Am Montagnachmittag, 25. Juli, ist ein Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster ausgebrochen. Gegen 13.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert und in den Südwesten Falkenbergs in Richtung Rehfeld gerufen. Von anfänglichen zehn hatte sich das Feuer zwischenzeitlich auf rund 850 Hektar ausgebreitet.
Im Einsatz sind die Wehren aus dem gesamten Umkreis. Der Landkreis hat die Großschadenslage ausgerufen. Die Orte Rehfeld, Kölsa und Kölsa-Siedlung mussten evakuiert werden. Auch standen eine Schweinemast in Kölsa sowie eine Photovoltaik-Anlage in Lönnewitz in Flammen.
Für Fragen der Bevölkerung wurde ein Bürgertelefon eingerichtet, das unter 03535 46-4004 zu erreichen ist.
  • Wo hat der Waldbrand welche Schäden angerichtet?
  • Wie läuft die Brandbekämpfung?
  • Welche Schutzmaßnahmen werden den Einwohnern Elbe-Elsters empfohlen?
  • Wie entwickelt sich der Waldbrand?
Alle Informationen zu dem Waldbrand bei Falkenberg lesen Sie in unserem Liveticker

+++ 13:18 Uhr Wir beenden unseren Liveticker +++

Da sich die Lage bei Falkenberg beruhigt hat, stellen wir unseren Liveticker ein. Sollte das Waldbrandgeschehen wider Erwarten erneut dramatische Ausnahme annehmen, informieren wir Sie auf LR.de.

+++ 09:28 Uhr Lage bei Kölsa-Rehfeld unter Kontrolle +++

Nach dem Aufflammen einzelner Glutnester gestern Abend beim Großbrand Kölsa-Rehfeld hat sich die Lage im Verlauf der Nacht wieder deutlich entspannt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landkreises Elbe-Elster hervor. Die Einsatzkräfte vor Ort haben den Brand unter Kontrolle. Es gibt derzeit keine offenen Feuer. Unter Beobachtung stehen zahlreiche Glutnester mit Temperaturen zwischen 40 und 180 Grad.
Im Einsatzgebiet der Stadt Falkenberg sind derzeit rund 320 Kräfte aus mehreren Landesteilen Brandenburgs mit Löscharbeiten beschäftigt. In der Nacht ist der Pionierpanzer der Bundeswehr eingetroffen und hat erneut Schneisen im Gelände angelegt, damit der Brand weiter eingedämmt werden kann. Diese Arbeiten werden auch im Tagesverlauf weiter fortgesetzt.
Unterstützung gibt es von der Bundeswehr und der Landespolizei aus der Luft. In den Vormittagsstunden werden CH53 Transporthubschrauber mit Wasserladungen aus dem Kiebitz Löschunterstützung leisten. Der Polizeihubschrauber erkundet parallel das Gelände per Wärmekamera nach Einsatzschwerpunkten und wird das Gelände noch einmal vermessen.
Der Verwaltungsstab schätzt zusammen mit den Einsatzkräften vor Ort ein, dass es heute vor allem darauf ankommt, die vorhandenen Glutnester im Großbrandgebiet weiter einzudämmen und in Schach zu halten. Das hängt nicht zuletzt von den Thermikverhältnissen und den sonstigen Wetterbedingungen ab.

+++ 07:03 Uhr Lemke und Özdemir sagen Unterstützung zu +++

Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (beide Grüne) sagten denen von Waldbränden betroffenen Ländern (Brandenburg und Sachsen) Unterstützung zu. Die Bundesregierung unterstütze die Länder nach ihren Möglichkeiten beim Kampf gegen die Flammen, sagte Lemke der Deutschen Presse-Agentur.
Langfristig wolle das Bundesumweltministerium naturnahe Waldökosysteme aufbauen, um sie robuster gegen die Folgen der Klimakrise zu machen. „Gesunde Wälder gehören zu unseren natürlichen Lebensgrundlagen, sie sind Klimaschützer, sorgen für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, bieten Erholungsraum für uns Menschen und sind Hotspots biologischer Vielfalt“, so Lemke.
Die Weiterentwicklung der Wälder zu „naturnahen klimaresilienten Ökosystemen“ sei ein wichtiger Baustein des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“. Für die Umsetzung des Programms will die Bundesregierung laut früheren Angaben des Ministeriums in den Jahren 2022 bis 2026 insgesamt vier Milliarden Euro bereitstellen.
Özdemir sagte der „Rheinischen Post“ (Donnerstag): „Wo ich die Länder bei der Bekämpfung unterstützen kann, werde ich das tun.“ Entscheidend sei jetzt die schnelle Bekämpfung des Feuers. „Die Einsatzkräfte leisten hier schon Großartiges“, sagte Özdemir. Auch er betonten, dass die Bundesregierung Wälder langfristig widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen wolle. „Wir müssen weg von Monokulturen aus Fichten oder Kiefern, hin zu Mischwäldern.“

Großbrand Kölsa-Rehfeld flammt wieder auf

+++ 23:08 Uhr Waldbrand ist kurz vor der Bundesstraße 183 +++

In den Abendstunden ist der Großbrand Kölsa-Rehfeld wieder aufgeflammt, wie Torsten Hoffgaard, Pressesprecher des Landkreises Elbe-Elster, mitteilt. Im südlichen Einsatzabschnitt stehen die Flammen auf sächsischer Seite 250 Meter von der Bundesstraße B183 in Falkenberg entfernt. Darauf konzentrieren sich augenblicklich die Hauptlöscharbeiten. Die aktuell 318 Einsatzkräfte können in dem Abschnitt wieder arbeiten, nachdem der gemeldete Bombenfund aus Sachsen sich als Irrtum entpuppte.
Zur Verstärkung der Brandbekämpfung wurden von der Bundeswehr erneut die Transporthubschrauber CH53 und NH90 zur Unterstützung angefordert. Diese werden am Morgen die Lage erkunden und danach gegen 8 Uhr mit den Löscharbeiten aus der Luft beginnen. Dafür wird erneut das nötige Wasser aus dem Kiebitz genommen. Deshalb muss der Badebetrieb dort im Naherholungsgebiet bis auf weiteres untersagt werden.

