Gymnasium Herzberg
: So laufen die Proben fürs Oratorium „Odyssee“

Die Musikkurse des Gymnasiums Herzberg führen das Oratorium „Odyssee“ auf. Die Proben haben einen hohen Spaßfaktor, auch zur Freude des Komponisten. Was kommt dabei heraus?
Von
Birgit Rudow
Herzberg
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Letzte Probe im Gymnasium vor der Generalprobe am Donnerstag mit Band, Orchester und Solisten. Christoph Reuter gibt alles. Die Schülerinnen und Schüler der Muskkiurse de Herzbeger Gymnasiums auch.

Letzte „Odyssee“-Probe im Herzberger Gymnasium vor der Generalprobe und Aufführung. Der Berliner Momponist Christoph Reuter gibt alles.

Birgit Rudow
  • Musikkurse des Gymnasiums Herzberg proben für Oratorium „Odyssee“.
  • Aufführung am 26. September in der Stadtkirche St. Marien.
  • Komponist Christoph Reuter und Lehrerin Daniela Uhlig leiten Proben.
  • Handlung: moderner Soldat sucht nach Heimkehr Halt; basiert auf Homers Dichtung.
  • Generalprobe mit Solisten, Chor und Philharmonie geplant; Eintritt frei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„O-dys-see, O-dys-see“ - immer wieder fordert Christoph Reuter die jungen Leute auf, diese Silben zu sprechen und zu singen, bis die kraftvolle Betonung seinen Vorstellungen entspricht. Das hört sich richtig gut an. Es ist die letzte Probe der beiden Musikkurse der 11. und 12. Klassen des Herzberger Gymnasiums mit dem Berliner Komponisten des Oratoriums „Odyssee“.

Am Donnerstag (26. September) wird das Oratorium in der Herzberger Stadtkirche St. Marien aufgeführt. Die meisten der knapp 50 Jugendlichen sind weder Musik-Profis, noch Schüler einer Musikschule. Was finden sie an einem Oratorium, das sich zudem an eine tausende Jahre alte Dichtung von Homer anlehnt?

Es muss der Spaß sein. Marian und Niclas aus der 12. jedenfalls finden das Projekt super. Auch, und vor allem, „weil die Gruppenstimmung toll ist und wir gemeinsam etwas machen“, sagen sie. Die Schüler verabschieden den Komponisten mit tobendem Applaus und Bravo-Rufen von der Probe. Fast Bayreuth-Stimmung.

Suche nach dem Halt im Leben

Christoph Reuter kann diesen jugendlichen Übermut gut einordnen. Er hat das Oratorium komponiert. Der Text stammt vom Dessauer Autoren Andreas Hillger. Aus den Irrfahrten des griechischen Königs Odysseus nach dem Sieg bei Troja wird „die Geschichte eines heutigen Soldaten, der aus einem fremden Krieg heimkehrt und vergeblich nach Halt in seinem alten Leben sucht. Die originalen Fabelwesen und Feinde des Helden werden in zeitgemäße Gestalten und Situationen übersetzt und mit einer mitreißenden, suggestiven Musik beschworen“, heißt es in der Ankündigung. So lernten die Schüler zudem auch noch etwas über die griechische Mythologie, freut sich Reuter.

Oratorien unter Mitwirkung der Gymnasiums-Kurse haben in Herzberg Tradition. Und „Odyssee“ ist nicht das erste von Reuter komponierte Werk, das hier aufgeführt wird. Der Erfolg seines Beethoven-Stücks „Unerhörte Schönheit“ vor zwei Jahren war Grundlage für eine erneute Zusammenarbeit. Zu drei Proben ist der Komponist nach Herzberg gekommen. Die Hauptarbeit mit den Schülerinnen und Schülern lag seit einem halben Jahr aber bei Musiklehrerin Daniela Uhlig und Kantorin Solveig Lichtenstein. „Wir haben einstudiert und Christoph hat den Feinschliff gesetzt“, sagt Daniela Uhlig.

Komponist verspricht tolle Aufführung in Herzberg

Am Donnerstag (26. September) um 14 Uhr steigt die Generalprobe – erstmalig mit den Solisten, dem Kinder- und Jugendchor St. Marien, einer Band und der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Die Aufführung beginnt um 18 Uhr. Dazwischen spendiert der Förderverein des Gymnasiums Pizza, damit alle durchhalten. Der Eintritt zum Oratorium ist frei, weil die Herzberger laut Reuter erfahrungsgemäß großzügig spenden.  „Das wird ganz toll und für die jungen Leute eine völlig neue Erfahrung. Ich danke ihnen für die Zeit, die wir miteinander hatten“, sagt er.