Es ist das alltägliche Familienleben, das es gut zu organisieren gilt, damit es möglichst reibungslos abläuft. Das kennen alle Eltern ohnehin. Für Alleinstehende kommt allerdings erschwerend hinzu, dass kein Partner da ist, der einfach kurzfristig eine entstandene Lücke füllen könnte und geht es auch nur um das Abholen aus der Kita.
Solche Dinge sind auch Ann-Kathrin Ruprecht wohlbekannt. Die junge Mutter lebt mit ihren Töchtern Alina (9) und Lia (2) in Falkenberg und versucht, wie viele andere auch, Beruf, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bekommen, und zwar so, dass es möglichst wenig klemmt.
Ausflüge "ins Grüne" in der näheren Umgebung sind sowohl für die Kinder als auch für die Mama eine willkommene Abwechslung im Alltag.
Ausflüge „ins Grüne“ in der näheren Umgebung sind sowohl für die Kinder als auch für die Mama eine willkommene Abwechslung im Alltag.
© Foto: Rico Meißner

Alleinerziehende Mutter aus Falkenberg ist Arbeitgeber dankbar

Die Probleme, die entstehen können, scheinen manchmal banal, aber sind oft entscheidend. Wenn die Kita beispielsweise erst morgens um sechs Uhr öffnet, aber man um diese Zeit bereits im Zug sitzen muss, um seine Ausbildungsstätte rechtzeitig zu erreichen, dann hat man ein echtes Problem. „So war der Alltag einfach nicht zu schaffen“, erinnert sie sich. „Und dann kam auch noch Corona dazu. Die Kleine war zwei Monate alt, die Große in der ersten Klasse und obendrauf dann noch solche Sachen wie Homeschooling.“ Mittlerweile hat die Altenpflegehelferin diese Probleme aus der Welt geschafft.
Sie arbeitet jetzt bei der AWO Alltagshilfe „Elster-Glanz“ im Betreuungs- und Entlastungsdienst und ist ihrem Arbeitgeber dankbar. „Mit meinen jetzigen Tätigkeiten und den Arbeitszeiten komme ich gut klar, auch im Hinblick auf die beiden Mädchen. Die Leute dort haben wirklich viel Verständnis für meine Situation.“ Auch die räumliche Nähe von Kita und Grundschule zur Wohnung sei ein großes Plus, zumal „die Große jetzt ohnehin meistens alleine hin und zurückläuft“.
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Finsterwalde/Sonnewalde

Haushaltsführung: gut strukturiert sein ist alles

Den heimischen Haushalt hat sie gut im Griff, betont aber: „Das muss alles echt gut strukturiert sein, sonst läuft gar nichts. Wenn morgens etwas Unerwartetes dazwischenkommt, ist der Tag unter Umständen im Eimer.“ Und gerade am Wochenende merke man es deutlich. Da gilt es nach dem Frühstück die Kinder zu unterhalten, das Mittagessen vorzubereiten und den Haushalt mit all jenen Dingen, die unter der Woche liegengeblieben sind, zu stemmen. Hinzu kommen die Hobbys der Kinder. Alina geht zum Hip-Hop Tanzen oder zur Freiwilligen Feuerwehr in Schmerkendorf, wo sie hingebracht und wieder abgeholt werden muss. „Oder sie möchte zu Freundinnen, dann ist es das gleiche Spiel. Lia ist da noch unproblematisch. Die freut sich schon, wenn sie raus aus der Wohnung und im Grünen sein kann“, erzählt Ruprecht.
Unterstützung erhält sie neben ihrer Freundin Melanie durch ihre eigene Mutter oder Alinas Oma. Auch ältere Frauen im Haus hätten ihr bereits angeboten, hin und wieder auf die Kinder aufzupassen. „Solche Unterstützung ist extrem wichtig und ich bin auch sehr dankbar dafür.“

Falkenberg

Falkenberger Familie muss auf besondere Ausflüge sparen

Mit den Vätern gibt es wenig, eigentlich gar keinen, Kontakt. Lias Vater möchte keinen Umgang mit seiner Tochter und der Umgang von Alina mit ihrem Vater ist aufgrund persönlicher Umstände derzeit ausgesetzt. Von einem Ex-Partner erhält Ruprecht, wenn auch unregelmäßig, Unterhalt, von dem anderen nur einen Unterhaltsvorschuss vom Landkreis. Klagen über ihre finanzielle Situation möchte sie aber dennoch nicht.
„Wir kommen eigentlich ganz gut zurecht. Klar kann man keine großen Sprünge machen, aber es geht. Vieles wird ja übernommen, etwa Kita- und Hortgebühren oder Schulessen“, erzählt die Mutter. Große Ausflüge seien aber in der Regel nicht drin. Kleinere aber doch. Etwa in das Herzberger Tiergehege, an den Kiebitz oder in den Garten ihrer Mutter. „Und auf jeden Fall einmal im Jahr in den Leipziger Zoo“, ergänzt sie die Liste. Aber auf solche Sachen muss hingespart werden. Ebenso wie für das ganz große Urlaubsziel, einmal nach Disneyland in Paris. Dafür versuche sie regelmäßig etwas wegzulegen, aber sobald eine unvorhersehbare Ausgabe kommt und Ebbe in der Kasse ist, muss auch diese Rücklage angegriffen werden. „Ich versuche aber, das dann zeitnah wieder aufzufüllen“, lächelt Ruprecht.

Falkenberger Familie kommt gut zurecht

Aber wie ist es, wenn man eben nicht schnell sagen kann, „Schatz, nimm mal die Kinder, ich brauche einfach jetzt eine Stunde Ruhe“? Darüber denkt sie kurz nach und meint dann: „Naja, in solchen Momenten gibt es nur Kopf hoch und weitermachen. Da ist man gezwungen, zu funktionieren.“ Generell kommt sie mit dem Alleinleben klar, aber hin und wieder ist doch der Gedanke an einen festen Partner da. „Klar wäre es in einer festen Partnerschaft wahrscheinlich schöner. Gerade für die Kinder wäre ein Vater in der Erziehung hin und wieder sicher nicht das Schlechteste.“
Gegenwärtig kommen die drei aber auch gut alleine zurecht und versuchen, aus allem das Beste zu machen und optimistisch in die Zukunft zu schauen.

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