+++20:40 Uhr Forstexperte: Neue Strategien für Waldbrandbekämpfung nötig +++

Nach Ansicht des Forstwissenschaftlers Alexander Held braucht es neue Ansätze für die Waldbrandbekämpfung in Deutschland. „Was wir jetzt erleben an Feuerverhalten, ist normalerweise sichtbar in Spanien und Portugal. Da hinken wir einfach hinterher, was Ausbildung, Strategie, Taktik, aber auch die Ausrüstung angeht“, sagte Held im Fernsehsender phoenix. Die Thematik sei bekannt und es werde zusammen mit Feuerwehrschulen an neuen Ausbildungskonzepten und -unterlagen gearbeitet. Allerdings werde man gerade von der aktuellen Entwicklung „rechts überholt“.
Ziel sei ein Feuermanagement, wozu die Feuerwehren und das Löschen von Bränden als elementare Bausteine gehörten.
Held bemängelte, dass seit Jahren darüber diskutiert werde, den Wald hin zu mehr Naturnähe umzubauen, doch hinke man auch dort der rasanten Entwicklung hinterher. Das Rezept für die Zukunft sei ein möglichst reichhaltig gemischter und kompletter Wald. Dann könne man, auch ohne neue Baumarten einzuführen, eine Waldlandschaft erzeugen und bewirtschaften, „die weniger brennbar ist und die, wenn sie brennt, langsamer verbrennt und nicht so viele Schäden anrichtet“. Damit dies gelinge, müssten die Akteure in Land- und Forstwirtschaft „mit viel mehr Nachdruck“ diesen Waldumbau kombiniert mit kurzfristigen technische Maßnahmen wie die Schaffung von Schutzschneisen vorantreiben. Held ist Experte für forstliches Risikomanagement beim European Forest Institute (EFI).

+++ 18:45 Uhr Lage ist unter Kontrolle +++

Entwarnung gibt es bei dem verheerenden Waldbrand noch immer nicht, die Lage ist nach Angaben des Kreisbrandmeisters aber mittlerweile unter Kontrolle. Das hätten die Auswertungen der Luftbilder mit der Wärmekamera ergeben. Evakuierungen von Ortslagen seien kein Thema mehr.
Wie Feuerwehrfrauen und -männer den lebensgefährlichen Einsatz erlebt haben und welchen Gefahren sie ausgesetzt waren, haben sie LR.de erzählt.
„Jetzt geht es darum, die Ablöscharbeiten am Boden zu forcieren“, sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. Man rechne bei steigenden Temperaturen wieder mit einzelnen offenen Feuern bei wechselnden Winden.

Bundesstraße 183 ist weiterhin gesperrt

+++ 16:55 Uhr Kiebitzsee ist freigegeben +++

Der See am Kiebitz steht ab sofort wieder für den Badebetrieb zur Verfügung. Dagegen muss die Sperrung der B183 Bad Liebenwerda-Torgau zwischen Abfahrt Beilrode und Ortslage Marxdorf nicht zuletzt wegen des Bombenfunds weiter bestehen bleiben. Die Bahnlinie Cottbus-Leipzig ist wieder für den Zugbetrieb ohne Geschwindigkeitsbeschränkung freigegeben.

Bombenfund auf sächsischer Seite

+++ 16:45 Uhr Brandbekämpfung ruht +++

Erschwert werden diese Arbeiten durch einen aktuellen Bombenfund auf sächsischem Territorium unweit der Landesgrenze. Es wurde ein Sperrkreis von 1000 Metern gezogen, der ins Elbe-Elster-Territorium reicht. Dort können derzeit weder auf sächsischer, noch auf der brandenburgischen Seite Brandbekämpfungsarbeiten stattfinden. Die Verantwortlichen in beiden Ländern sind im engen Austausch, um die Bombenräumung schnellstmöglich zu organisieren, so der Verwaltungsstab des Landkreises.

Großschadenslage bleibt weiter bestehen

+++ 16:40 Uhr Feuerübergriff auf Sachsen soll verhindert werden +++

Die Großschadenslage bleibt laut Landkreis bestehen. Hiesige Einheiten seien nach wie vor auf die Unterstützung überörtlicher Kräfte aus anderen Landkreisen angewiesen, informiert der Verwaltungsstab. Rund 360 Einsatzkräfte sind aktuell noch mit dem Großbrand beschäftigt. Unter anderem, geht es darum, eine Riegelstellung zu Sachsen aufzubauen, damit ein Feuerübergriff aus Sachsen erschwert wird. Dabei hilft in den Abendstunden ein Pionierpanzer Dachs der Bundeswehr.

Großbrand in Kölsa-Rehfeld unter Kontrolle

+++ 16.34 Uhr Bundeswehr-Transporthubschrauber kehren nach Holzdorf zurück +++

Der Großbrand Kölsa-Rehfeld ist unter Kontrolle. Der Verwaltungsstab des Landkreises hat nach Abstimmung mit der Feuerwehreinsatzleitung entschieden, dass die Transporthubschrauber CH53 und NH90 aus Holzdorf kehren an ihren Bundeswehrstandort zurückkehren können. Die Löscharbeiten aus der Luft waren in den zurückliegenden Stunden sehr erfolgreich, so dass der Einsatz der Flieger aktuell nicht mehr benötigt wird, teilt der Landkreis mit.


Löscharbeiten dauern voraussichtlich noch eine Woche


+++ 15:41 Uhr Hilfe von @fire +++

In den Waldbrandgebieten ist auch die Katastrophenschutz-Organisation @fire im Einsatz. Die Einsatzkräfte seien bis Dienstagabend in erster Linie beim Schlagen von Brandschneisen mit Hacke und Spaten im Einsatz gewesen. Inzwischen helfen die Kräfte im im Nationalpark Sächsische Schweiz.

