Landratswahl SPN 2026
: FDP, Linke und Grüne empfehlen diese Kandidaten

Zur Landratswahl 2026 in Spree-Neiße treten FDP, Linke und Grüne nicht an. Alle drei erklären Bewerbern anderer Parteien ihre Unterstützung. Das steckt dahinter.
Von
Harriet Stürmer
Forst
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Landratswahl Spree-Neiße 2026: Wahlunterlagen für die Wahl der Landrätin / des Landrates im Landkreis Spree-Neiße liegen auf einem Tisch. Die Wahl findet am 8. Mark 2026 statt.

Wahlunterlagen für die Wahl der neuen Landrätin oder des neuen Landrates im Landkreis Spree-Neiße liegen auf einem Tisch. Diese Kandidaten unterstüzen FDP, Linke und Grüne zur Landratswahl von SPN in 2026.

Frank Hammerschmidt
  • FDP, Linke und Grüne treten 2026 nicht an und unterstützen andere Kandidaten.
  • Grüne und Linke unterstützen Heiko Jahn (SPD) mit klarer Absage an AfD.
  • FDP unterstützt Martin Heusler (CDU) als Signal für Zusammenarbeit.
  • Kandidaten: Jahn (SPD), Heusler (CDU), Beyer (AfD), Hanschke (Die PARTEI).
  • Wahl am 8. März 2026; mögliche Stichwahl am 22. März 2026.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Noch anderthalb Wochen; dann ist Landratswahl in Spree-Neiße. Vier Bewerber um das höchste Amt in SPN treten am Sonntag, 8. März 2026, an. Sowohl CDU als auch SPD, AfD und Die PARTEI schicken Kandidaten ins Rennen.

FDP, Linke und Grüne haben keine eigenen Bewerber. Sie empfehlen andere Kandidaten. Welche?

Im Wahlkampf um den Landratsposten erklären nach der Lausitzer Linken jetzt auch die Bündnisgrünen ihre Unterstützung für den SPD-Kandidaten. „Nach einer breiten und intensiven Diskussion hat der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Spree-Neiße entschieden, Heiko Jahn als Landratskandidaten zu unterstützen“, heißt es in der entsprechenden Erklärung.

FDP zur Landratswahl: „Für Spree-Neiße steht viel auf dem Spiel“

Grundlage sei ein offener Austausch über die politische Zukunft des Landkreises gewesen, sagt die Grünen-Kreisverbandssprecherin Heide Schinowsky. „Für den Landkreis steht bei dieser Wahl viel auf dem Spiel“, mahnt sie mit Blick auf die Kandidatur der AfD-Kandidatin Christine Beyer. „Eine Übernahme des Landratsamtes durch gesichert rechtsextreme Kräfte würde Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Entwicklungschancen von Spree-Neiße massiv gefährden“, so Schinowsky.

Ihre Befürchtung: Sie könnte die Zivilgesellschaft schwächen, Investitionen abschrecken und die Zuwanderung dringend benötigter Arbeitskräfte behindern. „Damit würde nicht nur die Zukunftsfähigkeit, sondern auch der wirtschaftliche Wohlstand unserer Region aufs Spiel gesetzt – denn Wohlstand entsteht durch Offenheit, Zusammenarbeit und Vertrauen, nicht durch Ausgrenzung und Abschottung“, sagt die Kreisverbandssprecherin.

Vor diesem Hintergrund würden die Bündnisgrünen eine klare demokratische Positionierung für unverzichtbar halten. Zugleich verbinden sie ihre Unterstützung mit inhaltlichen Erwartungen an die zukünftige Kreisführung, betont Heide Schinowsky.

Heide Schinowsky: „Der Landkreis braucht einen Wandel“

Demnach ist aus Sicht des Kreisverbandes die sozial-ökologische Transformation entscheidend für die Zukunft von Spree-Neiße. Wie Schinowsky es formuliert, brauche der Landkreis einen Wandel, „der Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammenbringt“. Sie setzt darauf, dass Heiko Jahn diesen Prozess konstruktiv, kooperativ und verantwortungsvoll gestalten kann.

Zusammenarbeit sei auch mit Blick auf den Kreistag entscheidend, so Schinowsky. Andreas Stahlberg, langjähriges, parteiloses Mitglied des Kreistages für die Bündnisgrünen, sagt, dass er im Kreistag regelmäßig erlebe, „wie wichtig verlässliche Kooperation und eine funktionierende Verwaltung sind“. Für Spree-Neiße brauche es an der Spitze jemanden, der Brücken baut, kommunal denkt und die Anliegen von Städten und Gemeinden ernst nimmt.

