Ostern 2026 in der Lausitz
: Osterreiter kommen nach Rosenthal - aber ohne Pferde

Nur zwei Tage nach den Lausitzer Osterprozessionen haben sich die Reiter in Rosenthal getroffen. Allerdings kam niemand zur Wallfahrtskirche geritten.
Von
Torsten Richter-Zippack
Rosenthal, Wittichenau
Geschätzt rund 500 Osterreiter haben sich zwei Tage nach den Reiterprozessionen in der Rosenthaler Wallfahrtskirche zusammengefunden.

Geschätzt rund 500 sorbische Osterreiter haben sich zwei Tage nach den Reiterprozessionen in der Rosenthaler Wallfahrtskirche zusammengefunden.

Torsten Richter-Zippack
  • In Rosenthal trafen sich nach den Osterprozessionen geschätzt 500 sorbische Osterreiter.
  • Gefeiert wurde der Dankgottesdienst in der Wallfahrtskirche – jedoch ohne Pferde.
  • Insgesamt zählten die neun Auferstehungsprozessionen dieses Jahres 1360 Reiter.
  • In Rosenthal fand die Messe auf Sorbisch statt, das Pendant in Wittichenau auf Deutsch.
  • Nächster Termin: Freitag der Osterwoche, 19 Uhr in St. Mariä Himmelfahrt in Wittichenau.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was selbst viele Einheimische nicht wissen: In der Oberlausitz gibt es einen echten Wallfahrtsort. Dieser befindet sich im Dörfchen Rosenthal inmitten des Siedlungsgebietes der katholischen Sorben. Angebetet wird ein Gnadenbild aus Lindenholz, das die Jungfrau Maria zeigt. Das im Oberlausitzer Niederland (Delany) weithin sichtbare Gotteshaus gilt als sorbische Wallfahrtskirche. Traditionell am Osterdienstag zieht es Hunderte Gläubige in seine Mauern. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt, viele Besucher müssen sogar stehen, doch sie tun es gern und aus vollem Herzen. Geschätzte 500 Gläubige haben sich zusammengefunden. Insgesamt wurden in den neun Prozessionen dieses Jahres 1360 Reiter gezählt.

Nicht irgendeine Messe unter vielen wird zwei Tage nach dem Ostersonntag gefeiert, sondern der Dankgottesdienst der sorbischen Osterreiter. Diese haben auf ihren Pferden an den insgesamt neun Auferstehungsprozessionen teilgenommen. Nach Rosenthal kommt allerdings niemand geritten. Pferde sucht man vor der Wallfahrtskirche vergebens. Die Tiere sind zumeist schon am Abend des Ostersonntags oder am Ostermontag zu ihren Besitzern zurückgekehrt.

Traditionell am Freitag der Osterwoche wird es einen weiteren Dankgottesdienst der Kreuzreiter geben. Dieser findet in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Wittichenau statt. Dort danken die deutschen Reiter Gott für den Schutz der Prozession, die aus einem deutschen und einem sorbischen Teil besteht. Die sorbischen Teilnehmer aus den insgesamt neun Wittichenauer Pfarrdörfern sind indes bei der Dankmesse in Rosenthal zugegen. Dazu gehört auch der sorbische Pfarrer Gabriel Nawka. Er überbringt selbst als Reiter Jahr für Jahr die Auferstehungsbotschaft in die Nachbarpfarrgemeinde Ralbitz.

Dieses Phänomen stellt die Reiter diesmal vor Probleme

Die durchweg katholischen Gläubigen danken Gott für den weitestgehend problemlosen Ablauf der einzelnen Reiterprozessionen. Zwar, so berichtet Rafael Ledschbor, sorbischer Autor und einst selbst Osterreiter, habe es einzelne Malheure gegeben, etwa dass jemand vom Pferd gefallen sei. Zudem habe der bisweilen stürmische Wind Reiter und Pferde vor besondere Herausforderungen gestellt. Doch im Großen und Ganzen sei alles so wie gewünscht eingetreten.

Die Rosenthaler Wallfahrtskirche gibt es in ihrer heutigen Form bereits seit dem Jahr 1778. Am 1. Mai 1945 war das Gotteshaus ausgebrannt und wurde anschließend wieder aufgebaut.

Die Rosenthaler Wallfahrtskirche gibt es in ihrer heutigen Form bereits seit dem Jahr 1778. Am 1. Mai 1945 war das Gotteshaus ausgebrannt und wurde anschließend wieder aufgebaut.

Torsten Richter-Zippack

Das ist der Vater der Dankesmesse der Osterreiter

Während der Dankgottesdienst in Rosenthal durchweg in Sorbisch stattfindet, wird beim Pendant in Wittichenau Deutsch gesprochen, gesungen und gebetet. Zu dieser Messe sind die Pfarrjugend und die ganze Gemeinde eingeladen. Sie beginnt am Freitag, 10. April, um 19 Uhr.

Als geistiger Vater des Dankgottesdienstes der Osterreiter gilt übrigens der ehemalige Ralbitzer Pfarrer Martin Lehmann (gestorben 2006). Seit Anfang der 1980er-Jahre gibt es diese Tradition bereits. Sie gehört längst zu den vier jährlichen sorbischen Wallfahrten. Diese finden neben der Osterzeit auch am Pfingstmontag, am 2. Juli (Maria Heimsuchung) sowie am 8. September (Maria Geburt) statt.