+++ 11:19 Uhr Feuer im Waldbrandgebiet ist unter Kontrolle +++

Der verheerende Waldbrand ist unter Kontrolle. Das sagte Kreisbrandmeister Steffen Ludewig am Mittwochvormittag in Falkenberg nach einer Lagebesprechung. „Die Situation ist stabil, über Nacht auch entspannt.“ Abkühlung durch gesunkene Temperaturen und ein Nachlassen des Windes hätten geholfen.
Das Brandgebiet umfasst nach wie vor rund 800 Hektar, ein heißer Brand mit Flammen und Rauchentwicklung tobe allerdings noch auf einer Fläche von rund 500 Hektar, berichtete der Kreisbrandmeister. Rund 400 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen. Zwei Löschhubschrauber der Bundeswehr sind seit dem Morgen im Einsatz.
Steffen Ludewig, der Kreisbrandmeister von Elbe-Elster, steht vor einem Feuerwehrfahrzeug. Die Feuerwehr kämpft weiter gegen den großen Waldbrand bei Falkenberg.
Steffen Ludewig, der Kreisbrandmeister von Elbe-Elster, steht vor einem Feuerwehrfahrzeug. Die Feuerwehr kämpft weiter gegen den großen Waldbrand bei Falkenberg.
© Foto: Jan Woitas/dpa
Seit Mittwochmittag soll versucht werden, vom Boden aus abzulöschen. Ein Panzer der Bundeswehr, der Schneisen für die Feuerwehren schlagen soll, ist derzeit nicht einsatzbereit, ein Ersatzpanzer sei angefordert, der bis in die Nacht hinein Schneisen um ein bedrohtes Gewerbegebiet legen soll.
Mindestens eine Woche werden die Löscharbeiten nach Einschätzung des Kreisbrandmeisters noch dauern. „Alle Kameraden sind an der Belastungsgrenze“, sagte Ludewig, es sei nicht der erste Einsatz in diesem Jahr.

+++ 09:10 Uhr Sperrung der B183 Bad Liebenwerda-Torgau bleibt bestehen +++

Die Einsatzkräfte konzentrieren sich aktuell auf den Einsatzabschnitt Süd (Lönnewitz), wo es in der Nacht in einem Windpark zu einem Aufleben der Flammen gekommen ist. Das teilt Torsten Hoffgaard, Pressesprecher des Landkreises Elbe-Elster, mit. Am Vormittag startet die Bundeswehr zunächst mit Aufklärungsflügen über dem Zielgebiet und wird dann ab 9 Uhr die Löscharbeiten mit den Transporthubschraubern aus der Luft fortsetzen.
Parallel ist der Pionierpanzer Dachs der Bundeswehr damit beschäftigt, Schneisen zu schlagen, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Dort wurden bereits in der Nacht Erfolge erzielt, so dass die Brandfläche nicht größer geworden ist.
Der See am Kiebitz bleibt bis auf Widerruf für den Badebetrieb geschlossen. Auch die Sperrung der B183 Bad Liebenwerda-Torgau zwischen Abfahrt Beilrode und Ortslage Marxdorf bleibt weiter bestehen.

+++ 08:52 Uhr Weniger Wind hilft Einsatzkräften +++

Bei der Bekämpfung des Waldbrandes im Süden Brandenburgs bekommen die Einsatzkräfte etwas Unterstützung durch das Wetter. „Es wird mit bis zu 23 Grad heute nicht so warm wie gestern und der Wind ist im Mittel schwach“, sagte die Meteorologin der Deutschen Wetterdienstes, Helga Scheef, am Mittwochmorgen. Im Tagesverlauf könnten jedoch wieder Böen von bis zu 40 Stundenkilometern auftreten. „Regen ist aber bis Freitagabend nicht in Sicht“, betonte die Expertin.

Feuerwehrfahrzeuge kommen nur schwer in bewaldete Gebiete

+++ 06:37 Uhr Feuerwehrverband hofft auf Lösch-Drohnen bei Waldbränden +++

Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg hofft, dass in einigen Jahren bei Waldbränden etwa in munitionsbelasteten Gebieten auch Lösch-Drohnen zum Einsatz kommen. „Wir warten sehnsüchtig auf diese Variante“, sagte der Vizepräsident des Verbandes, Frank Kliem, der Deutschen Presse-Agentur. Bisher erfolgt die Brandbekämpfung aus der Luft in Deutschland meist per Hubschrauber.
„Meine große Hoffnung ist, dass wir Drohnen haben werden, die Löschwasser aufnehmen können“, sagte Kliem. Es könne aber noch mehrere Jahre dauern, bis diese Fluggeräte, die in der Entwicklung seien, zum Löschen eingesetzt werden können. Die Drohnen sollen ihm zufolge mehrere Hundert Liter Wasser aufnehmen können. Bislang sind bei Waldbränden in Brandenburg Drohnen mit Kameras zur Überwachung im Einsatz.
Bei der Frage, ob auch Flugzeuge für Löscheinsätze sinnvoll seien, ist Kleim skeptisch. Es gebe in Brandenburg nur einen See - den Senftenberger See -, in dem Flugzeuge Wasser aufnehmen könnten. Hubschrauber seien bisher effektiver für die Waldbrand-Bekämpfung aus der Luft, meinte Kliem.

+++ 06:35 Uhr Heißer Brand tobt noch auf rund 500 Hektar +++

Noch immer ist eine Fläche von rund 850 Hektar betroffen, wie der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte, Philipp Haase, am Dienstagabend mitteilte. Ein heißer Brand – mit Flammen und Rauchentwicklung – tobe allerdings nur noch auf einer Fläche von rund 500 Hektar. Dabei handele es sich vor allem um bewaldete Flächen, in die Fahrzeuge nur schwer gelangen könnten.

+++ 21:53 Uhr Experte hält Einsatz von Löschpanzern bei Waldbränden für sinnvoll +++

