Bauer sucht Frau auf RTL
: Landwirt aus Elbe-Elster im TV – das verspricht er sich von Doku-Soap

Ein Hobby-Pferdebauer aus Elbe-Elster ist auf der Kandidatenliste der RTL-Doku-Soap „Bauer sucht Frau“ gelandet. Was erwartet er davon und wie kam er dazu?
Von
Rico Meißner
Herzberg
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  • Der Hobbybauer Max aus Elbe-Elster unterwegs mit dem Fahrrad und mit zwei seiner Pferde zu einer bereitstehenden Koppel.

    Der Hobbybauer Max aus Elbe-Elster unterwegs mit dem Fahrrad und mit zwei seiner Pferde zu einer bereitstehenden Koppel.

    RTL
  • Natürlich gehört zu jedem Bauernhof, und sei er noch so klein, ein Traktor.

    Natürlich gehört zu jedem Bauernhof, und sei er noch so klein, ein Traktor.

    Rico Meißner
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Er wirkt ausgesprochen energiegeladen und lebenslustig. Nennen wir ihn Hobby-Pferdebauer Max aus dem Landkreis Elbe-Elster. Viel detaillierter geht es im Moment nicht, denn er ist einer der neuen Kandidaten bei der RTL-Doku-Soap „Bauer sucht Frau“. Und der rüstige Rentner hat ein bewegtes Leben bereits hinter sich und blickt mit großer Vorfreude in die Zukunft.

„Wenn ich zurückdenke, fing mein Leben eigentlich nach der Schule Anfang der siebziger Jahre so richtig an“, sagt er, in der Sonne sitzend, auf seinem Hof. „Eigentlich wollte und sollte ich Schornsteinfeger werden, aber wie es manchmal so läuft, der Sohn vom Chef bekam die Stelle und ich musste mir etwas Anderes suchen.“ Dieses Suchen endete in einem Beruf als Berufskraftfahrer.

„Damals, zu Ostzeiten, bin ich am Anfang viel für das Metallleichtbaukombinat unterwegs gewesen und habe verschiedene Arbeiten gemacht. Nach der Wende habe ich dann bei Speditionen im Westen der Republik angefangen. Entgegen dem, was viele glauben, lassen sie ihre LKW nicht einfach kreuz und quer durch Europa fahren. Da gibt es Spezialisierungen, etwa nach Spanien oder nach Italien.“

LKW-Touren bis in die Vereinigten Arabischen Emirate

Sein Weg führte ihn weiter weg. Er übernahm eine Stelle bei einer Spedition in Bayreuth und von da an hieß die Richtung: Südosten. „Die Fahrten gingen durch Rumänien, Bulgarien, Griechenland, die Türkei, den Iran bis in die Vereinigten Arabischen Emirate“, berichtet er. Hauptsächlich Maschinenteile, Baumaschinen und Düngemittel seien Bestandteil der Ladung seines 40Tonners gewesen. „Auf dem Rückweg waren es in den 90er Jahren Massen an Jogginganzügen aus Istanbul“, lacht Max. „Aber eigentlich alles an Textilien lief wahnsinnig gut. Aber die Jogginganzüge, egal ob glitzernd, schillernd oder ganz normal, sind mir immer noch in Erinnerung.“

Was sich schnell als praktisch erwiesen habe, war der Einkauf von Marlboro Zigaretten. Damit konnte der eine oder andere Zöllner schnell beschwichtigt werden, wenn es hieß: „Ladung nicht gut“. Der Ladung fehlte allerdings in fast allen Fällen überhaupt nichts.

