Heizen in Guben: Amateure an Ofen und Kamin – so schnell brennt der Schornstein

Schornsteinbrände häufen sich zu Beginn der Heizperiode. Wie man einem solchen Brand vorbeugen kann. (Symbolfoto)
Jens Berger- Beginn der Heizperiode: Schornsteinbrände in Kolkwitz durch verstopfte Ofenrohre und falsche Brennstoffe.
- Schornsteinfeger Pascal Natho warnt: Regelmäßige Kontrollen und richtige Brennstoffe sind essenziell.
- Oft lagern sich Rußschichten in waagerechten Ofenrohren ab, was gefährlich ist.
- Heizöfen aus Polen müssen deutschem Baurecht entsprechen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dieser Einsatz ist gefährlich: Mit 24 Kräften rückt die Feuerwehr zu Beginn der Heizperiode aus, um einen Schornsteinbrand in Kolkwitz zu löschen. Die Bewohnerin bleibt unverletzt. Die Kameraden legen Atemschutz an und gehen in die Wohnung, um die brennbaren Materialien aus dem Ofen zu holen.
Mit der Drehleiter fahren sie anschließend zum Schornstein. Der wird ausgekehrt, um die Flammen zu löschen. In einem solchen Fall beordert die Leitstelle Lausitz einen Schornsteinfeger zum Brand.
Vor dem Beginn der Heizsaison müssen alle Schornsteine auf Benutzbarkeit überprüft werden, hat die Cottbuser Feuerwehr nach diesem Einsatz geraten. „Doch das ist längst nicht alles“, sagt Bezirksschornsteinfegermeister Pascal Natho aus Guben.
Schornsteinfegermeister aus Guben erlebt Unfassbares
Es ist teilweise sehr erstaunlich, wie brandgefährlich es bei einigen zugeht. „Vor der Heizperiode sollte man unbedingt darauf achten, dass die Ofenrohre frei sind“, sagt Pascal Natho. Er betreut in Frankfurt (Oder) einen Kehrbezirk und ist darüber hinaus für Fremdkundschaft in Guben, Atterwasch, Kerkwitz und Groß und Klein Gastrose unterwegs.

Zu einem Schornsteinbrand ist die Feuerwehr zu Beginn der Heizperiode nach Kolkwitz ausgerückt. Das Feuer in einer Esse ist nicht ungefährlich gewesen.
Christoph Lohse / Blaulichtreport LausitzNicht selten lagere sich in den Ofenrohren eine dicke Rußschicht ab. Das sind nicht verbrannte Partikel. Im schlimmsten Fall setzt sich das Rohr zu, sodass der freie Querschnitt nicht mehr ausreicht: Der Ofen wird angeheizt, schlägt während des Betriebes um und verqualmt die gesamte Wohnung. „Dann fängt man an, die glühende Materialien herauszureißen, rennt durch das ganze Haus und schmeißt sie auf den Hof“, sagt der Schornsteinfegermeister. Vor allem die waagerecht verlaufenden Ofenrohre seien anfällig für eine Verstopfung. Der Betreiber müsse sie regelmäßig kontrollieren. Das sei nicht die Aufgabe des Schornsteinfegers.
Ein Feuer im Schornstein kann durch eine Fehlbedienung des Ofens entstehen. Falsche Wahl der Brennstoffe führt zu einer Versottung. Der Schornstein verteert zunehmend. Kommt man beispielsweise in der Übergangzeit auf die Idee, seinen Kaminofen abends schnell mal anzuheizen, legt viel trockenes Holz auf und zündet den Stapel an, kann das passieren: Flammen schlagen bis in den Schornstein und entzünden die Ablagerungen. Oder der Ruß im Ofenrohr fängt Feuer. „Das geht oft schneller als einem lieb ist“, sagt Pascal Natho aus Erfahrung. Brennt der Schornstein, wird die Feuerwehr wie im Fall Kolkwitz gerufen.

Pascal Natho ist Bezirksschornsteinfegermeister in Frankfurt (Oder). Der 48-jährige Gubener kehrt auch in Guben, Atterwasch und Kerkwitz.
Pascal NathoSchornsteinpflege hilft, dem vorzubeugen. Die Anzahl der Kehrungen ist entscheidend. „Wenn ich von Oktober bis April durchheize, jeden Tag mit einer Ladung Holz oder Holz und Kohlen, muss ich dann auch dementsprechend häufig den Schornsteinfeger anrufen und eine Kehrtermin vereinbaren. Beim Schornsteinreinigen wird die Brandlast verringert. Wir wollen vorbeugen“, erklärt der Meister.
Bei den gelegentlich genutzten Kaminöfen kommt der Schornsteinfeger einmal im Jahr. Bei ganzjährig benutzten Anlagen sollte der Schornstein mindestens zweimal oder sogar dreimal gekehrt werden. Je nach Einzelfall legt der Schornsteinfeger das fest. „Er sieht, welche Rußlast im Schornstein vorhanden ist“, sagt Pascal Natho.
Worauf beim Heizen besonders zu achten ist
Das Kehren nützt allerdings nicht viel, wenn der Ofen falsch beheizt wird. Beispielsweise mit nassem Holz. Oder, wenn der Ofen nicht richtig bedient wird. Wird ein Schwelbrand fabriziert, folgt eine starke Rußbelastung, die zu dem teerartig ist. Diese Ablagerungen bekommt man mechanisch nicht entfernt. Dann entsteht ein Dilemma. Der Teeransatz brennt richtig gut. Fängt der Feuer, gibt es meist einen hohen Sachschaden, so der Schornsteinfegermeister.

Die Feuerwehr fährt mit der Drehleiter zum Schornstein. Anschließend kehrt ihn ein Schornsteinfeger aus. Bei Bränden dieser Art kann hoher Sachschaden entstehen.
Christoph Lohse /Blaulichtreport LausitzWichtig ist deshalb, den Ofen nach den Herstellerangaben zu benutzen und nur den zugelassenen Brennstoff nach Umfang, Länge und Feuchtigkeit einzusetzen.
Für den Kaminofen aus Polen ist jetzt das wichtig
Wer in Grenznähe wohnt und einen Kaminofen in Polen kauft, soll vorsichtig sein. Nicht jedes Fabrikat ist für den Einbau in Deutschland zugelassen. „Im polnischen Baumarkt erkennt man den zugelassenen Ofen sofort“, sagt Pascal Natho. Ist das Typenschild in deutscher Sprache, dürfte einer Nutzung nichts widersprechen.
Sind sie dagegen in polnischer oder tschechischer Sprache ausgefüllt, sei das das erste Anzeichen, dass der Ofen nicht für den deutschen Markt zugelassen sei. Wer trotzdem einen solchen Ofen aufstelle, bekomme ihn nicht abgenommen. Es gelte nationales Baurecht.


