Müll in Königs Wusterhausen
: Warum kommt die Gelbe Tonne 2026 doch nicht?

In Königs Wusterhausen war für 2026 die Einführung der Gelben Tonne geplant. Der Vorsteher des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbands erklärt, was dazwischengekommen ist.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Gelbe Säcke werden eingesammelt

Der Gelbe Sack hat Nachteile. Doch die Einführung einer Gelben Tonne rundum Königs Wusterhausen scheitert. Warum?

Harald Tittel/dpa
  • Die Einführung der Gelben Tonne ab 2026 in Königs Wusterhausen wurde wegen eines Klageverfahrens gestoppt.
  • Der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) hatte eine 240-Litertonne mit 14-tägiger Leerung geplant.
  • Duale Systeme legten Klage gegen die Rahmenvorgaben des SBAZV ein – erste Gerichtstermine stehen aus.
  • Gelbe Säcke gelten als vorteilhaft für Mülltrennung, Gelbe Tonnen bieten jedoch mehr Schutz vor Tieren.
  • Der SBAZV testet seit 2023 reißfestere Säcke, die sich in ländlichen Gebieten jedoch nicht bewährt haben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gelber Sack oder Gelbe Tonne? Diese Diskussion gibt es in vielen Teilen Brandenburgs seit Jahren. Der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) will die Gelbe Tonne in ganz Teltow-Fläming und im Norden des Landkreises Dahme-Spreewald einführen. Das umfasst unter anderem Königs Wusterhausen, Schönefeld, Eichwalde, Mittenwalde, Wildau, Schulzendorf, Zeuthen und Mittenwalde.

Dazu hat der SBAZV eine Rahmenvorgabe über die Art der Sammlung von Leichtverpackungen verfasst. Sie sollte Teil des neuen Abfallwirtschaftskonzeptes des SBAZV sein. Doch die Gelbe Tonne kommt vorerst doch nicht.

Ein Klageverfahren sei anhängig, teilt der SBAZV mit. „Ja, wir hatten diesen Plan“, sagt Verbandsvorsteher Holger Riesner. „Aber die, die das umzusetzen haben, waren mit dem Plan nicht einverstanden.“ Damit sind die Dualen Systeme gemeint, die für die Einsammlung des Gelben Sacks oder der Gelben Tonne verantwortlich sind. Derzeit wartet Riesner auf die Ankündigung des ersten Gerichtstermins.

Kommt die Gelbe Tonne überhaupt noch?

„Sie waren mit den Rahmenbedingungen nicht einverstanden“, so Riesner. Vorgesehen war eine 240 Litertonne an jedem Grundstück, die alle 14 Tage geleert wird. Die Landkreise hätten sich für diese Bedingungen entschieden, insbesondere für die 14-Tage-Leerung. „Bevor keine Entscheidung vor Gericht getroffen wird, bleibt der Gelbe Sack. Und wenn die Dualen Systeme gewinnen, sowieso“, sagt Riesner. Sollte dagegen der SBAZV in der letzten Instanz gewinnen, versuche der Verband das System so schnell wie möglich umzustellen.

In Deutschland sind Hersteller verpflichtet, gebrauchte Verpackungen zurückzunehmen. Die Dualen Systeme organisieren bundesweit die Sammlung der Gelben Säcke und Tonnen. Sie werden als „Dual“ bezeichnet, da privatwirtschaftliche Gesellschaften, wie etwa der Grüne Punkt, als zweites System neben der bereits bestehenden öffentlichen Entsorgung eingeführt wurde. Es gibt zehn Gesellschaften der Dualen Systeme in Deutschland.

Eko-Punkt, eins dieser Dualen Systeme, sei nicht an der Klage gegen eine Einführung der Gelben Tonne im Norden von Dahme-Spreewald beteiligt, heißt es. Eine andere Gesellschaft nannte BellandVision als gemeinsamen Vertreter der Dualen Systeme in der Sache.

Deshalb klagen die Dualen Systeme

BellandVision antwortet per Mail: „Die dualen [sic] Systeme haben gegen die Rahmenvorgabe des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers Klage erhoben, weil sie der Auffassung sind, dass die erlassene Rahmenvorgabe die gesetzlichen Grenzen des Paragrafen 22 Absatz 2 Verpackungsgesetz überschreitet.“ Laut dem genannten Gesetz darf der Entsorgungsträger, die SBAZV, die Art und Größe des Sammelbehälters festlegen und auch die Häufigkeit und den Zeitraum der Behälterentleerungen.

Auf Nachfrage, welcher Teil der Rahmenvorgabe des öffentlichen-rechtlichen Entsorgungsträgers SBAZV die gesetzlichen Grenzen überschreitet, teilt BellandVision mit, dass man sich wegen des laufenden Verfahrens nicht zu rechtlichen Details äußere. Der Gelbe Sack biete allerdings „erhebliche Vorteile“, da er die Mülltrennung und so das Recycling von Verpackungen erleichtere: „Denn Gelbe Säcke sind so konzipiert, dass sie bei einer Fehlbefüllung reißen“, schreibt die Sprecherin. „Außerdem ist der Gelbe Sack transparent und Müllwerker:innen [sic] können auf den ersten Blick erkennen, ob ein Gelber Sack falsch befüllt ist.“

Ein Hauptargument für die Gelbe Tonne ist die Reißfestigkeit. Tiere zerreißen die Säcke häufig. Eine Tonne sorge dagegen für ein saubereres Stadtbild, sagt Holger Riesner vom SBAZV. Ab 2023 habe der SBAZV den Zwischenweg über etwas reißfestere Säcke gewählt. „Diese haben sich aber in den ländlichen Gegenden gegenüber Tierverbiss nicht wirklich besser bewährt“.