CSD in Golßen: Erste Pride-Party will vor Bundestagswahl ein Zeichen setzen

Eine Teilnehmerin des Christopher Street Day (CSD) trägt ein Regenbogenfähnchen in ihrem Haarknoten. Am 15. Februar findet die Pride Party in Golßen statt. (Archivbild)
Sebastian Willnow/dpa- Der erste Winter-CSD in Golßen findet am 15. Februar statt, organisiert von Helmut Hummel.
- Motto: „Wähl Liebe“ vor der Bundestagswahl, um LGBTQ-Rechte zu schützen.
- Programm: Kundgebung, Fahrradkorso und Unterhaltung auf dem Marktplatz.
- Golßen ist eine von zwei Städten in Brandenburg, die teilnehmen.
- Hummel hofft auf Toleranz, Akzeptanz und vielleicht etwas Schnee.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eigentlich findet der Christopher Street Day (CSD) regulär an einem Wochenende im Sommer statt, wo er in fast allen größeren deutschen Städten gefeiert wird. Doch in diesem Jahr gibt es, am Wochenende vor der Bundestagswahl, auch einen Winter-CSD.
Über 30 Städte nehmen an dem bundesweiten Aktionstag teil, der unter dem Motto „Wähl Liebe“ steht. Neben einer Veranstaltung in Potsdam ist auch die Kleinstadt Golßen dabei. Sie sind die einzigen beiden Städte in Brandenburg, die sich beteiligen werden.
Helmut Hummel besorgt über LGBTQ-Rechte
Für Golßen ist der Winter-CSD am 15. Februar überhaupt eine Premiere. Mit organisiert hat ihn der Golßener Stadtverordnete Helmut Hummel (Die Linke). Es sei wichtig, im Vorfeld der Bundestagswahl für die Rechte der queeren Community einzustehen, meint er. Denn die sieht er aktuell als gefährdet an.
So werde etwa die vom Deutschen Bundestag 2017 verabschiedete „Ehe für Alle“ von der Alternative für Deutschland (AfD) in frage gestellt. Ein Jahr nachdem das Recht der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland eingeführt wurde, hatte die AfD im Bundestag einen Antrag eingebracht, in dem dies wieder rückgängig gemacht werden sollte. Damals fand der Antrag keine Mehrheit.
Doch angesichts der Umfragewerte im Vorfeld der Bundestagswahl am 23. Februar, wonach die AfD laut Prognosen auf etwa 20 Prozent kommt, könnten die Rechte der LGBTQ-Gemeinschaft in der kommenden Legislaturperiode womöglich wieder angreifbarer werden.
Helmut Hummel meint, insgesamt würde in den großen Städten die queere Gemeinschaft auf mehr Akzeptanz stoßen, als im ländlichen Raum. Doch auch auf dem Land gibt es Menschen, die etwa homo- oder bisexuell sind oder transgeschlechtlich leben. Gerade in Räumen, wo die Akzeptanz für Veranstaltungen wie den CSD noch nicht so groß ist, sei es wichtig, Gesicht zu zeigen und nicht zu schweigen.
Programm auf Marktplatz und Fahrradkorso rund um Golßen
Als Helmut Hummel auf der Golßener Stadtverordnetenversammlung von den Plänen zum Winter-CSD berichtet, sei unter anderem kommentiert worden, dies sei eine kinder- und jugendgefährdende Veranstaltung. „Spätestens da wusste ich dann: Wir sind mit dem Winter-CSD am richtigen Ort“, so der Golßener Stadtverordnete.
Der erste Golßener CSD am 15. Februar startet um 10 Uhr auf dem Golßener Marktplatz. Eine Kundgebung ist geplant mit verschiedenen Rednern, darunter Sebastian Walter, von 2019 bis 2024 Fraktionsvorsitzender der Linken im Brandenburgischen Landtag. Auf dem Marktplatz gebe es durchgehend Programm, sagt Helmut Hummel: Glücksrad, Quiz, ein bunter Baum soll entstehen, die Musik kommt von einer Schülerband aus Luckau. Um 11 Uhr ist ein Fahrradkorso rund um Golßen geplant. Er soll durch Landwehr, Sagritz und Zützen führen.
„Alle, die für Toleranz, Akzeptanz und Gleichberechtigung stehen, sind herzlich zum Golßener Winter-CSD eingeladen“, sagt Helmut Hummel. Zum ersten Golßener Winter-CSD würde sich Helmut Hummel neben vielen bunten Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch über ein paar weiße Schneeflocken freuen, meint er augenzwinkernd.


