Der Domowina-Regionalverband „Handrij Zejler“ in Hoyerswerda kann dank Förderung durch den Sächsischen Mitmach-Fonds zwei langersehnte Projekte umsetzen. Mit 10 000 Euro wird das Projekt „Die lebendige Zaubertruhe sorbischer Sagen und Märchen“ unterstützt. Es soll jungen Lausitzern Gestalten wie Krabat, Pumpot oder den Schlangenkönig und ihre Geschichten nahe bringen.

Japanische Theatertechnik soll Kinder für sorbische Sagen begeistern

„Das geschieht nach dem Vorbild des in Japan verbreiteten Kamishibai-Theaters“, erklärt Sonja Rehor, die Sprecherin des Regionalverbandes der Domowina. Die Abbildungen werden nacheinander in einen schwarzen Bühnenrahmen eingesteckt, der auf dem Tisch steht. Währenddessen wird die Geschichte erzählt. Die Bilder und zweisprachigen Text-Versionen erarbeiten vorher Kinder und Jugendliche gemeinsam mit sorbischen Künstlern. Weil es solche Bildserien für deutsche Geschichten schon gibt, sollen sie nun auch für sorbische Sagen und Märchen entstehen, erläutert die Regionalsprecherin. Die fertigen Bildserien wird die Domowina später an Schulen und Kitas verleihen.

Scheune am Domowina-Haus wird für Gruppen ausgebaut

Das zweite Projekt heißt „Sorbische Kultur- und Begegnungsscheune – Domowina-Haus Hoyerswerda“ und hat 2000 Euro Unterstützung bekommen. Dabei geht es um die ausgebaute Scheune hinter dem Geschäftssitz des Regionalverbandes in der Dresdener Straße 18 in der Altstadt. Dieses Gebäude und der dahinter liegende Garten sollen wieder mehr von Domowina-Gruppen und Schulklassen genutzt werden. Auftritte sorbischer Musiker und zweisprachige Lesungen oder Vorträge für Schüler sowie Erwachsene sind angedacht und schaffen den Rahmen dafür, dass „eine sorbische Sprachinsel“ entsteht, sagt Sonja Rehor. Die Teilnehmer können auch eine Kegelbahn im Garten nutzen, die jedoch erst repariert werden muss.
Das Scheunen-Projekt knüpft an den bereits erfolgreich laufenden „Sprachleuchtturm Hoyerswerda“ an, den Gabriela Linack, Sprecherin des Domowina-Regionalvorstandes Hoyerswerda und Sorbenbeauftragte der Stadt 2019 initiiert hat. Sorbisch lernende Menschen sollen sich auch künftig zwanglos treffen können und ihre Sprachkenntnisse vertiefen. Dieses Grundanliegen wird mit dem neuen Vorhaben weiterverfolgt.
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