Skulptur am Rathaus Lübben: Wer kennt die Spreewaldfrau – und wo soll sie final stehen?

Die neue Skulptur steht seit einigen Wochen vor dem Lübbener Rathaus.
Katrin KunipatzDie Stadt hatte das Geheimnis bereits vor ein paar Wochen gelüftet. Und dennoch sind zur lebensgroßen Granitfigur einer Spreewälderin noch ein paar Fragen offen geblieben. Seit Anfang Dezember steht sie interimsmäßig auf einem Sockel direkt neben dem Eingang zum Rathaus und zieht dort zahlreiche verwunderte Blicke auf sich. Nun sind die Lübbener selbst gefragt: Wer ist die Frau und wo soll sie ihren angestammten Platz bekommen?
Die Figur erinnert an eine Legende im Spreewald – die Wendin Marga Morgenstern, die überzeugte Trachtenträgerin war, jahrzehntelang Gäste durch ihren geliebten Spreewald führte, Bücher und Gedichte über ihre Heimat schrieb. Tatsächlich aber diente lediglich ihre typische Spreewaldtracht als Inspirationsquelle für die Spreewaldfrau aus Granit. Das Gesicht ist vielmehr anonym; es stammt von einem alten Foto.
Hergestellt wurde die Figur vom Lübbener Steinmetzbetrieb Weber. Familie Weber hatte sich 2021 mit dem Freundeskreis für Lübben in Verbindung gesetzt, ob es in der Stadt einen geeigneten Standort gebe und mögliche Unterstützer.
Anfang 2022 führte der Freundeskreis dann mehrere Gespräche mit der Verwaltung und schlug vor, die Figur am neuen Bahnhofsvorplatz zu positionieren – als Begrüßung für die Gäste der Stadt. Aber auch andere Flächen standen zur Diskussion.
Wo wird die Spreewälderin aus Granit endgültig stehen?
Im Juli 2023 wurden die Gespräche mit Bürgermeister Jens Richter und Fachbereichsleiter für Ordnung, Bildung und Soziales, Peter Schneider, schließlich erneut aufgenommen – mit dem Ergebnis, dass Lübbens Bürgerschaft nun entscheiden darf, ob und wo die Spreewaldfrau ihren Platz in der Stadt bekommt.
„Wir freuen uns über die Initiative vom Steinmetzbetrieb Weber und dem Freundeskreis, das niedersorbische/wendische Leben einmal mehr in der Stadt sichtbar zu machen“, sagt Bürgermeister Richter. „Vorschläge für einen Standort gibt es viele: Bahnhof, Hain, Schlossinsel sind nur einige Ideen. Aber wir wollen das nicht alleine entscheiden. Die Bürgerinnen und Bürger haben bis 11. Februar die Wahl“, erklärt Richter.

Die Bildkombo (v.l.) zeigt die unbekannte Sorbin/Wendin, Marga Morgenstern und die Granitfigur.
Archiv Steinmetzbetrieb Weber/Stadt LübbenZum Abstimmen gibt es mehrere Möglichkeiten: online unter der Internetseite luebben.de, per Post (Formular unter luebben.de im Download) oder direkt vor Ort: Das entsprechende Formular liegt auch im Foyer des Rathauses aus.
Wer kennt das Gesicht
Zugleich bemüht sich die Stadt, das Geheimnis über die Identität der Spreewaldfrau zu lüften. Das Gesicht ist wie bereits erwähnt von einem alten Foto übernommen worden. „Die Stadt Lübben freut sich, wenn jemand die unbekannte Frau erkennt und uns bei der Suche nach ihrer Identität helfen kann“, sagt Stadtsprecherin Bettina Möbes und bittet um Informationen an die Pressestelle per E-Mail unter pressestelle@luebben.de oder per Telefon unter der Rufnummer 03546 792102.

