2013 war ein Schlüsseljahr für das Lausitzer Seenland. Denn drei nachhaltige Ereignisse stellten vor genau zehn Jahren die Weichen in der Landschaft im Wandel. Zum einen wurde am 23. April 2013 der Senftenberger Stadthafen eröffnet. Zum anderen erfolgte am 1. Juni des Jahres die Freigabe des 1050 Meter langen Koschener Kanals als Verbinder zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See. Damit schlug die Geburtsstunde des Wasserwanderns in der Region.
Bereits zwei Wochen zuvor, am 17. Mai 2013, dem Freitag vor Pfingsten, wurde der Schiffsanleger am Geierswalder See eingeweiht. Darauf ist der Geierswalder Altbürgermeister und spätere Ortsvorsteher Karl-Heinz Radochla noch heute stolz: „Mit unserem Förderverein Wasserwelt Geierswalde haben wir dieses Vorhaben plakativ unterstützt. Uns kam zugute, dass seit der Wende alle Landräte der Entwicklung des Geierswalder Sees wohlgesonnen waren.“

Warum der Schiffsanleger doch nicht an die Windspitze kam

Radochla erinnert sich noch an den Streit, wo genau der Schiffsanleger platziert werden sollte. Ursprünglich war ein Standort an der Windspitze auserkoren worden, also dort, wo sich jetzt der Aussichtspunkt befindet. Letztlich habe sich aber die Variante neben dem Badestrand als kostengünstiger erwiesen. „Das habe ich dann akzeptiert“, merkt Radochla an. In den zehn Jahren hatte es nicht einen Unfall mit Booten oder dem Fahrgastschiff und Badegästen gegeben.
Der Ex-Kommunalpolitiker mahnt an, dass die Entwicklung oberhalb des Schiffsanlegers weitergehen müsse. „Dort soll ja eine Art Marktplatz entwickelt werden. Das Vorhaben kann ich nur unterstützen.“ Dass manches so viel Zeit in Anspruch nimmt, sehe Radochla inzwischen gelassen: „Dinge, die langsam wachsen, werden Bestand haben.“

Barbarakanal: Vor 20 Jahren vollendet, seit vier Jahren in Betrieb

Ein weiteres Jubiläum gibt es nur wenige Kilometer vom Geierswalder Schiffsanleger entfernt. Denn am 9. Dezember 2003, vor 20 Jahren, war der Barbarakanal vollendet. Die 1150 Meter lange Wasserstraße zwischen Geierswalder und Partwitzer See, benannt nach der Schutzheiligen der Bergleute, musste aber noch fast 16 Jahre auf ihre Freigabe im Oktober 2019 warten. War zunächst das noch fehlende Wasser der in Flutung befindlichen Seen der Anlass, ging es später um die Schiffbarmachung des Kanals und des angrenzenden Partwitzer Sees.

Runde Jahreszahl steht in Hoyerswerda an

Auch in Hoyerswerda gibt es anno 2023 ein großes Jubiläum zu feiern. Denn vor 600 Jahren erhielt der Ort an der Schwarzen Elster das Stadtrecht. Allerdings blieb er bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts ein recht unbedeutender Ort, wenn auch Verwaltungssitz für den gleichnamigen Landkreis. Kurios: Erst im Jahr 2018 hatten die Hoyerswerdaer die 750. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung gefeiert.
Vor einem Vierteljahrhundert stieß Dörgenhausen zur Elsterstadt. Bereits 30 Jahre sind ins Land gegangen, als Bröthen mit Michalken seine Eingemeindung nach Hoyerswerda erfuhr. Im Jahr 1993 war es auch, konkret am 25. Februar, als die Brikettfabrik Knappenrode (ehemals Werminghoff) für immer ihre Produktion einstellte. Bereits ein Jahr später, am 18. Juni 1994, erfolgte die Wiedereröffnung als Museum. Heute wird die Energiefabrik Knappenrode jährlich von Tausenden Gäste aus nah und fern erkundet.

Stadt Lauta: Kirchenjubiläum und Großbuchstaben

Am 1. Dezember 2023 werden genau 85 Jahre ins Land gegangen sein, als die Barbarakirche in der Gartenstadt Erika (Laubusch) eingeweiht worden war. Seit genau einem halben Jahrzehnt steht am Ortseingang von Lauta der Ortsname auf großen Lettern geschrieben. Im Mai 2018 hatten Unternehmer Helgo Münch, seine Frau Angelika und Bürgermeister Frank Lehmann die an Hollywood erinnernde Attraktion eingeweiht. 100 Jahre ist es bereits her, als der Stadtpark in Lauta angelegt wurde. Vor 80 Jahren bekam Lauta mit der Station Lautawerk eine eigene Bahnstation. Vorher mussten Reisende den Weg zum Bahnhof Schwarzkollm nehmen.
Bernsdorf ist eine recht junge Stadt. Am 18. September 2023 jährt sich die Verleihung des Stadtrechts erst zum 55. Mal. 170 Jahre sind ins Land gegangen, als Bernsdorfer Arbeiter die Gussteile für den Löbauer König-Friedrich-August-Turm herstellten und diese auf dem Löbauer Berg innerhalb von nur neun Minuten montierten. Der Turm ist bis heute ein Wahrzeichen von Löbau.

Weitere Jubiläen: Milchwelt, Schloss und Tagebaue

Im Wittichenauer Ortsteil Kotten wurde vor 15 Jahren die Krabat-Milchwelt eingeweiht. In der Schaukäserei wird seitdem die Vielfalt landwirtschaftlicher Kreisläufe präsentiert. Vor 125 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Wittichenau gegründet.
Vor 55 Jahren erfuhr der Abriss des Lohsaer Schlosses seine Vollendung. Damit war bereits 1964 begonnen worden. Heute existiert nur noch der Schlosspark. Vor 40 Jahren kam es zur Einweihung des geologischen Lehrpfades am Silbersee. Damals fand der erste Landschaftstag des Kreises Hoyerswerda in Lohsa statt.
Ebenfalls 1983, konkret am 24. September, hatte der letzte Kohlezug den Tagebau Spreetal verlassen. Die Kohle wurde ab dem gleichen Jahr im neuen Tagebau Spreetal-Nordost, dem heutigen Spreetaler See, gefördert. Bereits zehn Jahre zuvor, nämlich 1973, hatte die Kohleförderung im Tagebau Burghammer geendet. Heute befindet sich dort der Bernsteinsee.

Landkreis Bautzen - seit 15 Jahren der größte in Sachsen

Am 1. August 2008, vor genau anderthalb Jahrzehnten, entstand der Landkreis Bautzen in seiner heutigen Ausdehnung. Damals waren die vormaligen Landkreise Bautzen und Kamenz sowie die bis dato kreisfreie Stadt Hoyerswerda miteinander fusioniert. Seitdem umfasst der Landkreis eine Fläche von knapp 2400 Quadratkilometern. Damit ist er nur wenig kleiner als das kleinste deutsche Flächenland, das Saarland. Der Landkreis Bautzen gilt flächenmäßig als größter seiner Art im Freistaat Sachsen. Zusammengefasst sind die Altkreise Bautzen, Bischofswerda, Kamenz, Hoyerswerda sowie Teile von Dresden-Land. Im Kreisgebiet leben knapp 300 000 Menschen. Bevölkerungsmäßig steht Bautzen unter den Landkreisen sachsenweit an vierter Stelle.