Nick Frischke in Südafrika vermisst
: Gericht prüft erneut mögliches Fehlverhalten der Polizei

Im Fall des in Kapstadt in Südafrika vermissten Nick Frischke aus Döbern prüft das Gericht, ob sich die Polizei bei Verhören falsch verhalten hat. Ein Zwischenverfahren ist angesetzt.
Von
dpa
Kapstadt
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Ein Gedenkschild an der Straße weist auf den vermissten Nick Frischke aus Döbern in Brandenburg hin. Der junge Mann gilt seit Februar 2023 als vermisst. Jetzt gibt es neue Entwicklungen in dem Fall. (Archivfoto)

Kristin Palitza/dpa
  • Gericht in Kapstadt prüft erneut mögliches Fehlverhalten der Polizei im Fall Nick Frischke.
  • Ein Zwischenverfahren wurde angesetzt, Videos von Verhören dienen als Beweismittel.
  • Vier Verdächtige sollen den 22-Jährigen ausgeraubt haben – gestohlene Gegenstände wurden gefunden.
  • Frühere Prüfung sah kein Fehlverhalten, nun wird die Rechtmäßigkeit der Verhöre begutachtet.
  • Mordanklage scheiterte bisher an Beweisen, die Verdächtigen plädierten auf nicht schuldig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Prozess um den in Kapstadt vermissten deutschen Urlauber Nick Frischke wird zum zweiten Mal ein mögliches Fehlverhalten der Polizei untersucht. Das Gericht stimmte einem von der Verteidigung geforderten Zwischenverfahren zu. Dabei soll geprüft werden, ob die Polizei die vier Tatverdächtigen nach gesetzlichen Vorschriften verhört hat. Zuvor hatte die Anklage im Amtsgericht Wynberg Videos von Verhören als Beweismittel vorgespielt.

Der aus Döbern in der Nähe von Forst (Landkreis Spree-Neiße) stammende Mann gilt seit dem 15. Februar 2023 als vermisst. Vier Tatverdächtige sind angeklagt, den damals 22-Jährigen gewaltsam ausgeraubt zu haben. In ihrem Besitz sind nach Aussagen der Polizei Frischkes Rucksack, Handy und Kreditkarte gefunden worden.

Erst Mitte März, 2026, hatte das Gericht nach einer mehrwöchigen Untersuchung ein Fehlverhalten der Polizei bei Ermittlungen ausgeschlossen. Damals hatte die Verteidigung der Polizei vorgeworfen, unrechtmäßig in das Haus eines der vier Tatverdächtigen eingedrungen zu sein, um Beweismaterial zu sichern. Das Zwischenverfahren soll am 8. Juli 2026 fortgesetzt werden.

Nicht genug Beweise für Mordanklage

Die vier Südafrikaner haben auf „nicht schuldig“ plädiert und befinden sich seit ihrer Festnahme vor etwa drei Jahren in Untersuchungshaft. Die Anklage gegen einen fünften Verdächtigen wurde aufgrund mangelnder Beweislage fallengelassen.

Bereits vor Monaten hatte der Chefermittler der Polizei, Dudley Truter, ausgesagt, einer der Tatverdächtigen habe einen der mutmaßlichen Mittäter in einer eidesstattlichen Erklärung beschuldigt, Frischke in den Rücken gestochen zu haben. Der Tourist habe aufgrund der Verletzung nicht mehr richtig laufen können, sagte Truter mit Verweis auf die Erklärung. Versuche der Nationalen Strafverfolgungsbehörde NPA, ausreichende Beweise für eine Mordanklage zu sammeln, blieben bislang erfolglos.

Frischkes letztes Lebenszeichen ist ein von einer Sicherheitskamera aufgenommenes Foto, das den jungen Mann aus Brandenburg in Sportkleidung auf dem Weg zu einem Wanderpfad am Fuße des Karbonkelbergs in Hout Bay zeigt.

Nur wenige Tage nach dem Verschwinden geraten die vier Südafrikaner aus Hout Bay in den Fokus der Ermittlungen. Bei einer Polizeirazzia, die ursprünglich einem anderen Einbruch galt, finden Beamte in einer Hütte am Fuße des Nationalparks Frischkes Rucksack, Smartphone, Bankkarten und weitere Habseligkeiten. Besitzer der Hütte ist einer der Verdächtigen.

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