Wenn die Interessengemeinschaft „Historisches Feld“ in Kolochau sich etwas zu eigen gemacht hat, dann, den Menschen zu vermitteln, wie Landwirtschaft in früheren Zeiten funktioniert hat. Man hat sich auf den Zeitraum des „Überganges von Handarbeit zum Maschineneinsatz“ konzentriert, sagt Gerd Walter, neben Gerd Brzoza, Vorsitzender der Gemeinschaft.
Aber wie denkt er über die aktuellen Schwierigkeiten, beziehungsweise wie sind die Menschen damals damit umgegangen? Die erste, wohl etwas ironische gemeinte, Antwort lautet: „Man hat auf Gott vertraut.“
Allerdings schiebt Walter gleich eine Anmerkung nach. „Natürlich gab es damals auch heiße, trockene Sommer. Aber es hat meist regelmäßig geregnet und auch die meisten Winter waren kälter und schneereicher. In der Tendenz haben sich die Wechsel in den Jahren in der Regel ausgeglichen.“

Kolochau

Arbeitskräfte waren „billig“

Arbeitskräfte seien billig gewesen in jener Zeit, Tagelöhner und polnische Schnitter in unserer Region an der Tagesordnung. Wenn man früher nach dem Stellen der Kornmandeln das Getreide nach dem Trocknen zum Dreschen einfuhr, seien natürlich auch Unkräuter dabei gewesen.
Beim maschinellen Dreschen habe man dies aber durch den Gewichtsunterschied separiert, als Hühnerfutter verarbeitet und damit verhindert, dass im nächsten Jahr das Unkraut wieder auf dem Feld mitwachsen würde. Das habe einen Teil von Unkrautvernichtungsmitteln überflüssig gemacht.
„Natürlich kann man die damaligen Erträge nicht mit heute vergleichen“, so Walter. Kunstdünger oder ähnliches hätte sich ohnehin kaum ein Bauer leisten können. „Der Mangel an Technik wurde durch Handarbeit ersetzt. Kinder waren zeitig in die Feldarbeit involviert, egal ob beim Unkraut jäten oder nach dem Ende der Ernte mit der Schleppharke auf den Feldern unterwegs, um auch den letzten Halm vom Acker zu bringen.“

Garbenfest am Sonntag

Wer einen Einblick gewinnen möchte, wie das alles funktioniert hat, der ist herzlich eingeladen, das Garbenfest am 17. Juli ab 11 Uhr in Kolochau zu besuchen. Neben den Plessaer Blasmusikanten und einem Programm des Kindergartens erwarten die Besucher unter anderem ein Bauernmarkt und Vorführungen der Entwicklung „von der Sense hin zum Mähdrescher“. Vielleicht wird dabei manchem auch wieder bewusst, wie viel Arbeit und wohlwollender Witterungseinfluss notwendig ist, um Grundlagen für Lebensmittel zu erzeugen.