Bauer sucht Frau-Kandidat ist wegen der Liebe nach Elbe-Elster gekommen

Max stammt ursprünglich gar nicht aus der Region. „Eigentlich komme ich aus dem Gebiet zwischen Schleiz und Plauen. Hierher bin ich damals wegen der Liebe gekommen.“ Und auch über seine Liebe zu Pferden. Denn seine zweite Frau war eine passionierte Reiterin. „Wir haben uns immer einmal bei Turnieren getroffen und ganz normale Gespräche geführt. Plötzlich hörte ich, sie ist verheiratet. Na gut.“

Aber vor 10 Jahren klingelte das Telefon und es gab einen neuen Kontakt. Also haben sich die beiden ein paar Mal getroffen, Max gab seine alte Arbeitsstelle auf und suchte sich eine Beschäftigung in der Region und die beiden zogen zusammen, auf einen „kleinen, überschaubaren Bauernhof“, wie er es nennt. 2017 ist er in Rente gegangen und hat sich mit seinen vier Haflinger Pferden, die er für den Fahrsport ausbildet, einen Kindheitstraum erfüllt.

Seine damalige Frau sei eine begeisterte und engagierte Helferin dabei gewesen. Probleme gab es erst, als deren Tochter aus erster Ehe in die Pubertät kam. Das Pendeln an jedem Wochenende zum hunderte Kilometer weit weg wohnenden Vater wurde allmählich zu einer Schwierigkeit und so entschieden sich beide zu einer einvernehmlichen Trennung.

Momentane Gesellschaft auf dem Hof: Vier Pferde und ein Kater

Seitdem lebt Max allein auf dem Hof und das war auch der Grund dafür, dass er sich bei der RTL-Sendung beworben hat. Wobei diese Bewerbung ein wenig skurril ablief. „Ich hatte mir die Nummer aus dem Fernsehen notiert, als Bewerber gesucht wurden“, berichtet der 69-Jährige. „Aber irgendwie habe ich keinen an die Strippe bekommen und dachte mir, gut, dann eben nicht.“

Das änderte sich allerdings kurze Zeit später. „Auf meinem Handy kam ein Anruf mit Berliner Nummer und ich dachte sofort an einen alten Fernfahrerkollegen, der dort wohnt und sich ewig nicht gemeldet hat. Entsprechend bin ich auch ans Telefon gegangen. Gott sei Dank hat die junge Frau am anderen Ende der Leitung es mit Humor genommen.“

Nun ist er auf der Suche nach einer neuen Partnerin via Fernsehen. Momentan sind neben den Pferden nur ein Kater die Begleitung auf dem Hof. Abseits der Hofarbeit sollte Tanzen eines der Hobbys seiner neuen Partnerin sein. Tanzen? Max schmunzelt: „Meine Eltern hatten eine Gaststätte und in deren Saal wurden auch immer die jährlichen Tanzstunden abgehalten. Ich habe das relativ früh gelernt und bin immer dann eingesprungen, wenn ein Mädchen mal keinen Partner hatte. Ja, Tanzen ist wichtig für mich. Am besten ist es, wenn du mit Partnerin der erste auf der Tanzfläche bist. Dann hast du noch genügend Platz.“

Tanzen und Gespräche wären schön

Aber natürlich geht es ihm nicht nur um das Tanzen. „Auf alle Fälle sollte meine neue Partnerin mit Pferden umgehen können und keine Angst vor ihnen haben. Und ich meine damit nicht nur, sie zu streicheln, sondern auch mit mir gemeinsam alle anfallenden Arbeiten zu erledigen.“

Außerdem sind ihm Gespräche wichtig. „Wenn man beim Frühstück oder Abendbrot immer allein am Tisch sitzt, ist das wirklich nicht schön.“ Er kenne dies zwar noch aus seiner Zeit als LKW-Fahrer, aber auch da habe man am Rastplatz immer hin und wieder mal „bekannte Gesichter“ getroffen, mit denen man reden konnte.

Seine Bewerbung im Fernsehen nimmt er zuversichtlich. „Ich will mir noch keine großen Hoffnungen machen, aber vielleicht ist ja doch die richtige Partnerin dabei.“ Im Herbst wird es sich zeigen.