Handwerk in Lübben: Leonie Hunger (24) ist die beste Steinmetzin Brandenburgs

Leonie Hunger (24) aus Lübben wird in ihrem traditionellen Steinmetzhandwerk von moderner CNC-Technik unterstützt.
Veronika Martin/HWK Cottbus- Leonie Hunger (24) aus Lübben wurde als beste Steinmetzin in Brandenburg ausgezeichnet.
- Sie kombiniert traditionelles Handwerk mit moderner CNC-Technik.
- Ihr Gesellenstück, eine kunstvolle Sandsteinbank, zeigt ihr Talent.
- Der Steinmetzbetrieb Weber, wo sie arbeitet, fertigte auch die bekannte "Spreewaldfrau"-Skulptur.
- Die Figur wird bald den neuen Bahnhofsvorplatz in Lübben schmücken.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lübben verzeichnet aktuell eine ganz besondere Erfolgsgeschichte: Leonie Hunger, eine 24-jährige Steinmetzin aus der Stadt (Dahme-Spreewald), hat sich in einem Berufswettbewerb als Beste ihres Fachs im Land Brandenburg etabliert.
Beim Berufswettbewerb im Rahmen der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills“ setzte sie sich gegen zahlreiche Mitbewerber durch und gehört nun zu den 20 Junghandwerkern, die von der Handwerkskammer Cottbus für ihre herausragenden Leistungen geehrt wurden.
Leonie Hunger geht mit Skizzenbuch zum Bewerbungsgespräch
Leonie Hungers Weg zur Steinmetzin begann nach ihrem Abitur mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Branitzer Park. Dort erhielt sie erste Einblicke in die kreative Handwerksarbeit, als sie bei der Vergoldung der Stühle im Musiksaal half. Diese Erfahrung entfachte den Wunsch in ihr, einen Beruf zu erlernen, der sowohl künstlerische als auch handwerkliche Aspekte vereint. „Zum Bewerbungsgespräch brachte ich mein Skizzenbuch mit. Der Steinmetz-Beruf fasziniert mich“, erzählt Hunger. Ihre Ausbildung begann sie im Steinmetzbetrieb Weber in Lübben.
Ein besonderes Merkmal ihrer Arbeit ist die Balance zwischen traditionellem Handwerk und modernen Techniken. „Besonders inspirierend finde ich die Dresdner Altstadt mit der Semperoper, dem Schloss und dem Zwinger. Es sind alles Steinmetzarbeiten, die noch heute von dieser traditionellen Kunst zeugen. Grabsteine können mittlerweile durch Fräsen oder Strahlen technisch beschriftet und verziert werden. Mit den neuen Maschinen bestehen größere Möglichkeiten, schneller und flexibler Formen herzustellen und Materialien zu bearbeiten“, beschreibt Hunger ihre Faszination und die spezielle Besonderheit ihrer Berufswahl.
Ihr Gesellenstück, eine kunstvoll entworfene Bank aus Reinhardtsdorfer Sandstein, ist Zeugnis ihrer Kreativität und ihres handwerklichen Geschicks. Der Rahmen der Bank bildet ein Fuchsschwanz, wobei eine Hälfte der Bank vorgefertigt war und die andere vor der Prüfungskommission gehauen werden musste. „Nach dem Praktikum war klar, dass Leonie Hunger Talent hat. In unserem Unternehmen hat sie Platz, ihre Kreativität auszuleben“, lobt Denny Weber, Inhaber des Steinmetzbetriebs. Der Betrieb, der seit 33 Jahren besteht, kombiniert traditionelle Steinmetzkunst mit modernster Technik und beschäftigt insgesamt 14 Mitarbeiter.
Was macht ein Steinmetz eigentlich?
Der Beruf des Steinmetzes zeichnet sich durch eine Kombination von handwerklichem Können und technologischem Einsatz aus. Steinmetze und Steinbildhauer sind darauf spezialisiert, sowohl Natur- als auch Kunststein in verschiedenen Formen und Strukturen zu bearbeiten. Sie schaffen daraus Treppen, Boden- und Wandplatten sowie Denkmäler und Skulpturen. Dabei werden die gewünschten Maße in computergesteuerte Maschinen übertragen, die Rohblöcke präzise sägen und schleifen. Die Detailarbeit erfolgt mit handgeführten Maschinen oder manuell, mit traditionellen Werkzeugen wie Meißeln, wobei auch Schriften und Ornamente eingearbeitet werden. Im Kammerbezirk Cottbus gibt es derzeit sechs Jugendliche, die diese Fertigkeiten im Rahmen ihrer Ausbildung erlernen, teilt Veronika Martin von der Handwerkskammer Cottbus mit.

Leonie Hunger wurde als beste Steinmetzin und Steinbildhauerin in Brandenburg ausgezeichnet. Ihr Chef, Denny Weber, ist äußerst stolz auf ihre Leistung und freut sich, sie in seinem Unternehmen zu haben. Im Hintergrund: die „Spreewaldfrau“-Skulptur.
Veronika Martin/HWK CottbusParallel zu Leonie Hungers Erfolgsgeschichte hatte der Steinmetzbetrieb Weber zuletzt auch durch ein anderes Projekt auf sich aufmerksam gemacht: eine lebensgroße Granitfigur einer Spreewälderin, die einige Wochen auf einem Sockel vor dem Lübbener Rathaus stand. Die Skulptur, die die typische Spreewaldtracht der legendären Wendin Marga Morgenstern zeigt, wurde vom Steinmetzbetrieb Weber gefertigt.
Der Freundeskreis für Lübben hatte sich bei der Familie Weber erkundigt, ob es in der Stadt einen geeigneten Standort für die Figur gebe. Lübbens Einwohner hatten daraufhin die Möglichkeit, über den finalen Standort abzustimmen. Die endgültige Entscheidung fiel auf den neuen Bahnhofsvorplatz, wo die Figur bald die Gäste der Stadt willkommen heißen soll. Bis zur endgültigen Umsiedelung ist die Figur vorübergehend wieder im Steinmetzbetrieb „geparkt“.
Die Identität der dargestellten Frau war lange ein Rätsel, das inzwischen gelöst ist: Das Gesicht der Skulptur basiert auf einem alten Foto, welches Karola Ziemainz als das ihrer Großmutter Emilia Frieda Völkner erkannte. Frieda Völkner war eine Frau, die in Lübben lebte und für ihre Hingabe zur Familie bekannt war. Ihre Geschichte, geprägt von den Herausforderungen des Krieges und einem Leben voller Fürsorge, hat die Lübbener Bürger berührt.

