ist nur in begrenztem Umfang möglich. Nach Abschluss der Instandhaltungsmaßnahme an der Talsperre Spremberg ist zudem keine weitere Absenkung des Wasserstandes vorgesehen. Um weiterhin eine stabile Niedrigwasserstützung für das Spreegebiet gewährleisten zu können, müssen dann verstärkt Abgaben aus den übrigen Speichern im Einzugsgebiet erfolgen.

