Hinweis-Portal „Maerker“
: Das nervt Menschen in Königs Wusterhausen am meisten

Illegalen Bauschutt, kaputte Straßenlaternen oder Löcher in der Straße kann man in Königs Wusterhausen jetzt einfach online melden. Diese Hinweise finden sich im „Maerker“ am meisten.
Von
Till Eichenauer
Königs Wusterhausen
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Hinweise in Königs Wusterhausen: Müll, kaputte Straßenlaternen und Straßenschäden sind ganz oben auf der Liste. (Symbolbilder)

Hinweise in Königs Wusterhausen: Müll, kaputte Straßenlaternen und Straßenschäden sind ganz oben auf der Liste. (Symbolbilder)

Michael Brandt/dpa, Soeren Stache/dpa, Felix Kästle/dpa (Collage: Till Eichenauer)
  • Neues Maerker-Portal in Königs Wusterhausen: Hinweise zu Müll, Laternen und Straßenschäden.
  • Rund 80 Meldungen seit Ende März; 31 betreffen Straßen und Wege, viele illegale Müllfunde.
  • Nur 9 Meldungen sind erledigt – viele stehen auf „abschließend bearbeitet“ statt auf grün.
  • Reaktionszeiten variieren stark, teils schnell erledigt, teils wochenlang ohne Fortschritt.
  • Stadt verweist auf Zuständigkeiten und begrenzte Mittel und bittet um Geduld beim Start.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Bolzplatz in Deutsch Wusterhausen sei „in einem erschreckenden Zustand“, teilt ein Bürger mit. „Wann verschwindet endlich der Unrat auf dem verlassenen Grundstück?“, fragt jemand aus Ziegenhals. Und ein abgestorbener Baum hängt gefährlich über einem Schulweg zur Wilhelm-Busch-Schule in Königs Wusterhausen. Dazwischen immer wieder der Hinweis auf illegalen Müll, kaputte Straßenlaternen oder übrig gebliebene Rollsplit auf den Straßen und Gehwegen.

Das sind die Einträge, die Bewohnerinnen und Bewohner aus Königs Wusterhausen im „Maerker-Portal“ seit Ende März gemacht haben, seitdem das Portal online gegangen ist. Rund 80 Beschwerden sind dort in den vergangenen vier Wochen eingegangen, um die sich die Gemeinde kümmern soll.

Ein Ampelsystem zeigt den Nutzern an, welchen Status die Meldung hat: Rot heißt „angenommen“, gelb „in Arbeit“ und grün „erledigt“. Wobei es auch noch die Ampelschaltung grün-gelb gibt, die für „abschließend bearbeitet“ steht. Das bedeutet, dass die Kommune selbst nicht zuständig ist oder „derzeit keine finanziellen Mittel zur Lösung zur Verfügung“ stehen, wie es auf der Website heißt. Hierzu später mehr.

Was die Menschen in Königs Wusterhausen besonders stört

Ein Blick auf die Meldungen zeigt, welche Probleme den Bewohnern von Königs Wusterhausen besonders oft aufallen:

Ganz oben auf der Liste mit 31 von insgesamt 80 Meldungen sind Probleme mit Straßen und Wegen, gefolgt von illegalem Müll und Straßenlaternen. Sieben Personen beklagen sich über Probleme in öffentlichen Grünanlagen. Mögliche Kategorien wie „Vandalismus“ oder „Tiere/Ungeziefer“ wurden bislang gar nicht ausgewählt.

Betrachtet man, welche Probleme in der Zwischenzeit behoben wurden, fällt auf: Gemeldet wurde viel – behoben aber nur wenig. Nur 9 von 80 Meldungen sind tatsächlich „erledigt“. Gerade in der Kategorie Straßenlaternen fällt auf, dass fast alle Anfragen „abschließend bearbeitet wurden“, aber keine als „erledigt“ eingetragen wurde.

Bearbeitungszeiten auf dem Maerker-Portal in Königs Wusterhausen

Wie lange es dauert, bis auf einen Hinweis reagiert wird, ist dabei ganz unterschiedlich. So wurde die Meldung von widerrechtlich abgeladenem Bauschutt am 24. März 2026 bereits zwei Tage später auf grün, also „erledigt“, gestellt. Eine andere illegale Müllentsorgung steht aber nach vier Wochen noch auf Rot und wurde noch nicht angegangen.

