Von Katrin Demczenko

Wie wichtig ehrenamtliche Arbeit für die Gesellschaft und für eine Stadt wie Hoyerswerda ist, haben Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU), Landtagsabgeordneter Frank Hirche (CDU) und mehrere Stadträte am Maifeiertag im Schloss betont, wo sie 105 geladenen Ehrenamtlern für ihre Arbeit dankten. In einem Festakt bekamen Feuerwehrleute, Mitglieder aus Vereinen wie dem Kulturbund, dem Nachbarschaftshilfeverein, aus Sportvereinen, der Traditionspflege oder Sozialhilfe-Vereinen bekamen die Sächsische Ehrenamtskarte überreicht. Dieser Festakt passe zum Tag der Arbeit, weil das Ehrenamt „arbeitsaufwändig“ ist, sagte Stefan Skora. Die Menschen fördern durch ihr Tun den Zusammenhalt und die Heimatverbundenheit in der Stadt. Als Inhaber der Ehrenamtskarte können die engagierten Männer und Frauen nun für ein Jahr lang kostenlos Schloss und Zoo in Hoyerswerdae besuchen, zum halben Preis im Lausitzbad schwimmen und eine Eigenproduktion der Lausitzhalle anschauen, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Uwe Blazejczyk. Einrichtungen anderer Städte, die sich an der Sächsischen Ehrenamtskarte beteiligen, stehen den Bürgern ebenfalls offen.

Zu den Geehrten gehören Petra Heine, die im Bürgerbündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“ geflüchteten Menschen Deutschunterricht gibt, und Reinhard „Pfeffi“ Ständer von der Kulturfabrik. Er pflegt seit dem Tod des Rockpoeten Gerhard Gundermann dessen Erbe und bringt es Interessenten nahe. Kerstin Pacher organisiert seit 2009 regelmäßig für die Senioren des Sozialverbandes VdK in Hoyerswerda den „Tag der Begegnung“. Wichtig sei es, dass der Einsatz der Ehrenamtler für andere Menschen öffentlich wahrgenommen wird.

Im Rahmen des Festaktes für die Ehrenamtler ist im Hoyerswerdaer Schloss zugleich auch der druckfrische Jahrgang 2018 der Reihe „Neue Hoyerswerdaer Geschichtshefte“ vorgestellt worden. Die 2018er-Auflage ist eine Jubiläumsausgabe zu „750 Jahre Hoyerswerda“. Das Jubiläum der historischen Ersterwähnung der Stadt wurde im vergangenen Jahr begangen.

Vom 1. Mai 1268 stammt die Urkunde der Teilung der Oberlausitz zwischen den Brüdern Churfürst Johannes I. und Markgraf Otto IV., in der die Herrschaft Hoyerswerda erstmals erwähnt wurde. Darüber schreibt die wissenschaftliche Leiterin des Stadtmuseums, Boglarka Szücs, in „Neue Hoyerswerdaer Geschichtshefte 2018“. Die Broschüre ist ein sehr gut recherchierter Katalog mit hochwertigen Farbaufnahmen und historischen Fotos zur Sonderausstellung „75 x Hoyerswerda“, die jetzt mit der letzten Führung endete. Das Heft sichert die Geschichten rund um die 75 ausgewählten Exponate, die die Stadtentwicklung repräsentieren, so Boglarka Szücs. Das älteste aus der Mitte des 13. Jahrhunderts ist ein steinernen Wasserspeicher in Form eines Löwenkopfes, der 1983 bei der Reparatur der eingebrochenen Schlossbrücke gefunden wurde. Die Postmeilensäule am Markt entführt in die Zeit August der Starken, als die Reichsgräfin Ursula Katharina von Teschen Hoyerswerda erfolgreich regierte. Die Brautjungfer in sorbischer Tracht der Region wurde um 1900 aus Meißner Porzellan vom Dresdener Kunstprofessor Hugo Spieler als Teil seiner Serie von 25 kleinen Trachtenfiguren gefertigt. Dieses besondere Stück konnte das Stadtmuseum ankaufen und es wird in der umgestalteten Dauerausstellung mit anderen Objekten vom Leben der Sorben erzählen, schreibt die Autorin des Jubiläums-Geschichtsheftes Boglarka Szücs.