Das Neun-Euro-Ticket macht's möglich: Einfach einsteigen und mitfahren in allen Regionalbahnen und -bussen, ganz wie es die Zeit erlaubt. Die neun Euro dürfte – auch in Inflationszeiten – jeder Geldbeutel leisten können.
Doch ausgerechnet im Neun-Euro-Sommer hat auch die Deutsche Bahn einmal mehr erkannt, dass sie sehr viel tun muss an ihrem teils desolaten Netz auch in der Lausitz. Und so kommt es, dass es ausgerechnet in der Sommerferien-Zeit gerade nicht wirklich so richtig Spaß macht, aus dem Süden Brandenburgs kurzerhand mit der guten alten Eisenbahn einfach mal in Richtung Norden, nach Berlin oder darüber hinaus zu fahren.

Darauf müssen sich Gubener Bahnfahrer einstellen

Was die Bewohner der Cottbuser Region seit Wochen in Bezug auf ihre so wichtige Regionalexpresslinie RE2 der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) in Richtung Hauptstadt nervt, verschont auch unverdrossene Bahn-Enthusiasten in der Gegend rund um Guben und Kerkwitz nicht.
Für Pendler und Freizeit-Bahnfahrer aus Cottbus kommt es in den kommenden Tagen damit noch dicker. Denn auch in Richtung Osten heißt es jetzt wieder regelmäßig umsteigen in den Bus. Statt auf der schnellen Schiene in rund vierzig Minuten zwischen Cottbus und Guben geht es ab Sonntag (24. Juli) zwischen der Neißestadt und dem einsamen Haltepunkt in Peitz Ost nur noch mit dem Schienenersatzverkehr.
Die schon seit Wochen immer wieder genervten Pendler auf der Strecke der Regionalbahn RB11 zwischen Cottbus und Frankfurt (Oder) müssen sich noch mindestens bis Mitte August auf so mache Überraschung einstellen.

Oberleitungen sind der Grund für den Sommer-Ersatzverkehr

Grund für die wochenlangen, nervigen Behinderungen im Lausitzer Regionalbahnnetz speziell zwischen Cottbus und Frankfurt (Oder) sind nach Angaben der Bahn dringend notwendige Arbeiten an den Oberleitungen für die elektrisch betriebenen Züge. Dass dabei auch diesmal wieder ein ungewöhnlich langer Streckenabschnitt gesperrt werden muss, während die Oberleitungs-Fachleute am Werk sind, ist einer von der Bahn selbst verschuldeten Misere geschuldet. In den zurückliegenden drei Jahrzehnten wurden nämlich zahlreiche Weichen und damit auch Ausweichmöglichkeiten aus dem Netz entfernt. Und so bietet sich auf der doch zweigleisigen Strecke zwischen Guben und Peitz Ost nirgendwo auch nur eine einzige Möglichkeit zum Gleiswechsel mehr. Das vereinfacht die Betriebsführung für die allzu Effizienz verliebte Bahn, macht aber auch bei kleinen Baustellen Sperrabschnitte außergewöhnlich lang.

So läuft die Fahrt zwischen Cottbus und Guben

Die Züge der Linie RB11 fallen zwischen Guben und Peitz Ost von Sonntag, 24. Juli bis zum Sonnabend, 30. Juli, aus. Die Bahnen werden dann auf der Strecke durch Busse ersetzt. Und das gilt in diesem Fall nicht für Tages-Randzeiten irgendwann in der Nacht, sondern jeden Tag zwischen 6.30 Uhr und 18.30 Uhr.

Wo es detaillierte Fahrplan-Informationen gibt

Ausführliche und detaillierte Fahrplan-Informationen rund um die Sperrungen der Bahnstrecke zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus gibt es auf der Bauinfo-Seite der Deutschen Bahn im Internet. Fahrgäste suchen dann einfach beim RE11.
Die genauen Abfahrtszeiten ab dem 24. Juli finden sie auf dieser Internetseite der Bahn direkt.
Wer sich aus Guben oder Kerkwitz auf den Weg in Richtung Cottbus macht, muss dabei auch noch die bis zu 37 Minuten späteren Fahrzeiten der Busse berücksichtigen. In Peitz Ost und in Guben haben die Pendel-Ersatzbusse dann jeweils Anschluss an die Züge des nächsten Taktes zur Weiterfahrt in Richtung Cottbus oder eben Frankfurt (Oder).

So rollt's Anfang August zwischen Cottbus, Guben und Frankfurt (Oder)

Die meisten Züge der Linie RB 11 (Frankfurt (Oder) – Cottbus) fahren vom Montag, 1. August bis zum Freitag, 5. August, von Frankfurt (Oder) bis Cottbus ein paar Minuten später. In der Gegenrichtung fahren die Züge von Guben bis Frankfurt (Oder) in dieser Zeit nach Angaben der Bahn dann auch bis zu neun Minuten später ab.

So geht’s mit der Bahn am besten von Guben nach Berlin

Wer aus der Region um Guben in dieser hochsommerlichen Neun-Euro-Ticket-Saison mit der Bahn nach Berlin fahren will oder gar muss, sollte auf jeden Fall die Strecke über Frankfurt (Oder) im Visier behalten. Dort gibt es zwar immer wieder kurze Unterbrechungen, doch die meisten Züge der Linie RE1 fahren irgendwie vom Frankfurt (Oder) bis mitten in die Hauptstadt. Genau Informationen dazu gibt es auf der Bauinfo-Seite der Deutschen Bahn im Internet. Dort suchen Fahrgäste dann nach den Informationen zum RE1.
Die alternative Schienenroute über Cottbus macht mindestens bis Ende August nämlich noch viel weniger „Spaß“. Weil der Bahnhof in Königs Wusterhausen bis dahin auch für S-Bahnen gesperrt bleibt, geht es von dort aus nur mit dem Ersatzbus zum Hauptstadtflughafen BER und von da per Schiene in die Berliner Innenstadt.

So bereiten sich Bahnreisende aus der Lausitz am besten vor

Schlau ist, wer sich spätestens einen Tag vor einer geplanten Zugfahrt zwischen Guben, Cottbus, aber auch weiter Richtung Spreewald und Berlin noch einmal genau über aktuell geltende Einschränkungen informiert.
Dafür nutzt man am besten die Internetseiten der Deutschen Bahn, der Odeg oder des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Alle drei Unternehmen bieten dafür auch eigene, kostenlose Apps für Apple- und Android-Handys an.
►Bei Sperrungen und Umleitungen müssen Fahrgäste oft deutlich mehr Zeit einplanen. Immer gibt es zwar einen Ersatzverkehr mit Bussen. Die Busse aber sind immer länger auf der Strecke als der Zug.
Radfahrer oder gar ganze Radler-Gruppen haben im Bus-Ersatzverkehr nur begrenzte Chancen zur Mitnahme. Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder können mit dem Ersatzverkehr zwar eingeschränkt befördert werden. Bei wenig Platz haben Rollstühle und Kinderwagen aber immer Vorrang. Ein Anspruch auf Mitnahme des Fahrrades besteht dann nicht.