Der Feuerökologe Johann Georg Goldammer hält den Einsatz von Löschpanzern bei Waldbränden in munitionsbelasteten Gebieten für sinnvoll. In der TV-Sendung „rbb24 Spezial“ zum Waldbrand in Elbe-Elster sagte der Experte am Dienstagabend, er verstehe nicht, warum in Brandenburg in diesem Jahr noch kein Löschpanzer eingesetzt worden sei.
Falkenberg: Ein Räumpanzer der Bundeswehr wartet am Flughafen Lönnewitz-Falkenberg auf seinen Abmarschbefehl. Die Feuerwehr in Brandenburg kämpft weiter gegen einen großen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster.
Falkenberg: Ein Räumpanzer der Bundeswehr wartet am Flughafen Lönnewitz-Falkenberg auf seinen Abmarschbefehl. Die Feuerwehr in Brandenburg kämpft weiter gegen einen großen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster.
© Foto: Jan Woitas/dpa
Dieses System sei in einem mit öffentlichen Mitteln geförderten Vorhaben zwischen 2010 und 2014 entwickelt worden zusammen mit dem Landkreis Teltow-Fläming. In den Jahren nach dem Projekt seien gelegentlich die Panzer eingesetzt worden, sagte der international anerkannte Fachmann und Professor für Feuerökologie an der Universität Freiburg. Dieses Jahr seien Löschpanzer bei der Brandbekämpfung auf munitionsbelasteten Flächen nicht zu sehen gewesen. Aus Goldammers Sicht scheinen hier Kostenfragen eine Rolle zu spielen.
Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) sprach sich in der Rbb-Sendung am Abend gegen Löschpanzer aus. Bei den schweren Brandlagen im Jahr 2018 seien Löschpanzer von privaten Anbietern eingesetzt worden. Diese hätten sich in der Nutzung im engen Wald und auch von der Wassermenge her nicht bewährt, sagte Stübgen. Brandenburg setze in munitionsbelasteten Gebieten auf die Brandbekämpfung aus der Luft mit Hubschraubern.
Michael Stübgen (CDU, r) Innenminister des Landes Brandenburg, spricht mit Ronny Neupert von der Freiwilligen Feuerwehr. Stübgen informierte sich über die Löscharbeiten in der Waldbrandregion Elbe-Elster.
Michael Stübgen (CDU, r) Innenminister des Landes Brandenburg, spricht mit Ronny Neupert von der Freiwilligen Feuerwehr. Stübgen informierte sich über die Löscharbeiten in der Waldbrandregion Elbe-Elster.
© Foto: Sebastian Willnow/ dpa

Entspannung in Einsatzabschnitten Nord und Ost – südlicher Bereich bei Lönnewitz weiter prekär

+++ 20:11 Uhr Evakuierung von Kölsa-Siedlung nicht mehr erforderlich +++

Die Evakuierung von Kölsa-Siedlung ist nicht mehr erforderlich. Das stellte am Abend der Verwaltungsstab in Abstimmung mit der Einsatzleitung vor Ort in der Lagebesprechung um 19 Uhr fest. Damit sind alle angeordneten Evakuierungen aufgehoben, die Einwohner können zurück in ihre Wohnungen. Zuvor waren bereits die Evakuierungen in Kölsa und Rehfeld am Mittag aufgehoben worden. Hintergrund für die aktuelle Entscheidung ist die Entspannung der Lage in den Einsatzabschnitten Nord und Ost beim Großbrand Kölsa-Rehfeld in der Stadt Falkenberg. Dort wurden bereits erste Kräfte abgezogen.
Von den insgesamt betroffenen 800 Hektar Fläche sind derzeit noch 500 Hektar im Einsatzabschnitt Süd (Lönnewitz) im aktiven Brandgeschehen. Darauf konzentrieren sich in der Nacht und am Mittwoch die weiteren Löscharbeiten. Bis Mitternacht fliegen Hubschrauber der Bundeswehr ihre Brandeinsätze.
Am Mittwoch nehmen sie um 8 Uhr wieder den Flugbetrieb auf und setzen die Löscharbeiten weiter fort. Der See am Kiebitz bleibt deshalb bis auf Widerruf für den Badebetrieb geschlossen. Auch die Sperrung der B183 Bad Liebenwerda-Torgau zwischen Kötten und Ortslage Marxdorf bleibt weiter bestehen. Dafür wurde die Bahnlinie Cottbus-Leipzig inzwischen wieder für den Zugbetrieb freigegeben, zunächst mit reduzierter Geschwindigkeit von 50 km/h.
Die letzten Wetterprognosen deuten für die Nacht auf Entspannung: Der Wind lässt nach, und die Nacht soll sogar leichten Regen bringen. Die nächsten Stunden werden die Einsatzkräfte im Einsatzabschnitt Süd dazu nutzen, Riegelstellungen an mehreren Stellen aufzubauen, um ein weiteres Übergreifen der Flammen zu verhindern. Dazu kommt der Pionierpanzer Dachs der Bundeswehr zum Einsatz.

+++ 19:40 Uhr Kadaver der Schweine müssen schnell entsorgt werden +++

Als immer noch sehr ernst, aber nicht hoffnungslos, schätzte Falkenbergs Stadtbrandmeister Sören Diecke am Dienstagabend gegen 19 Uhr die Lage im Brandgebiet ein. Etwa 420 Feuerwehrleute sind noch im Einsatz und löschen ununterbrochen.
Eine besonders knifflige Stelle hat besondere Maßnahmen erfordert, und zwar der Kurvenbereich auf der Straße vom Flugplatz Lönnewitz zur Auffahrt auf die B183. Hier droht das Feuer, sich seinen Weg über die Straße hinweg zu bahnen. Deshalb kam der Räumpanzer der Bundeswehr aus Beelitz, der am Nachmittag eingetroffen war, sofort zum Einsatz. Er hat eine zehn Meter breite Schneise geschoben. Das zeigt auch ein Video der Falkenberger Feuerwehr auf Facebook.
Vier Wasserwerfer aus Berlin und von der Polizei Brandenburg haben den Kurvenbereich gewässert. „Sollte das Feuer durchbrechen, können wir ringsherum Regner aufstellen und eine Riegelstellung aufbauen, um es in der Flur zu halten“, so Sören Diecke.
Außerdem hat eine Firma mittlerweile die verbrannten Pappeln an der abgebrannten Sauenanlage in Kölsa gefällt. Jetzt muss der Brandschutt beseitigt werden. Das Dach und die Solarzellen werden mit einem großen Kettenbagger runter geholt. Erst dann kann die Tierkadaverbeseitigung die toten Schweine aus den Ställen entsorgen. Das müsse schnell passieren, denn bei der Wärme sei der Geruch aus der Anlage nicht gerade angenehm, sagt der Stadtbrandmeister.

