Die Entscheidung, in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus auf dem Markplatz abzuhalten, sondern sich stattdessen in den vorweihnachtlichen Adventsmarkt in Grochwitz einzuklinken, war im Stadtgebiet durchaus diskutiert worden.
Nun also schlussendlich doch das „Adventsmärktchen mit Herz“ in Grochwitz. Die Atmosphäre bietet dort am Sonntagnachmittag bei winterlichem Wetter und sogar hier und da ein wenig Schneeresten durchaus das Flair eines kleinen Weihnachtsmarktes. Noch vor dem eigentlichen Eröffnungstermin ist die Straße bereits gut mit Besuchern gefüllt. Später sollte es noch voller werden.
Gefragt sind wie gewohnt die Buden mit Leckereien und die Glühweinstände. Viele Besucher stehen aber auch an jenen Ständen, die mit Handwerkskunst und weihnachtlichen Dekorationsartikeln um Kundschaft werben.

Stadt hat sich mit eingebracht

Auch Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz ist unter den Besuchern. Er weiß um die Kritik, dass der Markt nicht in der Innenstadt abgehalten wurde. „Ich bin ein bisschen erstaunt darüber, dass immer wieder übersehen wird, wo wir als Stadt bereits überall mit unserer Unterstützung mit drinnen stecken. Das ist hier ja auch der Fall.“ Andere Beispiele gebe es genügend, etwa den Tag der Innenstadt, das Picknick auf dem Markt oder die Glühweinweile. „Aber natürlich werden wir uns noch einmal zusammen setzen und die Angelegenheit beraten. Möglicherweise machen wir im März eine Weihnachtsmarkt-Konferenz. Mal sehen, wer dann mit dazukommen will und wird.“

Zweiteilige Meinungen bei den Besuchern

Bei den Besuchern in Grochwitz scheinen indes zwei Aspekte vorzuhalten. „Dafür, was hier in kleinem Rahmen auf die Beine gestellt wurde, ist es eigentlich ganz in Ordnung“, meint etwa Jens Winkler, der mit Freunden am Glühweinstand steht. Mario Streubel, ebenfalls Herzberger, pflichtet ihm bei. „Ja, das schon. Allerdings gehört der Markt eigentlich in die Innenstadt.“ Schließlich seien auch die Geschäfte an diesem Tag geöffnet. Für die Händler tue ihm das leid. Dass die Organisation in der Innenstadt nicht geklappt hat, ist in seinen Augen „ein Armutszeugnis für unsere Stadt“.
Das letzte Wort in Sachen Weihnachtsmarkt 2023 scheint also noch lange nicht gesprochen.