Nur ein paar Tage vor den Grünen hatte bereits der Linke-Kreisverband Lausitz die Wählerinnen und Wähler dazu aufgerufen, Heiko Jahn ihre Stimme zu geben. „Heiko Jahn ist die beste Wahl für Spree-Neiße und die Menschen in unserer Region“, sagt der Kreisvorsitzende Christopher Neumann. „Gemeinsam mit unserer Kreistagsfraktion und Heiko Jahn wollen wir für die Menschen gemeinsame Ziele erreichen.“

Mit der Unterstützung von Heiko Jahn verbinde man das Ziel, den Landkreis sozial gerecht, demokratisch und zukunftsfähig zu gestalten, heißt es in der offiziellen Unterstützungserklärung der Lausitzer Linken. Gefragt sei ein Landrat, der Kooperation statt Konfrontation in den Mittelpunkt stellt, der in enger Abstimmung mit Kommunen, Initiativen und Zivilgesellschaft handelt und sich klar gegen rechte Spaltung stellt. Aus Sicht der Linken erfüllt Heiko Jahn diese Anforderungen offenbar am besten.

Die FDP unterstützt den Kandidaten Martin Heusler (CDU)

Die FDP wiederum unterstützt den CDU-Kandidaten Martin Heusler bei der Landratswahl 2026. Die offizielle Unterstützungserklärung war bereits Anfang Dezember 2025 auf dem Kreisparteitag der FDP Lausitz einstimmig beschlossen worden.

Demnach sieht die FDP in der Unterstützung ein wichtiges Signal gegen politischen Stillstand und für ein stärkeres Miteinander der demokratischen Kräfte im Spree-Neiße-Kreis. Die FDP-Kreisvorsitzende Laura Staudacher betont: „Martin Heusler steht für einen Aufbruch, den unser Landkreis dringend braucht. Seine Sachlichkeit, seine berufliche Erfahrung und sein klares Bekenntnis zu einer starken, zukunftsfähigen Lausitz passen zu unseren liberalen Zielen. Wir wollen eine moderne Verwaltung, die Dienstleister für die Bürger ist, und eine Wirtschaftspolitik, die Gründer und Unternehmen stärkt. Deshalb unterstützen wir seine Kandidatur aus voller Überzeugung.“

Der CDU-Landratskandidat Martin Heusler begrüßt die Entscheidung: „Die Unterstützung der FDP gibt Rückenwind. Unser Landkreis steht vor großen Aufgaben – vom Fachkräftemangel über wirtschaftliche Transformation bis hin zu einer besseren Digitalisierung der Verwaltung. Diese Themen lassen sich nur gemeinsam lösen. Ich freue mich auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und darauf, den Landkreis gemeinsam voranzubringen.“

Das sind die Kandidaten von SPD, CDU, AfD und Die PARTEI

  • Heiko Jahn (SPD) ist Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH (WRL). Zuvor war der 59-Jährige als Dezernent im Landkreis Dahme-Spreewald tätig.
  • Martin Heusler ist Stabsoffizier der Reserve und derzeit in einer Führungsposition beim Energiekonzern Leag in Cottbus tätig. Der 40-jährige Kolkwitzer ist CDU-Abgeordneter im Kreistag Spree-Neiße.
  • Die AfD hat Christine Beyer (61) nominiert. Die Forsterin arbeitet als Produktionsmanagerin. Auch sie ist Abgeordnete im Kreistag Spree-Neiße. Zugleich ist Beyer Stadtverordnete in Forst.
  • Auch Robert Hanschke von der Satirepartei Die PARTEI tritt an. Der 40-Jährige stammt aus Jänschwalde und arbeitet in Cottbus als Gymnasiallehrer.

Der amtierende Landrat Harald Altekrüger (CDU) wird zur Landratswahl 2026 nicht mehr antreten. Der 70-Jährige ist seit 2010 im Amt – und will sich nun in den Ruhestand verabschieden.

Stichwahl könnte zwei Wochen später folgen

Am Sonntag, dem 8. März 2026, sind die Bürger in Spree-Neiße aufgerufen, ihren neuen Landrat zu bestimmen.

Im Falle einer Stichwahl, wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erlangen kann, würde diese zwei Wochen später, am 22. März 2026, stattfinden.