+++ 13:55 Uhr Neue Gefahr – Wetterdienst kündigt Sturmböen an +++

Der Verwaltungsstab beim Landkreis Elbe-Elster hält derzeit weitere Evakuierungen für nicht erforderlich. Die aktuelle Lage lege eine solche Entscheidung nicht nahe, machte der Leiter des Verwaltungsstabes Dirk Gebhard in der jüngsten Lagebesprechung deutlich. „Aber die Gefahr ist noch nicht vorüber. Wetterankündigungen über Sturmböen von über 60 km/h machen uns Sorge, dass das Brandgeschehen noch einmal an Dynamik gewinnt“, schaut Dirk Gebhard voraus.
Aktuell sind 480 Einsatzkräfte aus mehreren Landkreisen mit 90 Fahrzeugen im Löscheinsatz. Die Einsatzleitung der Feuerwehr vor Ort hat aktuell drei Einsatzabschnitte gebildet, um den Großbrand Kölsa-Rehfeld in der Stadt Falkenberg zu bekämpfen. Weitere Unterstützung kam dabei von der Bundeswehr. Sie setzt zusätzlich zu den bereits zur Verfügung gestellten Transporthubschraubern vom Typ CH53 aus Holzdorf drei weitere Hubschrauber NH90 ein. Diese haben eine Löschwasserkapazität von 2500 Litern pro Einsatzflug. Der Schwerpunkt der Löscharbeiten liegt dabei im südlichen Einsatzabschnitt in der Nähe des Gewerbegebietes Lönnewitz.
Mit einem Pionierpanzer Dachs der Bundeswehr soll dort eine Schneise errichtet werden, um die Brandausbreitung zu verhindern.

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen: Waldbrand-Einsatz kann noch Wochen dauern

+++ 13:55 Uhr Brandursache noch unbekannt +++

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) befürchtet, dass sich der Einsatz wegen des Waldbrandes in Falkenberg noch lange hinziehen kann. „Ihn komplett zu löschen, wird wahrscheinlich noch Wochen dauern“, sagte er am Dienstag in dem Einsatzgebiet im Kreis Elbe-Elster.
Durch Detonation im Boden seien neue Munitions-Verdachtsflächen entdeckt wurden, die noch gar nicht in Karten verzeichnet gewesen seien. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sei deshalb in dem Gebiet im Einsatz. Der Brand sei noch nicht unter Kontrolle, sagte der Minister. Der Wind solle am Nachmittag nochmals stark auffrischen.
Die Brandursache war bisher unklar, der Ort des Ausbruchs südwestlich des Einsatzgebietes aber bekannt, sagte der Minister. Es sei auffällig, dass an dieser Stelle in den vergangenen Wochen mehrfach kleine Brände ausgebrochen seien. Genauere Erkenntnisse gebe es noch nicht.

Rückersdorf/Falkenberg/Elster

Zwei Hubschrauber der Bundeswehr löschten seit Dienstagvormittag aus der Luft. Weitere drei Helikopter der Bundeswehr wurden erwartet, wie Stübgen sagte. Zudem komme ein Aufklärungshubschrauber zum Einsatz.
Verletzt wurden nach Angaben Stübgens am Montag acht Feuerwehrleute. Vier von ihnen seien am Dienstag zur Beobachtung noch im Krankenhaus gewesen.

+++ 13:43 Uhr Experte: Waldbrand in Elbe-Elster ist andere Art von Feuer +++

Der Großbrand im Elbe-Elster-Kreis unterscheidet sich nach den Worten des Waldbrandexperten Philipp Haase von anderen Bränden im Land. „Wir reden hierbei von einem Baumkronenbrand, das Feuer läuft von Krone zu Krone und findet sehr viel brennbares Material wie Nadeln“, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.
Das Feuer brenne über den Spitzen der Bäume in einer Höhe von bis zu 25 Meter. Dort seien die Windgeschwindigkeiten auch höher als am Waldboden, die Flammen könnten sich schneller ausbreiten, so Haase. Für das Gebiet bedeute das einen „Totalverlust“ der Bäume. Das unterscheide den aktuellen großen Waldbrand von anderen Bränden in Brandenburg.

Weitere sechs Hubschrauber zur Brandbekämpfung werden erwartet

+++ 13:29 Uhr Löscharbeiten dauern voraussichtlich bis Mittwochabend an +++

Die Löscharbeiten im südlichen Einsatzgebiet Richtung Gewerbegebiet Lönnewitz laufen unvermindert weiter. Das Einsatzgebiet umfasst nach wie vor rund 850 Hektar.
Die B183 Bad Liebenwerda-Torgau zwischen Kötten und Ortslage Marxdorf ist weiterhin gesperrt. Eine Umleitung ist über Herzberg eingerichtet.
Der Verwaltungsstab geht davon aus, dass die Löscharbeiten noch bis morgen Abend fortgesetzt werden müssen. Sorge bereiten den Einsatzkräften aktuell angekündigte Windböen bis 60 Kilometer pro Stunde.

+++ 13:11 Uhr Feuerwehr über Zustand der Waldwege besorgt +++

Drei Hubschrauber der Bundeswehr sind aktuell im Einsatz. Zwei fliegen Löschwasser aus dem benachbarten Kiebitzsee und ein SAR-Hubschrauber beobachtet das Brandgeschehen aus der Luft mit einer Wärmebildkamera. Wie aus Feuerwehrkreisen zu erfahren war, werden am Dienstagnachmittag weitere sechs Hubschrauber der Bundeswehr zur Brandbekämpfung erwartet. Auch Wasserwerfer aus Berlin und von der Bundeswehr waren im Einsatz. Sie haben unter anderem Straßenränder und Gräben benässt, um ein Übergreifen der Flammen auf Wohngebiete zu verhindern.
Sorgen bereitet den Feuerwehren zunehmend der Zustand der Waldwege. Sie sind zum Teil wegen umgekippter verkohlter Bäumen und Masten nicht mehr befahrbar.

+++ 13:07 Uhr So geht es den verletzten Feuerwehrkameraden +++

Von den sieben verletzten Feuerwehrleuten befinden sich einige noch im Krankenhaus, sagt Falkenbergs Stadtbrandmeister Sören Diecke. Sie haben Rauchgasvergiftungen und Brandwunden erlitten, als am Montagabend gegen 20 Uhr ein Gewittersturm über die Brandfläche gezogen ist. Der Sturm habe eine Querströmung mit einem Sogeffekt ausgelöst, der die Flammen binnen Sekunden über die Felder und Funken in alle Richtungen getrieben hat. Bäume seien umgestürzt. Man habe die Hand nicht mehr vor Augen gesehen.
Für die Kameraden sei es schwer gewesen, sich überhaupt zu orientieren. In dieser Situation hätten sich die Feuerwehrleute die Verletzungen zugezogen. Auch ein Fahrzeug sei beschädigt worden, so Diecke. Die Kameraden seien vor allem am Montag wegen der Hitze an ihre Belastungsgrenze gekommen. Einige hätten Schwächeanfälle erlitten. Ein Hausarzt aus der Region Falkenberg und das DRK hätten sich um die Behandlung der Kameraden gekümmert, sagt der Stadtbrandmeister.