Ein Eintrag zur illegalen Müllentsorgung auf der Webseite des "Maerker". Manchmal passiert wochenlang nichts - manchmal geht es ganz schnell

Ein Eintrag zur illegalen Müllentsorgung in Königs Wusterhausen auf der Webseite des "Maerker". Manchmal passiert wochenlang nichts - manchmal geht es ganz schnell

Till Eichenauer (Screenshot von www.maerker.brandenburg.de)

Dass es auch bei den Straßenlaternen öfter mal länger dauert, geht auch aus den Meldungen hervor. So heißt es in einem Hinweis: „Die Straßenlaterne am Ende der Bergstraße im OT Niederlehme ist seit etwa 4 Monaten trotz wiederholter Meldungen defekt. Ich bitte um Instandsetzung.“ Einen Tag später wird der Status der Anfrage bereits auf „abschließend bearbeitet“ gesetzt und mit dem Hinweis versehen. „Das verantwortliche Sachgebiet wird die Reparatur veranlassen.“ Ob die Laterne nun nach Monaten auch wirklich repariert wird, geht aus dem Eintrag aber nicht hervor.

Kaputte Gehwege und Pflastersteine in Königs Wusterhausen

Jemand anderes meldet, an einem Gehweg am Königspark hätten sich Steine verschoben. „Heute ist auch ein älterer Mitbürger stark gefallen und musste vom Rettungsdienst behandelt werden. Wann werden diese Schäden endlich saniert?“, fragt der Nutzer in der Meldung am 7. April. Zwei Wochen später steht der Eintrag immer noch auf Rot.

Manchmal geht es aber auch schnell. Am 12. April werden lose Pflastersteine an der Uferpromenade in Neue Mühle gemeldet. Schon am nächsten Tag ist der Fall als erledigt gemeldet.

Dabei hat man sich laut Beschreibung des Portals selbst einen strammen Zeitplan gegeben: Hinweise, die bis 14 Uhr abgeschickt werden, sollen spätestens am Folgetag online sein. Zudem verpflichtet sich die Kommune, innerhalb von drei Werktagen „eine Information zum Bearbeitungsstand zu veröffentlichen“. Falls die Kommune selbst nicht zuständig sei, würden die Hinweise innerhalb der drei Tage an eine andere Behörde oder Dritte weitergeleitet.

Stadt Königs Wusterhausen bittet um Geduld und Verständnis

Auf Nachfrage erklärt Stadt-Sprecherin Katrin Kunipatz, dass in diesem Fall der Eintrag auf „abschließend bearbeitet“ gestellt wird und die Ampel auf gelb-grün springt. „Abschließend bearbeitet heißt: Wir haben alles veranlasst, was in der Zuständigkeit der Stadtverwaltung liegt.“ Die gelb-grüne Kennzeichnung bedeute aber nicht immer, dass ein Problem vollständig gelöst ist.

Oft betrifft dies Fälle, bei denen andere Behörden oder Anlieger zuständig sind. „Dann wird die Meldung weitergegeben oder der verantwortliche Anlieger wird angeschrieben“, so Kunipatz. Ob die Maßnahme danach tatsächlich umgesetzt wird, liegt dann nicht immer in der Hand der Stadt. Ob den Hinweisen tatsächlich nachgegangen wird, könne die Stadt nur bedingt beeinflussen.

Sprecherin Kunipatz bittet die Bürger von Königs Wusterhausen zudem auch insgesamt um Verständnis, falls nicht alle Anliegen unmittelbar gelöst oder aufgeklärt werden können. „Wir nutzen das Maerker-Portal seit noch nicht einmal vier Wochen und müssen noch einige Abläufe optimieren. Trotzdem freuen wir uns über Informationen zu Gefahrenstellen und Defekten, damit die Stadt für alle sicherer und lebenswerter wird. Einige Probleme lassen sich jedoch nicht innerhalb von drei Monaten beheben.“

Wer selbst etwas melden möchte, kann dies auf der Website des Maerker oder in der gleichnamigen App für Mobiltelefone tun.