Tanken in Polen
: Spritpreise plötzlich gesunken, Schlangen an der Tankstelle

Aufgrund des Iran-Kriegs waren auch in Polen die Spritpreise beim Tanken hoch. Doch jetzt tritt Preisdeckelung für Treibstoff in Kraft. Das hat Folgen.
Von
Marcel Laggai
Zasieki/Forst
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Tanken in Polen

An der Circle-K-Tankstelle in Zasieki (Polen) bei Forst (Lausitz) sind die Spritpreise deutlich gesunken. Deutsche Tanktouristen müssen zeitweise Warteschlangen beim Tanken in Kauf nehmen.

Marcel Laggai
  • Polen führt seit Dienstag Preisobergrenzen für Benzin und Diesel ein.
  • Auch Mehrwert- und Energiesteuer sind gesenkt – Treibstoff wird spürbar günstiger.
  • In Zasieki bei Forst bilden sich Schlangen, Grenzverkehr nimmt deutlich zu.
  • Beispielpreise: Super 1,44 Euro, Diesel 1,78 Euro – teils über 60 Cent unter Deutschland.
  • Regierung erwägt Begrenzungen, teils Rationierung an Zapfsäulen wegen drohender Knappheit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Polen gelten seit Dienstag (31. April 2026) täglich von der Regierung festgelegte Preisobergrenzen für Kraftstoff – also für Benzin und Diesel. Zudem sind die Mehrwert- und Energiesteuer gesenkt worden, um den polnischen Verbrauchern Erleichterung zu verschaffen.

Laut dem Energieministerium darf der Liter Normalbenzin am Dienstag nicht mehr als 6,16 Zloty (umgerechnet etwa 1,44 Euro) kosten. Die Preisobergrenze für den Liter Super liegt demnach bei 6,76 Zloty (etwa 1,58 Euro) und für Diesel bei 7,60 Zloty (etwa 1,77 Euro). Das ruft auch die deutschen Tanktouristen auf den Plan. Seit Dienstagmorgen hat der Grenzverkehr in Zasieki bei Forst (Lausitz) spürbar zugenommen.

An der Circle-K-Tankstelle, die sich nur knapp drei Kilometer hinter der Grenzbrücke bei Forst-Sacro befindet, müssen Grenz-Pendler um die Mittagszeit sogar warten. Kein Wunder, denn der Treibstoff ist dort im Schnitt gut drei Cent günstiger als bei der benachbarten Aral oder Apexim AB.

Über 60 Cent Unterschied zwischen Deutschland und Polen

Gegen 12 Uhr kostet der Liter Diesel 1,78 Euro und der Liter Super (95er) liegt bei nur 1,44 Euro. Für die deutschen Tanktouristen ist das offensichtlich ein lohnender Ausflug nach Polen. Der Verkehr ist spürbar erhöht.

Zum Vergleich: An den Tankstellen in Forst liegt der Liter Diesel zur selben Zeit bei knapp 2,40 Euro. Für einen Liter Super werden Preise zwischen 2,25 und 2,30 Euro verlangt. Bei Diesel ergibt das einen Preisunterschied von mehr als 60 Cent pro Liter. Dabei sind die Preise in Zasieki seit den Morgenstunden bereits leicht gestiegen.

„Tatsächlich lag der Dieselpreis heute Morgen bei nur 1,72 Euro pro Liter“, sagt Mario Mazurkiewicz, der seit vier Jahren einen Obst- und Gemüsestand direkt neben der Circle-K-Tankstelle betreibt. Seit Beginn des Iran-Kriegs und der dadurch bedingten Preissteigerungen für Kraftstoffe erlebt er den Ansturm der Deutschen auf den polnischen Sprit nahezu täglich. Er berichtet sogar von vollen Wagenladungen mit mehreren Kanistern.

Erlaubt ist jedoch lediglich ein 20-Liter-Kanister für den eigenen Gebrauch. Doch diese Hamsterkäufe sind der polnischen Regierung bereits ein Dorn im Auge. So hat der polnische Außenminister Radosław Sikorski angekündigt, dass deutsche Kunden von solchen Hamsterkäufen künftig ausgeschlossen werden sollen.

Tanken in Polen: Sprit könnte knapp werden

Wie das geschehen soll, ist bislang allerdings unklar. Mario Mazurkiewicz hat von Spekulationen gehört, die Abgabemenge auf 30 Liter pro Person zu begrenzen. „Wenn das hier so weitergeht, dann könnte es spätestens zu Ostern knapp mit dem Sprit werden“, glaubt er. Jüngst sei bei der Circle-K-Tankstelle schon einmal der Sprit ausgegangen, sodass die Tanktouristen auf die anderen Tankstellen in der Umgebung ausweichen mussten.

Die knapp einen Kilometer entfernte Soil-Tankstelle musste die Kraftstoffmenge zwischenzeitlich sogar bereits begrenzen. Darauf wiesen gut sichtbare, rote Schildchen an den Zapfsäulen hin. Darauf stand: „Achtung! Benzin oder Diesel, maximal 60 Liter pro Kunde!“ Tage später galt die Rationierung nur noch für Diesel, der auf 80 Liter pro Kunde begrenzt wurde. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Kraftstoffsituation in der Grenzregion von Forst und auch Guben entwickeln wird.