Evakuierung von Rehfeld und Kölsa am Dienstagmittag aufgehoben

+++ 12:57 Uhr Einwohner von Rehas können zurück in ihre Häuser – keine Entwarnung für Kölsa-Siedlung +++

Im Waldbrandgebiet im Süden Brandenburgs ist die Evakuierung von zwei Ortschaften aufgehoben worden. Die Bewohner von Rehfeld und Kölsa können zurück in ihre Wohnungen, sagte eine Sprecherin des Landkreises Elbe-Elster am Dienstagmittag. Für die Ortschaft Kölsa-Siedlung bleibe die jedoch Evakuierung bestehen.
Mehrere hundert Bewohner hatten am Montag wegen des Feuers ihr Zuhause verlassen müssen.

+++ 12:39 Uhr Brandfläche in Elbe-Elster teilweise munitionsbelastet +++

Das Waldbrandgebiet im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis ist teilweise munitionsbelastet. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes habe dort einen kleinen Bereich als Verdachtsfläche ausgewiesen, wie der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase am Dienstag sagte. Auch deshalb seien zwei Löschhubschrauber der Bundeswehr vor Ort. Die Feuerwehren könnten in diesem Bereich nicht auf die brennende Fläche. Es muss von außen und aus der Luft gelöscht werden. Zunächst hatte der rbb berichtet.
Ein Bundeswehrhubschrauber vom Typ Bell CH-53 holt Löschwasser zur Waldbrandbekämpfung aus dem Kiebitzer Baggerteich. Die Feuerwehr in Brandenburg kämpft weiter gegen einen großen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster.
Ein Bundeswehrhubschrauber vom Typ Bell CH-53 holt Löschwasser zur Waldbrandbekämpfung aus dem Kiebitzer Baggerteich. Die Feuerwehr in Brandenburg kämpft weiter gegen einen großen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster.
© Foto: Jan Woitas/dpa

+++ 12:11 Uhr 20 Personen im Haus des Gastes in Falkenberg untergekommen +++

Die Straßen in Kölsa wirken ausgestorben, niemand ist zu sehen, außer den Einsatzkräften von Feuerwehr und Polizei. Noch gilt für die Ortschaft die Evakuierungsanordnung. Einige Einwohner sind aber dennoch geblieben. Nun stehen sie am Ende des Dorfes und blicken dorthin, wo gestern am Abend noch die Flammen loderten. Ihre Namen möchten sie nicht nennen.
„Nein, wir wollten nicht weg und das wurde auch von den Einsatzkräften so notiert und akzeptiert. Aber das Auto war sicherheitshalber bereits gepackt um im Falle eines Falles doch sofort aufbrechen zu können.“
Ein anderes Paar, das in der Nähe steht, erzählt: „Irgendwann gegen drei wurde es uns dann doch zu mulmig. Also haben wir unsere Katzen ins Auto gepackt und auf dem Parkplatz des Falkenberger Nettomarktes den Rest der Nacht abgewartet.“
Der Großteil der Bevölkerung aber hat das Dorf verlassen. Viele sind bei Freunden und Verwandten untergekommen, so dass es im Haus des Gastes überschaubar blieb. Knapp 20 Personen haben die Nacht dort auf Feldbetten verbracht. „Wir haben wenig geschlafen, aber irgendwann sind dann doch vor Müdigkeit die Augen zugefallen, wenigstens für ein paar Stunden“, berichtet Antje Kegel, die seit gestern Abend vor Ort ist.
Auch die Kölsaerin Astrid Gewitsch hat hier die Nacht verbracht. Ihre beiden Hunde sind im Auto mit dabei und haben ihre Übernachtung dort gut überstanden. „Aber unsere anderen Tiere wie Schafe, Ziegen und Gänse mussten wir ja dort lassen. Wir machen uns Sorgen und können nur hoffen, dass es ihnen gutgeht.“ Jetzt warten sie darauf, dass die Evakuierung aufgehoben wird, was auch dann am Mittag geschieht.
Wie alle anderen vor Ort hat sie großes Lob für die Organisation der Unterbringung. „Das ist wirklich top organisiert. Alle waren freundlich und hilfsbereit und haben uns auch neue Informationen gegeben, sobald sie welche hatten.“

Einsatzkräfte in Elbe-Elster sind doppelt gefordert

+++ 12:08 Uhr Feuer bei Falkenberg ist größter Waldbrand in Brandenburg in diesem Jahr +++

Der Landesfeuerwehrverband hat den Waldbrand auf 850 Hektar im Süden Brandenburgs als größten Waldbrand in diesem Jahr in Brandenburg bezeichnet. Der Vizepräsident des Verbandes, Frank Kliem, sagte am Dienstag, die Situation sei auch besonders dramatisch, da Orte geräumt werden mussten und dies neben der Brandbekämpfung großen logistischen Aufwand bedeute. „Die Rettungskräfte sind doppelt gefordert“, sagte Kliem. Es müssten Ortschaften gesichert werden, um auch möglichen Plünderungen vorzubeugen.
Zudem forderte der Vizepräsident des Feuerwehrverbandes in Potsdam, es solle künftig leichtere Schutzbekleidung für Feuerwehrkräfte angeschafft werden, gerade für Einsätze bei großer Hitze. Die Einsatzkleidung sei in der Regel zur Bekämpfung von Wohnungsbränden ausgelegt, sagte Kliem. „Bei Hitze ist diese Kleidung viel zu schwer.“ Am Montag herrschten in Brandenburg Höchsttemperaturen über 30 Grad.
Im Laufe der Löscharbeiten in Falkenberg im Kreis Elbe-Elster sind auch Feuerwehrleute verletzt worden. Genannt wurde am Montagabend die Zahl von sieben verletzten Einsatzkräften.
Rund 350 Feuerwehrleute sind nach wie vor im Einsatz. Verstärkung aus Sachsen-Anhalt sei angefordert.

