Flughafen Schönefeld: Diese Fleischerei macht Witty's Currywurst für den BER

„Witty's“ Currywurst mit Pommes können Passagiere Flughafen BER fast rund um die Uhr essen. Imbissleiter Percy serviert sie gerne mit Knoblauchmayonnaise und normaler Mayonnaise.
Sandra Ketterer- „Witty's“ Currywurst im BER stammt aus einer Fleischerei in Baruth.
- Seit 2022 gibt es eine vegane Currywurst-Option.
- Eine Portion Currywurst mit Pommes und Limo kostet 16,20 Euro.
- Imbiss „Witty's“ ist bekannt für Bio-Qualität seit 2003.
- Fleischerei in Baruth produziert auch für „Kanalwurst“ und plant mehr vegane Produkte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Morgens um 9 Uhr, als Imbissleiter Percy eine extra große Portion Currywurst mit Pommes und zweierlei Sorten Mayonnaise fertig macht, läuft die Fritteuse schon seit fünf Stunden. Hier, im sogenannten Food Court des Terminal 1 im Flughafen BER (Dahme-Spreewald), öffnet „Witty's“ schon um vier Uhr in der Früh. „Ab halb fünf geht es rund hier“, bestätigt eine Verkäuferin.
Der Klassiker ist zu jeder Uhrzeit beliebt. Bis 22 Uhr können Kundinnen und Kunden die Variante aus Schweinefleisch und die vegane bestellen. Stolze 16,20 Euro kostet die Kombination aus Currywurst mit Pommes, zusammen mit einem halben Liter Limonade. Dafür hat aber alles Bio-Qualität. „Die Pommes sind besonders, extra dicke Steak Fries“, erklärt Mitarbeiter Percy, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte.
„Witty's“ Wurst ist seit 2003 bio, vegan kam dazu
„Witty's“ ist bekannt in Berlin. Nicht nur für seine Currywurst, die das Unternehmen seit 40 Jahren am Wittenbergplatz gegenüber vom Luxuskaufhaus KaDeWe verkauft – und inzwischen auch am Bahnhof Friedrichsstraße. Die Firma liefert seine Waren auch an berühmte Hotels wie das „Adlon“ oder das „Waldorf Astoria“.

Sieht aus wie das Original, schmeckt aber anders: Die vegane Currywurst von „Witty's“, die neben Ackerbohnen Erbsenprotein, Öl, Wasser und Gewürze enthält.
Sandra KettererDer Traditionsimbiss setzt bereits seit dem Jahr 2003 auf Bio, hat zudem 2022 eine vegane Wurst auf den Markt gebracht. Er bezieht einen großen Teil seiner Produkte von einem Berliner Fleischer. Seit April 2024 hat er aber ein weiteres Standbein, und zwar in Baruth.„ Witty's“ prangt in großen, grünen Buchstaben auf einem weißen Gebäude im Gewerbegebiet, das Fleischermeister Detlef Marker gehörte. Er hatte sich nach 35 Berufsjahren zur Ruhe gesetzt.
Jede „Witty's“ Currywurst, die am Flughafen BER gegessen wird, wird in Baruth (Teltow-Fläming) produziert. Egal, ob aus Fleisch oder Ackerbohne. Geschäftsführerin Heidi Karasch und Fabian Schwantes, der stellvertretende Produktionsleiter in Baruth, führen begeistert durch die Produktionsräume. Es ist elf Uhr morgens, die Mitarbeiter schieben gerade noch die letzten Schinken und Salamis in die Räucherkammer.
Denn hier wird neben Currywurst auch das komplette Fleisch-Sortiment für die eigene Filiale in Wünsdorf hergestellt. 100 bis 150 Produkte – von der Jagdwurst im Glas bis zum Kartoffelsalat in der Plastikdose – werden hier produziert, schätzt Schwantes.

Ist stolz auf beide Produkte: Heidi Karasch, Geschäftsführerin von „Witty's“ in Baruth, mit einer Packung vegane Currywurst (links) und einer Packung Currywurst aus Fleisch (rechts).
Sandra KettererDas Ungewöhnliche an „Witty's“ Currywurst ist ihre Form: Sie ist eher eckig als rund. „Normalerweise wird das Brät in einen Kunstdarm gefüllt und dann gebrüht“, erklärt Schwantes. Alternativ komme die Masse ohne Darm aus der Füllmaschine direkt ins heiße Wasser. „Witty's“ hat für seine Sonderform die Produktionsweise des Vorgängers übernommen, möchte aber der Konkurrenz keine Ideen liefern. Aber so viel sei verraten: Das Brät wird auf eine andere Weise gegart.
Auch die Kanalwurst stammt aus Baruth
Und noch ein Klassiker wird hier in Baruth hergestellt: Die Currywurst für den Imbiss „Kanalwurst“ in Königs Wusterhausen. Anders als die Eigenmarke stammt das Fleisch dafür nicht von bio-zertifizierten Tieren. „Die Schweine wachsen aber in Sachsen auf und werden dort geschlachtet“, erzählt Geschäftsführerin Karasch. Bio-zertifiziertes Schweinefleisch werde aus der Grenze von Norddeutschland zu Dänemark angeliefert, die Tiere kämen aus beiden Ländern. Anders könne der Bedarf hier nicht gedeckt werden. „Die Zahl der Schweine geht zurück, Fleisch aus der Region zu kaufen, ist daher schwierig“, ergänzt Schwantes.
Überhaupt sehen sie in Baruth die Zukunft für die Fleischerei mehr pflanzenbasiert. „Wir wollen noch mehr vegane Produkte entwickeln“, sagt Karasch. Zielgruppe seien Großküchen in Berlin, etwa für Schulen und Kitas. „Die Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung soll ja weiter umgestellt werden, mehr Bio und gleichzeitig regional soll kommen“, erklärt Karasch. Wenn es soweit sei, wolle „Witty's“ bereit sein. Bis die Produkte aber richtig regional sind, muss noch mehr geschehen. Die Ackerbohne, Hauptzutat der veganen Currywurst, stammt aus dem Baltikum. „Sie ist bio“, versichert Karasch. Aber regionaler sei der Einkauf in der benötigten Menge noch nicht machbar.
Fleischerei „Witty's“ in Baruth
- Adresse: Bernhardsmüh 3, 15837 Baruth/Mark
- Werksverkauf: Mitte Oktober will „Witty's“ in Baruth den Verkauf an seiner Produktionsstätte wieder öffnen.
- Das Team besteht aus acht Fleischern und Fleischtechnikern sowie vier Verkäuferinnen im Ladengeschäft in Wünsdorf. Zwei weitere Verkäuferinnen für den Werksverkauf nehmen ihre Arbeit im Oktober auf. „Wir würden uns einen weiteren Fleischer oder zumindest einen Mitarbeiter mit Erfahrung in der Produktion wünschen“, sagt Geschäftsführerin Heidi Karasch.