Waldbrand in Sächsischer Schweiz

+++ 11:33 Uhr Lage verschärft sich +++

Ein Feuer aus der Böhmischen Schweiz hat nun die Sächsische Schweiz erreicht. Hunderte Rettungskräfte sind im Einsatz. Für Bad Schandau wurde der Katastrophenalarm ausgerufen.

Badesee im Naherholungsgebiet Kiebitz gesperrt

+++ 10:46 Uhr Brandenburgs Innenminister fährt ins Waldbrandgebiet +++

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) macht sich an diesem Dienstag ein Bild von der Situation im Waldbrandgebiet im Süden des Bundeslandes. Er wolle sich einen persönlichen Eindruck von der Lageentwicklung verschaffen, teilte der Sprecher des Innenministeriums, Martin Burmeister, mit. Am Nachmittag (ab etwa 13.00 Uhr) will sich Stübgen dann auch vor Ort äußern.

+++ 10:26 Uhr Wetter bereitet Feuerwehr in Elbe-Elster Sorgen +++

Das Wetter macht den Einsatzkräften bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Falkenberg Sorgen. „Alles steht und fällt mit der Wetterlage“, sagte Kreis-Sprecher Torsten Hoffgaard am Dienstagvormittag. Er werde erwartet, dass der Wind zur Mittagszeit wieder auffrische, sodass sich das Feuer schneller ausbreiten könne.
Rund 350 Einsatzkräfte bekämpfen den Waldbrand bei Kölsa-Rehfeld. Betroffen ist eine Fläche von etwa 850 Hektar, das sind 8,5 Quadratkilometer oder fast 1200 Fußballfelder.

Zeithain / Mühlberg

+++ 10:08 Uhr Löschhubschrauber in Waldbrand-Gebiet angekommen +++

Zwei Hubschrauber der Bundeswehr sind nach Angaben des Landkreises inzwischen im Waldbrand-Gebiet in Falkenberg angekommen. Sie sollen aus der Luft löschen. Da sie das Wasser aus einem nahe gelegenen Badesee im Naherholungsgebiet Kiebitz entnehmen müssten, sei das Gewässer gesperrt worden, sagte der Sprecher des Landkreises, Torsten Hoffgaard, am Dienstagvormittag. Die Hubschrauber können nach Angaben des Kreissprechers pro Ladung jeweils 5000 Liter Wasser aufnehmen.

B183 zwischen Kötten und Marxdorf gesperrt

+++ 09:38 Uhr Evakuierung von Lönnewitz geplant +++

Die Feuerwehr in Brandenburg erwägt wegen des Waldbrandes die Evakuierung einer weiteren Ortschaft. Vermutlich müsse Lönnewitz im Laufe des Tages geräumt werden, sagte Kreisbrandmeister Steffen Ludewig am Dienstagmorgen in Falkenberg/Elster. „Die Lage ist immer noch ernst. Wir haben immer noch Brandherde.“

Falkenberg

+++ 08:58 Uhr Unterstützung durch Bundeswehr und Landespolizei mit Hubschraubern +++

Der Landkreis Elbe-Elster rechnet damit, dass die Brandbekämpfung mehrere Tage andauern wird. Das teilt Torsten Hoffgaard, Pressesprecher des Landkreises, mit. Die Einsatzleitung der Feuerwehr vor Ort habe zwei Einsatzabschnitte gebildet. Dort seien derzeit 350 Kräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt.
Die Evakuierungen in Rehfeld und Kölsa sind derzeit noch aktuell. 700 Einwohner sind davon betroffen. Im Laufe des Tages wird entsprechend der Lageentwicklung entschieden, ob die Evakuierungen weiter Bestand haben. Am Morgen wurden Hubschrauber der Bundeswehr und der Landespolizei angefordert für den Löscheinsatz und die Lagebeobachtung. Dafür ist es notwendig, im Naherholungsgebiet Kiebitz ein Badeverbot auszusprechen, um dort die Wasserentnahme für die Hubschrauber zu gewährleisten.
Krankenwagen stehen vor dem "Haus des Gastes Falkenberg" bereit. Der Verwaltungsstab des Landkreises ordnete am frühen Abend die Evakuierung von Rehfeld an. Später würde diese Vorsichtsmaßnahme auch für Kölsa und Kölsa-Siedlung in der Stadt Falkenberg (Elster) angeordnet. Dort sind rund 400 Menschen betroffen.
Krankenwagen stehen vor dem „Haus des Gastes Falkenberg“ bereit. Der Verwaltungsstab des Landkreises ordnete am frühen Abend die Evakuierung von Rehfeld an. Später würde diese Vorsichtsmaßnahme auch für Kölsa und Kölsa-Siedlung in der Stadt Falkenberg (Elster) angeordnet. Dort sind rund 400 Menschen betroffen.
© Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
Der Verwaltungsstab des Landkreises Elbe-Elster hat heute Morgen auch entschieden, die B183 Bad Liebenwerda-Torgau zwischen Kötten und Ortslage Marxdorf zu sperren. Eine Umleitung wird über Herzberg eingerichtet.

Ende der Brandbekämpfung bei Falkenberg noch nicht absehbar

+++ 08:46 Uhr Falkenberger Feuerwehr veröffentlicht Video vom Einsatz +++

In der Nacht veröffentlichte die Feuerwehr der Stadt Falkenberg auf Facebook diesen Post: „Unfassbar, kein Halten! Unzählige Helfer vor Ort. Wir geben alles, bis zu vollständigen Erschöpfung. Ein riesen Dankeschön an alle Helfer.“

+++ 08:42 Uhr Deutsche Bahn schränkt Zugverkehr in Elbe-Elster ein +++

Die Deutsche Bahn hat wegen des Waldbrands im Landkreis den Bahnverkehr zwischen Leipzig und Cottbus unterbrochen. Betroffen sei der Abschnitt zwischen Torgau und Falkenberg (Elster) der Linie RE10, sagte ein Bahn-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen. Die Haltestellen entfallen. Ersatzweise sollten Busse zwischen Falkenberg (Elster) und Torgau fahren. Nach Angaben des Sprechers sollte der Zugverkehr bis in die Mittagsstunden hinein unterbrochen bleiben.

+++ 08:40 Uhr Waldbrand bei Falkenberg nach wie vor nicht unter Kontrolle +++

Die Befürchtungen des späten Abends bestätigen sich. Auch am Dienstagmorgen ist nach Angaben der Leitstelle Lausitz der Brand auf der Fläche von circa 850 Hektar nach wie vor nicht unter Kontrolle. Ebenfalls waren weitere Einsatzkräfte aus Spree-Neiße in der Nacht zur Unterstützung angerückt. Was die im Einsatz verletzten Feuerwehrkräfte betrifft, habe man derzeit keine weiteren Informationen.

Feuerwehrkameraden verletzten sich bei Brandbekämpfung

+++ 23:41 Uhr Mehr als 400 Einsatzkräfte sind vor Ort +++

An dem Brandeinsatz sind mehr als 400 Einsatzkräfte beteiligt, darunter auch überörtliche Kräfte aus Potsdam-Mittelmark, Cottbus und Oberspreewald-Lausitz.
Der Großbrand breitet sich weiterhin dynamisch aus, so das bittere Fazit Montagnacht. Im Verwaltungsstab gehen die Experten davon aus, dass die Brandbekämpfung die ganze Nacht weitergeht und mehrere Tage dauert. Ein Ende ist nicht absehbar, heißt es aus der Einsatzleitung.
Am Montagabend hatte sich Innenstaatssekretär Dr. Markus Grünewald im Verwaltungsstab vor Ort über das aktuelle Einsatzgeschehen informiert.

+++ 22:26 Uhr Sieben Einsatzkräfte bei Brandbekämpfung verletzt +++

Gegen 22 Uhr ist von der Leitstelle Lausitz zu erfahren, dass das Feuer bis dato nach wie vor nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Weitere Verstärkung aus Potsdam Mittelmark und Sachsen seien auf dem Weg zum Brandgebiet beziehungsweise bereits eingetroffen.
Eine Stunde später teilte die Kreisverwaltung mit, dass der Brand noch immer außer Kontrolle ist. Im Laufe des Tages und Abends hatte sich die Fläche auf rund 800 Hektar vergrößert. Während des Einsatzes hätten sich sieben Einsatzkräfte verletzt. Sechs von ihnen wurden in ein Krankenhaus gebracht, so der Kreis.

+++ 21:47 Uhr Cottbus schickt Hilfe nach Elbe-Elster ins Brandgebiet +++

Eine Tanklöscheinheit der Cottbuser Feuerwehr ist am Montagnachmittag zum Einsatz in das Waldbrandgebiet im Landkreis Elbe-Elster ausgerückt. Sie wurden von der Einsatzleitung angefordert.
Aus Cottbus sind insgesamt 14 Mann mit fünf Löschfahrzeugen auf dem Weg ins Brandgebiet bei Falkenberg. 13 der 14 Einsatzkräfte kommen von Freiwilligen Wehren aus der Stadt.
Darüber hinaus ist auch die Sondereinsatzgruppe (SEG) Flight aus Cottbus zum Waldbrand beordert worden, um per Drohne die Einsatzführung aus der Luft zu unterstützen, heißt es aus der Leitstelle Lausitz.
Weitere Feuerwehr-Fahrzeuge sind aus Potsdam-Mittelmark unterwegs nach Elbe-Elster. Diese Einsatzkräfte hat der Landkreis über das Innenministerium Brandenburg angefordert.

Rund 400 Menschen müssen evakuiert werden

+++ 20:22 Uhr Schweinemast in Kölsa und Photovoltaik-Anlage in Lönnewitz in Flammen +++

Kurz nach 20 Uhr berichten Anwohner, dass eine Ferkelaufzucht-Anlage am Ortsrand von Kölsa in Flammen steht. Wie der Kreis bestätigt, sind zahlreiche Tiere verendet. Wenige Minuten später erreicht LR.de von einem Anwohner diese Information: „Jetzt brennen auch die Photovoltaik-Anlagen in Lönnewitz.“
Dicke Qualmwolken steigen aus der Ferkelaufzucht-Anlange vor den Toren des Elbe-Elster-Dorfs Kölsa empor.
Dicke Qualmwolken steigen aus der Ferkelaufzucht-Anlange vor den Toren des Elbe-Elster-Dorfs Kölsa empor.
© Foto: Jens Berger

+++ 19:34 Uhr Rehfeld und Kölsa müssen am Abend evakuiert werden +++

Am Abend wird es Gewissheit: Rehfeld und Kölsa einschließlich Kölsa-Siedlung müssen evakuiert werden. Das Feuer breitet sich weiter dynamisch aus. Es ist inzwischen bis auf 150 Meter an die Ortslage Rehfeld herangerückt. Es bewegt sich auch auf Kölsa zu und ist bis auf 400 Meter an dem Ort dran.
Das Feuer wird für die Kölsaer zur sichtbaren Gefahr.
Das Feuer wird für die Kölsaer zur sichtbaren Gefahr.
© Foto: Jens Berger
Der Leiter des Verwaltungsstabes, Dirk Gebhard, hat deshalb vorsorglich eine Evakuierung der dortigen Einwohner (rund 400 Menschen) angeordnet. Diese wird aktuell durch die Polizei vor Ort begleitet. Busse stünden bereit, informiert die Kreisverwaltung. Bürger könnten sich unter der Telefonnummer 03535 46 4004 informieren.

+++ 17:55 Uhr Großaufgebot an Feuerwehren kämpft gegen die Flammen +++

Nach 17 Uhr verschlechtert sich die Lage. Laut Falkenbergs Stadtbrandmeister Sören Diecke ist das Feuer nach wie vor nicht unter Kontrolle. Eine Evakuierung der Orte Kölsa und Rehfeld mit rund 700 Einwohnern wird in Erwägung gezogen, da sich der Brand in Richtung der Ortschaften bewegt.
Mit 30 Fahrzeugen und über 200 Einsatzkräften vor Ort, gelingt es so schnell nicht, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Weitere Kräfte müssen alarmiert werden und anrücken.
Auch der erste Versuch, die Ausbreitung durch eine Riegelstellung zu vermindern, war nicht von Erfolg gekrönt. Anwohner werden gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten.